Radevormwald: Eierkippen vorm Osterfeuer in Önkfeld

Traditionen bei der Kulturgemeinde : Eierkippen vorm Osterfeuer in Önkfeld

Die Kulturgemeinde steht für Tradition. Gerade zu Ostern. So verwundert es kaum, dass das Haus in Oberönkfeld gut besucht ist: zunächst zum Ü-Ei-Lotto, dann zum Kippen und schließlich zum Feuer in der Nähe des Wasserspeichers.

Zum spaßigen Eierkippen und geselligem Osterfeuer lud die Kulturgemeinde Önkfeld für Karsamstag ein. Dass der Verein altes Brauchtum hochhält, schätzen Mitglieder ebenso wie Gäste von außerhalb, die es zur Osterzeit aufs Land zieht. Auch Kinder fanden beim Ü-Ei-Lotto Freude am neu interpretierten Brauchtum.

Gemütlich ging es also zu am Samstagnachmittag in der ehemaligen Landschule in Önkfeld: Jung und Alt saßen hier beisammen, um zunächst beim Bingo ihr Glück zu versuchen. Zu gewinnen gab’s – wie sollte es auch anders sein – Schoko-Eier mit Überraschung drin. Das lockte vor allem die Kinder an die Tische, die aufmerksam den aufgerufenen Zahlen lauschten und auf ihren Kärtchen markierten. Am Ende der Partie zeigte sich, dass Pia Osenberg eine ordentliche Glückssträhne hatte: Freudestrahlend lief sie mit ihrem Gewinn, einer Schachtel voller Ü-Eier durch die Tischreihen.

„Das war richtig süß, wie sie vor Freude geschrien hat und stolz hier durchgelaufen ist“, berichtet Conny Montagna. Die 57-jährige Remscheiderin besuchte erstmals zum Osterfest die Kulturgemeinde in Önkfeld. „Ich war schon mal zum Bratwurstlotto hier, aber zum Eierkippen bin ich zum ersten Mal hier“, erzählte sie.

Während die Mädchen und Jungen längst draußen im Garten des Kulturhauses spielten, saßen sich in der ehemaligen Landschule nun die Erwachsenen gegenüber. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, Mutter Theresia Stopka (80) und Willi Kleinschmidt probierte Montagna erstmals das traditionelle Spiel aus, bei dem die Gegenspieler ihr hartgekochtes Ei mit der Spitze voraus gegeneinanderstoßen müssen. Das Ei desjenigen, dessen Schale zerbricht, geht an den Gegenspieler mit dem intakten Ei. „Ein spaßiges Spiel“ urteilte Stopka. Für Kleinschmidt, der früher Schüler der Landschule war, gehört es schlichtweg zu Ostern dazu.

Früher, erzählte Vereinschef Jürgen Fischer, habe man auf Önkfeld das Eierkippen im Anschluss an das Osterfeuer gespielt. „Da kann man hinterher nochmal zu einem Bier zusammen und zum Eierkippen.“ Doch weil immer mehr Familien dazu kamen und auch die Kinder an der lieb gewonnenen Tradition teilnehmen wollten, wurde es vor einigen Jahren vorverlegt. „Das hat für Diskussionen gesorgt, aber mittlerweile hat es sich etabliert“, sagte Fischer, der sich jedes Jahr über zahlreiche Besucher freut, auch viele von außerhalb. „Es kommen immer wieder Leute aus der Stadt dazu, weil sie die Gemeinschaft auf dem Land erleben wollen.“

In der geselligen Runde nahm Pfarrer Philipp Müller von der Lutherischen Kirchengemeinde die Gelegenheit für eine kurze Andacht vor dem Osterfeuer wahr. Auch das hat Tradition in Önkfeld.

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