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Radevormwald:DJ Markus spielt für Bewohner des Seniorenhaus Uelfestraße

DJ spielt vor Seniorenhaus : Ein Lichtblick im isolierten Alltag

Für die Bewohner des Seniorenhaus Uelfestraße spielte DJ Markus Musik. Ein Lichtblick in der herausfordernden Corona-Krise.

Besonderer Besuch für die Bewohner des Seniorenhaus Uelfestraße am Freitag: DJ Markus Saxert aus Hückeswagen hatte seine Anlage auf dem Hof vor dem Seniorenhaus aufgebaut und griff um 14 Uhr zum Mikrofon. Mit guter Laune begrüßte er seine Zuschauer.

Seit über einer Woche tourt der DJ durch das Bergische Land, um alten Menschen während der Corona-Krise eine Freude zu machen und sich bei dem Pflegepersonal für den unermüdlichen Einsatz zu bedanken. „Ich habe mich gefragt, wie ich einen Beitrag für alte Menschen in der derzeit schwierigen Situation leisten kann“, erklärte Markus Saxert. Sein Konzept kommt an. Die Senioren, die an der Uelfestraße wohnen, winkten ihm am Freitag freudig zu, einige tanzten sogar in ihren Zimmern zu der Partymusik, die in der gesamten Nachbarschaft zu hören war. Der Besuch von Markus Saxert hat Freude gespendet und das ohne körperliche Nähe. Die Musik erreichte die Senioren mit genug Sicherheitsabstand. „Als wir die E-Mail von DJ Markus bekommen haben, waren wir total glücklich. Sein Auftritt ist ein Highlight für unsere Bewohner, weil sich ihr Leben durch die Krise stark verändert hat“, sagte Anke Schäfer vom Sozialen Dienst des Hauses.

Im Seniorenhaus an der Uelfestraße gilt seit mehr als 14 Tagen striktes Besucherverbot. Seit Montag leben die Männer und Frauen des Hauses komplett isoliert in ihren Zimmern. „Die Sicherheitsmaßnahmen werden immer strenger, weil wir unsere Bewohner schützen wollen. Einige Bewohner verstehen das und sind dankbar für die Maßnahmen, für demente Menschen ist die Situation sehr schwierig“, sagt Rita Zimmer, Leiterin der Seniorenhaus. Das isolierte Leben, ohne den Besuch von Angehörigen und ohne Gruppenbildungen innerhalb des Hauses, fordert die Senioren heraus.

Das Pflegepersonal hat Strategien entwickelt, um die Bewohner noch besser zu betreuen. „Die Durchmischung innerhalb des Hauses wird immer geringer. Kleine Gruppen von Pflegern kümmern sich um eigene Stationen oder Bewohnern. Mit genug Sicherheitsabstand können sich die Senioren durch das Haus bewegen“, sagt Rita Zimmer. Für die Gesundheit alter Menschen ist es allerdings wichtig vertraute Gesichter wiederzusehen. Die Leiterin des Seniorenhaus will deswegen ermöglichen, dass Angehörige ihre Eltern, Großeltern oder Ehepartner wenigstens sehen können. „Wir planen, einzelne Besuchstermine zu vergeben. Die Besucher müssen draußen bleiben, die Bewohner werden ins Foyer gebracht. Dann können sich die Parteien wenigstens sehen und durch ein Fenster unterhalten.“

Rita Zimmer ist in Gedanken oft bei den Angehörigen ihrer Besucher, die ebenfalls unter der Corona-Krise leiden. Um mehr Kommunikation zwischen den Bewohnern und ihrer Familie zu ermöglichen, hat das Haus fünf Tablets angeschafft. Seit kurzer Zeit wird an der Uelfestraße geskypt.

Dankbar ist Rita Zimmer für den Einsatz ihrer Mitarbeiter. „Alle sind motiviert und gut gelaunt bei der Arbeit. Das ist nicht selbstverständlich. Natürlich nehmen wir alle die Sorgen mit nach Hause und hoffen, dass unsere Schutzmaßnahmen Infektionen in unserem Haus vermeiden.“ Einen bestätigten Corona-Fall gibt es im Seniorenhaus an der Uelfestraße noch nicht.

Der Auftritt von DJ Markus Saxert war nicht nur für die Bewohner des Heimes, sondern auch für alle Mitarbeiter ein Lichtblick in der aktuell schwierigen Situation. Für eine Stunde stand die Musik im Fokus und nicht die Sorge um eine Corona-Infektion.