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Radevormwald: Dreifacher Vater muss wegen Internetbetrugs verurteilt

Radevormwalder verurteilt : Dreifacher Vater muss wegen Internetbetrugs vor Gericht

Ein 35-jähriger aus Radevormwald hat Schuhe, Fahrräder und Autoteile auf fremdem Namen im Internet bestellt. Nicht sein erster Betrug. Nun musste er sich vor Gericht verantworten.

Schon vor zehn Jahren erhielt ein Radevormwalder zwei Geldstrafen in Höhe von jeweils 1000 Euro, weil er andere Menschen betrogen hatte. Nun saß der 36-jährige dreifache Familienvater erneut vor dem Richter am Wipperfürther Amtsgericht. Ihm wurde von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, zehn Bestellungen im Internet getätigt zu haben, ohne sie bezahlen zu wollen. Mehrfach handelte es sich dabei um Kleidung.

Der Arbeitslose, der sich selbst vor Gericht verteidigte und von seiner ebenfalls arbeitslosen Ehefrau begleitet wurde, versuchte sein Handeln zu erklären. „Ich habe drei Kinder und bekomme nicht viel Geld vom Jobcenter“, begann er seine Einlassung. Er habe einmal probiert, Schuhe für seine Kinder im Internet zu kaufen, und es hätte funktioniert. Die Sachen hatte er dabei immer auf andere Namen und Lieferanschriften geordert. „Auf meinen eigenen Namen ging nicht, wegen der Schufa“, fügte der Angeklagte hinzu, der die ihm vorgeworfenen Taten sofort zugab.

Bei einer Wohnungsdurchsuchung hatte die Polizei einen Teil der bestellten Ware, wie auch die entsprechenden Lieferscheine bei dem Angeklagten sicherstellen können. Zu den Bestellungen zählten unter anderem zwei Cross-Bikes im Wert von je 500 Euro, ein Elektrokamin und ein Schlafsofa. Zudem hatte der 36-Jährige, der vor seiner Arbeitslosigkeit als Pizzabäcker und Maurer gearbeitet hatte, vier Bremsscheiben und -beläge für sein Auto bestellt. „Wir wollten in Urlaub fahren und der Wagen kam nicht durch den TÜV“, erklärte er dem Richter. „Ich habe einen Fehler gemacht und weiß, dass das nicht korrekt ist“, bedauerte er sein Handeln.

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Das Geständnis wertete der Staatsanwalt zu seinen Gunsten. Er beantragte die Teileinstellung der vier Betrugsfälle, bei denen die Ware gar nicht erst an den Angeklagten ausgeliefert worden war. Für die restlichen sechs Betrugsfälle forderte er eine Geldstrafe in Höhe von insgesamt 1200 Euro (120 Tagessätze zu je zehn Euro). Der Richter schloss sich in seinem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft an. Zudem verzichtete das Gericht auf einen Wertersatz, da ein Teil der nicht bezahlten Ware sichergestellt und an die geprellten Firmen zurückgegeben werden konnte.

Der Richter mahnte dennoch eindringlich: „Das muss aufhören! Bei einer Wiederholung droht Ihnen eine Freiheitsstrafe.“ Die 1200 Euro kann der Familienvater nun entweder bezahlen, abarbeiten oder im Gefängnis – das wären 120 Tage – absitzen. Außerdem muss er die Kosten des Verfahrens tragen. „Ich möchte in Raten zahlen“, teilte der Verurteilte dem Richter mit, bevor er mit seiner Ehefrau den Gerichtssaal verließ.