Radevormwald: Fachsimpeln im Zweiradmuseum

Nacht der Museen in Radevormwald : Fachsimpeln im Zweiradmuseum

Im Zweiradmuseum der IG Bismarck staunten viele Besucher über die alten Räder und deren Technik.

Die Köpfe zusammenstecken, um sich die alte Technik der Fahrräder einmal genauer anzuschauen – diese Chance nutzten die beiden Freunde Eberhard Vaupel und Bruno Jantos am Samstagabend im Museum der IG Bismarck in der Schlossmachergalerie. Hier bestaunten viele Besucher Zweiräder in allen Variationen. Zum dritten Mal öffnete das kleine Museum am Abend, was vor allem bei den männlichen Besuchern bestens ankam. „Schöne Räder. Solch ein Rennrad hätte ich gerne schon als Junge besessen, doch damals waren sie nicht erschwinglich“, sagte Eberhard Vaupel. Ein einfaches Knabenrad musste reichen. Auch Bruno Jantos fallen Anekdoten mit seinem Jugendrad ein. „Damals habe ich noch gerne an Rädern geschraubt. Was nicht passte, wurde passend gemacht. Und wenn es sein musste, sogar geschweißt“, berichtete er. Die alten Bismarck-Räder bewunderten die beiden sehr. „Wir werden noch ins Heimatmuseum wechseln“, sagten sie.

Helmut Stoffel war am Samstagabend ebenfalls Gast im Rader Räder-Paradies. Eine große Deutschlandtour auf Bismarck-Mopeds sei ein Höhepunkt in seiner jungen Zeit gewesen, erzählte er. „Ich bin immer wieder gerne hier und begucke die alten Schätze“, sagte er. Seine Ausbildung habe er noch bei der Firma Bismarck absolviert und im Anschluss drei Jahre arbeiten können. „Dann kam leider das Aus“, erinnerte er sich. Es seinen die Nähmaschinen gewesen, die letztlich für den wirtschaftlichen Abstieg des Unternehmens gesorgt hätten. „Unsere alte Nähmaschine habe ich hierher gebracht. Hier ist sie gut aufgehoben“, sagte Stoffel.

Das alte Schätzchen wurde wie auch andere alte manuelle Nähmaschinen besonders von den Damen bewundert, während die Herren von Lothar Kasper, Vereinsmitglied der IG Bismarck, auf eine Reise quer durch die Räder-Welt mitgenommen wurden. Insgesamt führten fünf Mitglieder die Gäste durch die Räume des Museums.

„Der Zuspruch ist sehr gut. Viele neue Gesichter sind heute dabei“, freute sich Hartmut Behrensmeier. Er gab auf seinen Führungen nicht nur Einsicht in die Geschichte alter Räder, sondern auch gleichzeitig in die frühe Zeit des Fahrrad-Rennsports in Radevormwald. Die nächtlichen Besucher durften staunen und bei kleinen Häppchen und Getränken ins Plaudern kommen.

(sig)
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