CO2 sparen in Radevormwald Energieberatung für die Herbecker

Herbeck · Nachdem 2019 eine Energie-Bestandsaufnahme vorgelegt wurde, können sich die Herbecker Anwohner, die im Bereich Dahlhauser Straße und Herbecker Straße wohnen, jetzt konkret über mögliche Energieeinsparungen informieren.

 Im Einsatz für neue Energieformen in Herbeck (v.l.): Johannes Mans, Thomas Behler, Benedikt Edeler, Christian Ruthenberg und Niklas Lajewski.

Im Einsatz für neue Energieformen in Herbeck (v.l.): Johannes Mans, Thomas Behler, Benedikt Edeler, Christian Ruthenberg und Niklas Lajewski.

Foto: Wolfgang Scholl

Die eigenen vier Wände mit öffentlicher Förderung umweltfreundlich sanieren – für die Menschen in Herbeck wird das nun möglich. Nachdem 2019 eine Energie-Bestandsaufnahme vorgelegt wurde, können sich die Herbecker Anwohner, die im Bereich Dahlhauser Straße und Herbecker Straße wohnen, jetzt konkret über mögliche Energieeinsparungen informieren. Durch die Corona-Pandemie musste diese Beratung um einige Monate verschoben werden. Das Ziel ist dabei klar formuliert: Herbeck soll Musterviertel für die Einparung von CO2 werden. Dieser Stadtteil sei bestens geeignet, hatte Stadtwerke-Geschäftsführer Thomas Behler im März verkündet. Hier gebe es sowohl ältere Bauten aus den 1960er Jahren, die teils sogar noch Ölheizung haben, als auch neue Bauten.

Bürgermeister Johannes Mans lud jetzt ins Paul-Gerhardt-Haus an der Elberfelder Straße ein, um über den aktuellen Stand des Projektes zu informieren. „Ich bin froh, dass unsere Bürger aus dem Umfeld Herbeck die Möglichkeit erhalten, sich fachkundig über neue Technologien beraten zu lassen“, sagte er. Initiiert hat die Stadt die Aktion über Klimaschutzmanager Niklas Lajewski in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Radevormwald. Behler, dessen Unternehmen die Finanzierung des Projektes stemmt, sagte, dass man solche Projekte gerne mit unterstütze, „damit wir mit Nachrüstmaßnahmen unseren Klimazielen ein Stück näherkommen können. Wir können Beratung in vielfältiger Hinsicht leisten“, sagte er.

Energieberater Benedikt Edeler vom organisierenden Büro ICM (Innovation Citymanagement Ruhr) gab dem baldigen Neu-Radevormwalder Christian Ruthenberg Tipps, denn die ICM ist damit beauftragt, die Bewohner vor Ort zu beraten, wie sie ihr Haus energetisch umrüsten können – und zwar ohne massive Kosten. Ziel: Heizkosten sparen und die Gebäude energetisch auf den neuesten Stand bringen, und das finanziell umsetzbar und wirtschaftlich sinnvoll.

Im Laufe des Jahres wird Ruthenberg mit seiner Familie von Wuppertal nach Radevormwald in eine schon bestehende Immobilie ziehen. „Ich habe das Dach neu eindecken lassen und es schon für Photovoltaik-Nutzung vorbereitet. Diese Anlage soll sich dann in 15 Jahren bezahlt gemacht haben“, sagt Ruthenberg. „Ich mache mir Gedanken zum Beispiel über ein Blockheizkraftwerk oder auch eine kleine Windkraftanlage auf meinem Grundstück.“

Thomas Behler erläutert, dass sich solche Maßnahmen in Radevormwald lohnen könnten, weil man in der Stadt bei 350 bis 400 Metern Höhe eine längere Heizperiode habe als im Flachland.

Klimaschutzmanager Niklas Lajewski freut sich, dass sich nicht nur Erbauer von neuen Häusern im späteren Neubaugebiet Karthausen mit solchen Themen befassen können, sondern auch Mietern oder Eigentümern von schon bestehenden Häusern Wege aufgezeigt werden können, wie Energie eingespart werden kann. „Es gibt seit diesem Jahr eine veränderte Förderlandschaft“, sagt Edeler, „da lohnt es sich, genau hinzuschauen“.

Als Quartierberater wird er Sprechstunden im Paul-Gerhardt-Haus anbieten, zwei Themenabende gestalten und auf Wunsch mit Fachberatern Hauseigentümer auch in deren Haus besuchen. Die erste Sprechstunde findet am 13. August statt. Die Stadt wird in den kommenden beiden Wochen auch noch ein Anschreiben an die Bewohner verteilen, um nochmal auf die genauen Termine hinzuweisen. Die Beratungen sind kostenlos und absolut freiwillig, niemand soll gezwungen werden, sein Haus umzurüsten. Das Büro der Berater wird im Paul-Gerhardt-Haus untergebracht, die Fachleute wollen die Menschen aber auch zu Hause besuchen und den direkten Kontakt pflegen.

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