Radevormwald: Es gibt wieder mehr Lachs in der Wupper

Lachs ist „Fisch des Jahres“ : Wie der Lachs die Wupper zurückerobert

Freude beim Wupperverband und dem Bergischen Fischereiverein 1889: Der Lachs ist zum „Fisch des Jahres“ erklärt wurden. Damit werden die Leistungen bei der Wiederansiedlung auch in der Wupper gewürdigt.

Es gibt den Baum des Jahres, den Vogel des Jahres und auch den Fisch des Jahres. 2019 ist das Jahr des atlantischen Lachses, lateinisch „Salmo salar“. Der Deutsche Angelfischerverband (DAFV), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Verband Deutscher Sporttaucher haben ihn zum Fisch des Jahres gekürt und wollen damit darauf aufmerksam machen, „dass für den Schutz, die Erhaltung und die erfolgreiche Wiederansiedlung der Lachse passierbare Flüsse und geeignete Laichhabitate dringend wiederhergestellt werden müssen“.

Beim Wupperverband rennen die Naturschützer die gern zitierten offenen Türen ein. Hier wird die Rückkehr der Lachse auf vollen Touren betrieben, unterstützt durch den Bergischen Fischereiverband 1889, dessen Vorsitzender Andreas Karl aus Radevormwald ist. Erst vor wenigen Monaten wurden rund 8000 Junglachse an der Wupper in Beyenburg ausgesetzt. Doch nur ein kleiner Teil von ihnen wird zurückkehren und sich in dem Fluss ansiedeln, wissen die Experten.

 „Die Entwicklung des Flusses und die Wiederansiedlung der Lachse ist ein langer Prozess, der viel Engagement von allen Beteiligten erfordert“, teilt Susanne Fischer, die Sprecherin des Wupperverbandes mit. „Die Investitionen des Wupperverbandes und seiner Mitglieder in den Ausbau der Kläranlagen, die Maßnahmen der Industrie zur Behandlung von Produktionsabwässern und die Investitionen der Kommunen in die Kanalnetze haben dazu beigetragen, dass die Wupper wieder sauberer wurde.“

Das alleine mache einen Fluss noch nicht zum Lebensraum für Lachse. Diese brauchen außerdem eine abwechslungsreiche und natürliche Struktur des Flussbetts. „Ein ganz zentraler Faktor ist, dass der Lachs als Wanderfisch durchgängige Gewässer vorfindet, flussaufwärts schwimmen und laichen kann“, so Fischer. Das Flußaufwärts-Schwimmen ist vor einigen Jahren durch die Fischtreppen am Beyenburger Stausee für die Tiere erheblich leichter geworden. So können sie auch in den Flussabschnitt zwischen Beyenburg und Radevormwald vordringen. „Zwischen der Wuppermündung in Leverkusen und der Stauanlage Dahlhausen ist die Wupper heute auf einer Strecke von rund 75 Kilometern wieder für Wanderfische aufwärts passierbar“, stellt Susanne Fischer fest. Hier habe der Wupperverband entweder nicht mehr genutzte Wehre beseitigt oder Fischaufstiege errichtet.  Für die kommenden Jahre hat der Verband noch einiges vor: Das von den Verbandsgremien beschlossene Maßnahmenpaket für die Umsetzung der Europäischen Wasser-Richtlinie umfasst bis 2030 rund 13,8 Mio. Euro.

Der Atlantische Lachs ist zum „Fisch des Jahres 2019“ gekürt worden. Foto: DPA/J.Mallwitz

 Auch die Entwicklung der Gewässerstruktur ist in vollem Gange. Einige Projekte hat der Wupperverband in Kooperation mit seinen Mitgliedern bereits umgesetzt, beispielsweise zur Entwicklung der städtischen Wupper gemeinsam mit der Stadt Wuppertal, an der oberen Wupper in Wipperfürth und Hückeswagen sowie an Wupperabschnitten in Solingen am Balkhauser Kotten. Um den Flusslauf wieder natürlicher zu machen, werden je nach Standort etwa Uferbefestigungen entfernt, Uferlinien aufgelockert und verbreitert, Steine, Inseln und Baumstämme als Strukturelemente eingebaut. Dadurch wird das Flussbett abwechslungsreicher und entwickelt unterschiedliche Strömungen.

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