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Radevormwald: Erweiterung des Kolumbariums auf Kommunalfriedhof

Kommunalfriedhof in Radevormwald : Letzte Ruhestätte in Granit

Es gibt neue Kolumbarium-Kammern auf dem Kommunalfriedhof. Die stilvoll angelegte Erweiterung, die sich hinter der Friedhofskapelle befindet, wurde nun vorgestellt.

Manchen Menschen ist es nicht so wichtig, wo sie nach ihrem Ableben begraben werden. Was allerdings wohl landauf, landab sichtbar ist, ist die Tatsache, dass der Trend schon länger weg von opulenten und üppigen Grabstellen oder gar Mausoleen geht. Urnenbegräbnisse sind schon länger weit verbreitet, erkennbar an den oft im Boden eingelassenen, kleinen Grabplatten.

Ebenfalls beliebt sind Kolumbarien. Dabei handelt es sich meist um Räume, in denen kleine Kammern in den Wänden eingelassen sind, in denen die Urnen der Verstorbenen untergebracht sind. Das Prinzip ist keineswegs neu, schon in der Antike hat man die Toten auf diese Weise bestattet – über 100 Kolumbarien sind etwa aus der Römerzeit bekannt. In Deutschland wird erst seit dem Einführen der Feuerbestattung ab dem Jahr 1879 auf diese Weise bestattet.

Auf dem Radevormwalder Kommunalfriedhof, der sich entlang der Bundesstraße und der Fahrradtrasse an den Stadtrand schmiegt, gibt es schon seit längerer Zeit ein Kolumbarium in der Friedhofskapelle. Dort haben bislang rund 150 Menschen ihre letzte Ruhe gefunden – und weil diese Begräbnisart immer beliebter wird, hat die Stadtverwaltung eine Erweiterung umgesetzt. Allerdings im Freien. Gleich hinter der Friedhofskapelle findet sich eine schön gestaltete, halbrunde Fläche, auf der zwei Urnenstelen aus Granit stehen.

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„Die äußere Gestaltung hat unser Betriebshof übernommen, das Streifenfundament wurde extern gelegt. Die Stelen hat der Hersteller aufgestellt“, sagt Mareike Klein von der Stadtverwaltung, die sich in den vergangenen Wochen und Monaten um das Projekt gekümmert hat.

Und die zwei Stelen sind nur der Anfang. „So hat es auch in der Friedhofskapelle angefangen. Zunächst waren dort nur wenige Urnen im Kolumbarium, aber das wurde sukzessive bis auf die Kapazitätsgrenzen erweitert“, sagt Mareike Klein. So kann es nun auch im Freien geschehen. „Aktuell sind dort 20 Kammern pro Stele, im Moment also 40 Plätze. In jeder Kammer könnten theoretisch zwei Urnen Platz finden“, sagt die Verwaltungsmitarbeiterin. Das würde etwa bei Ehepaaren oder anderweitig verbundenen Menschen gehen.

Der Granit sieht aus wie Marmor, ist aber gerade für das bergische Regenwetter wesentlich besser geeignet und haltbarer. Die Grünfläche rund um das neue Kolumbarium ist mit stilvoller Bepflanzung ebenfalls sehr ansprechend gestaltet worden – und eine Bank lädt zum Verweilen ein. „Die Bank, die aktuell dort steht, ist aber noch nicht diejenige, die eigentlich dort stehen soll – diese wird nämlich sehr viel schöner aussehen“, sagt Mareike Klein.

Ein Friedhof ist heutzutage eben nicht mehr nur der Ort, an dem Verstorbene ihre letzte Ruhe finden. Ein moderner Friedhof hat immer auch Park-Charakter, viele Menschen, die Ruhe suchen vor dem hektischen Alltag, gehen dort spazieren, setzen sich unter einen Baum oder halten anderweitig kurz inne. Das Freiluft-Kolumbarium wird in den kommenden Jahren erweitert werden, denn wie Bürgermeister Johannes Mans sagt, gehört dieser Begräbnisform die Zukunft. „Immer mehr Menschen lassen ihre verstorbenen Angehörigen auf diese Weise bestatten“, sagt er. Und das sieht man auch an der Nachfrage für die neuen Kolumbariumskammern. „Eine ist bereits belegt, für eine zweite gibt es eine Reservierung“, sagt Mareike Klein.

Daher sei auch an die Erweiterungsmöglichkeit gedacht worden. „Wir haben jetzt zwei Stelen im Halbrund stehen. Bis zu acht Stelen passen hin. Dann kann das Halbrund auf die zweite Hälfte erweitert werden, sodass dort noch einmal acht Stelen hinkommen können“, sagt Mareike Klein. Auch sonst gebe es auf dem Kommunalen Friedhof noch viel Platz für weitere Kolumbarien.

„Das klassische Sargbegräbnis – für dessen Dimensionen der Friedhof einst auch angelegt wurde – gibt es nicht mehr oft. Es ist letztlich auch eine Veränderung in der Bestattungskultur, die wir derzeit erleben“, sagt Kämmerer Simon Woywod. Dabei sei der Platz im Kolumbarium gar nicht billiger als eine Erdbestattung. „Die Gebührensatzung sieht hier für die klassische Laufzeit auf 30 Jahre einen Preis von 1823 Euro vor – ein Erdgrab kostet mit 629 Euro gerade mal ein knappes Drittel“, sagt die Verwaltungsmitarbeiterin.

Allerdings – und das sei wohl auch der Hauptgrund für die meisten Menschen, die sich für die eigene Bestattung ein Urnengrab im Kolumbarium wünschen – seien die Unterhaltskosten für eine solche letzte Ruhestätte deutlich geringer, da sie mit praktisch keinem Aufwand verbunden seien. „Viele Menschen wollen ihren Hinterbliebenen das nicht aufbürden – zumal in unserer globalisierten Welt auch oft genug die Kinder nicht mehr am Ort leben und sich kümmern können“, sagt Simon Woywod. Der Trend zum Kolumbarium sei übrigens auch mehr und mehr auf den konfessionellen Friedhöfen zu beobachten.