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Radevormwald: Eisenbahnverein arbeitet an Strecke in Wilhelmstal

Bahnstrecke in Radevormwald : Brücke soll bis Jahresende fertig werden

An mehreren Streckenabschnitten der alten Bahnlinie zwischen Radevormwald und Wuppertal arbeiten Mitglieder der Wupperschiene – derzeit werden Eichenholz-Schwellen auf einer der beiden Brücken in Wilhelmstal gelegt.

„Über sieben Brücken musst du gehen“ sangen einst Karat und Peter Maffay. Die Mitglieder des Fördervereins Wupperschiene können dazu auch ein Lied singen. Auf vielen Brücken waren sie in den vergangenen Jahren schon tätig, um die Bahnstrecke zwischen Radevormwald und Wuppertal wieder bereit für einen neuen Schienenverkehr zu machen. Derzeit ist man in Wilhelmstal, einer der Radevormwalder Wupperortschaften dabei, auf der vorletzten Brücke vor dem südlichen Ende der Strecke neue Schwellen zu legen.

„Wir legen neue Eichenbalken, später kommen dann neue Schienen darauf“, berichtet Ulrich Grotstollen, der Vorsitzende des Vereins, der mit vollem Namen Bergische Bahnen/Förderverein Wupperschiene heißt. „Bis Ende des Jahres wollen wir mit dieser Brücke fertig sein, die zweite Brücke in Wilhelmstal wird dann im kommenden Jahr erneuert.“

Die Bemühungen der Vereinsmitglieder waren durch die Pandemie gebremst worden. Nach dem Sommer hatten die Arbeiten an verschiedenen Punkten der Strecke wieder begonnen. Neue Probleme gab es aber auch, wie auf der Internetseite des Vereins berichtet wird: „Da wir nicht wie geplant arbeiten konnten, ist uns leider derweilen der Dienstleister abhanden gekommen, so dass wir mit Muskelkraft und etwas mechanischem Know-how nun händisch den Brückenbalken zu Leibe rücken. Dies ist ein wahrhafter Knochenjob, und es zieht sich in die Länge. Aber langsam wird es.“ Die Balken für diesen Zweck kann man natürlich nicht im Holzmarkt um die Ecke kaufen. „Wir bekommen die Schwellen von einem Spezialunternehmen“, berichtet Grotstollen.

Ein anderes Team ist dabei, die Randwege auf der Brücke Kemna auszutauschen, den diese sind in einem schlechten Zustand. Auf dem Abschnitt zwischen Beyenburg und Rauental hatten Helfer die „noch völlig zugewucherte“ Strecke frei geschnitten – dies reiche zwar nicht für den geplanten Eisenbahnverkehr, aber mit gleistauglichen Karren könne man nun dort wieder mobil sein.

Eine stillgelegte Eisenbahnstrecke wiederzubeleben, braucht einen langen Atem. Zwar ist die Strecke selber im Besitz des Vereins, doch die Betriebsführung liegt seit geraumer Zeit in den Händen der Rhein-Sieg-Eisenbahn (RSE) – bis auf ein Stück zwischen Rauental und Beyenburg, das nun von der Deutschen Bahn auch auf die RSE übertragen wurde. „Dabei hat es allerdings Stockungen gegeben“, berichtet Grotstollen.

Die Arbeiten an den beiden Brücken werden auch vom Verein Wuppertrail aufmerksam beobachtet, der auf der alten Bahnstrecke Draisinenfahrten anbietet. „Der Wuppertrail wartet natürlich darauf, dass die Brücken wieder befahrbar sind, denn von ihnen bietet sich für die Teilnehmer ein besonders schöner Blick“, weiß Ulrich Grotstollen.

Die Strecke der Wuppertalbahn, die im Besitz des Vereins ist, hat eine Länge von 15 Kilometern und ist ein Teil der ehemaligen Eisenbahnstrecke von Remscheid-Lennep bis Wuppertal-Rauental (Oberbarmen). Ziel des Vereins ist es, diese Route wieder befahrbar zu machen – beispielsweise für einen Museumsbahnverkehr.