Radevormwalder Ehepaar feiert Diamanthochzeit „Mir war sie eigentlich zu jung“

Radevormwald · Am Mittwoch können Gisela und Horst Kormannshaus ihre Diamantene Hochzeit feiern. Mit ihrem Arbeitgeber ist das Ehepaar bis heute eng verbunden und übernimmt in der Firma noch Hausmeistertätigkeiten.

Gisela Kormannshaus (76) und Horst Kormannshaus (83) feiern am Mittwoch ihren Ehrentag. Seit 60 Jahren sind beide ein Ehepaar.

Gisela Kormannshaus (76) und Horst Kormannshaus (83) feiern am Mittwoch ihren Ehrentag. Seit 60 Jahren sind beide ein Ehepaar.

Foto: Jürgen Moll

Sieben Lebensjahre trennen Gisela (76) und Horst Kormannshaus (83) voneinander. Das ist im fortgeschrittenen Alter nicht viel, bei der Hochzeit war es jedoch von Bedeutung. Denn die Braut war erst 16 Jahre, als sie am 1. Februar 1963 vor den Traualtar trat. „Wir mussten heiraten“, berichtet Horst Kormannshaus von Sohn Thomas, mit dem seine Auserwählte damals schwanger war und der im April 1963 zur Welt kam. Die Ehe hat nun schon 60 Jahre überdauert, weshalb die Radevormwalder am Mittwoch ihre Diamanthochzeit feiern können.

Kennengelernt hatte sich das Paar schon in ihrer Kindheit. Beide sind in Radevormwald geboren und aufgewachsen. Horst Kormannshaus war zudem mit dem Bruder seiner heutigen Ehefrau befreundet. „Er war sogar Gast auf meiner Konfirmation“, erinnert sich Gisela Kormannshaus lachend.

Seine Ausbildung zum Vermessungstechniker absolvierte der heute 83-Jährige in der ehemaligen DDR. Seine Familie war dorthin gezogen und 1956/57 wieder nach Radevormwald zurückgekehrt. Bei der Familie von Gisela Schölzel, wie sie damals noch hieß, bekam er ein Zimmer. Seine heutige Ehefrau habe schon damals ein Auge auf ihn geworfen. „Mir war sie eigentlich zu jung“, gesteht Horst Hormannshaus. Erst als Gisela Schölzel einem anderen Jungen schöne Augen machte, wendete sich das Blatt – und aus den Freunden wurde ein Paar. „Bevor sie sich jemand Anderer schnappt hätte“, fügt er mit einem Augenzwinkern hinzu.

 Im Jahr 1963 gab sich das Paar das Ja-Wort in der lutherischen Kirche.

Im Jahr 1963 gab sich das Paar das Ja-Wort in der lutherischen Kirche.

Foto: privat

Die Trauung fand in der lutherischen Kirche in Radevormwald statt. Zunächst wohnte die junge Familie in einem Zimmer bei Gisela Kormannshaus‘ Eltern. Beruflich zeichnete sich dann schnell der Weg ab. „Ich hatte damals bei der Firma Schultes gearbeitet. Da hat mich auch der Chef der Firma Blume-Rollen gesehen“, berichtet der Jubilar. Er ließ sich abwerben und begann 1962 bei Blume-Rollen zunächst in der Fertigung und im Versand, später als Versandleiter. Der Firmenchef unterstützte das Paar und besorgte ihm 1964 die erste eigene Wohnung in Bergerhof. 1969 kam der zweite Sohn Torsten auf die Welt.

1972 erhielt auch die Jubilarin Arbeit in dem Unternehmen. „Lange Zeit war ich dort die einzige Frau und habe auch Männerarbeit an der Säge gemacht“, denkt sie zurück.„Wir durften sogar unser Kind mit zur Arbeit nehmen“, fügt die 76-Jährige hinzu. Wenn der Zweijährige müde war, wurde er kurzerhand zum Schlafen in eine Versandkiste gelegt und mit Holzwolle zugedeckt.

Seit mehr als 50 Jahren wohnt das Ehepaar nun schon in einer im Firmengebäude von Blumen-Rollen integrierten Wohnung. Obwohl Horst Kormannshaus schon lange Rentner ist, übernimmt er immer noch Hausmeistertätigkeiten für das Unternehmen, mit dem er sich seit so vielen Jahren verbunden fühlt.

Die Goldhochzeit vor zehn Jahren hatte das Paar noch im Speisesaal der Firma gefeiert. Das anstehende Fest zur Diamanthochzeit fällt kleiner aus. „Wir gehen mit der Familie ins Restaurant Önkfeld“, kündigt Gisela Kormannshaus an. Durch ihre Krebs- und Lungenerkrankung ist sie auf ein Sauerstoffgerät angewiesen und verlässt das Haus nur selten. Ihr Ehemann, der selbst schon einen Herzinfarkt überstanden hat, übernimmt Besorgungen daher auch schon mal alleine. „Wir pflegen uns gegenseitig“, sagt er und lacht.

Viel Freude haben die Jubilare an den vier Enkeln und zwei Urenkeln, die regelmäßig zu Besuch kommen. Für die Urkenkel (6 und 2 Jahre) gibt es sogar ein eigenes Spielzimmer in der geräumigen Wohnung. Zu den Hobbys des 83-Jährige zählen bis heute das Singen im Keiper-Werkschor in Remscheid und das Lesen, während sich die 76-Jährige täglich um das Essen kümmert und gerne rätselt. Früher war das Paar im Kegelverein „Schluckspechte“ aktiv. „Wir waren zig Mal Stadtmeister“, berichtet es stolz.

Auch schöne Urlaube sind Gisela und Horst Kormannshaus in Erinnerung geblieben. Mit den eigenen Kindern ging es früher zum Camping. Später kamen Flugreisen in die Dominikanische Republik, nach Mallorca oder in die Türkei hinzu.

Für die Zukunft wünschen sich die Jubilare noch einige gemeinsame Jahre, und dass sich ihr Gesundheitszustand nicht verschlechtert. „Die Eiserne Hochzeit in fünf Jahren wollen wir noch schaffen“, kündigt Horst Kormannshaus an. Bekannte hatten bei der Hochzeit prophezeit, dass die Ehe nicht halten wird. Die Jubilare haben das Gegenteil bewiesen. „Wir haben uns auch nie um Geld oder Kinder gestritten“, betont der Jubilar. Und seine Ehefrau ist überzeugt: „Mit viel Liebe und Geduld geht das.“