Radevormwald: Evangelische Christen in der CDU wenden sich gegen AfD

CDU im Oberbergischen Kreis : CDU-Arbeitskreis lehnt AfD-Nähe ab

Evangelische Christen in der Partei äußern sich zur Thüringen-Debatte.

Zur Debatte um die Positionierung der CDU nach den Vorgängen in Thüringen hat sich nun der Evangelische Arbeitskreis (EAK) der CDU im Bergischen Land geäußert. Der Vorstand verurteilt „mit aller Deutlichkeit“ jede Kooperation von Christdemokraten mit der AfD. „Es war und ist der Gründungskonsens der CDU, dass wir als Christdemokraten aus Verantwortung vor Gott und den Menschen sowie nach den schrecklichen Verbrechen der nationalsozialistischen Diktatur niemals mit Extremisten zusammenarbeiten,“ erklärt Adrian R. H. Winter, Vorsitzender des EAK im Bergischen Land: „Dies gilt für die Feinde und Verächter unserer Republik von links genauso wie von rechts.“

Die Unionsparteien dürften unter keinen Umständen in irgendeiner Form mit einer AfD zusammenarbeiten, „die das grauenvolle Leid der Shoa verharmlost, die Friedensordnung der Europäischen Union verächtlich macht und Menschen zur Feindschaft gegeneinander aufstachelt.“

Stefan Engelmann, Kreisvorsitzender der EAK im Oberbergischen Kreis betont, dass man voll und ganz hinter dieser Linie stehe: „Die Versuche von links- und rechtsaußen, die Gesellschaft zu spalten, sind eine große Gefahr“, erklärt der CDU-Politiker aus Lindlar. „Für Christen in der Politik ist dies unter keinen Umständen hinnehmbar.“

Derzeit wird in der CDU kontrovers der Umgang mit der so genannten Werteunion diskutiert, einem Verein, dem Nähe zur AfD vorgeworfen wird. Im CDU-Verband Rhein-Berg sind Mitglieder der Werteunion aktiv, dort wurde jüngst der umstrittene CDU-Mann Hans-Georg Maaßen, ehemaliger Leiter des Verfassungsschutzes, als Redner empfangen. Maaßen hatte die Wahl des FDP-Manns Kemmerich mit Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten in Thüringen begrüßt.

Ist die Werteunion auch im Kreis Oberberg aktiv? „Mit ist hier niemand bekannt“, erklärt Stefan Engelmann. „Auch auf Kreisebene ist das nie ein Thema gewesen.“ Dass der eine oder andere mit dieser Gruppe sympathisiere, sei natürlich möglich.

(s-g)