Radevormwald: Dieses Dokument belegt die Stadtgründung im Jahr 1316

Stadtarchiv Radevormwald : Einblicke in Rades früheste Geschichte

Das Rader Stadtarchiv verfügt nun über eine digitale Datei jenes Dokumentes, das die Stadtgründung im Jahr 1316 belegt. Es überlebte vor einigen Jahren den Einsturz des Kölner Stadtarchivs.

Für die Einwohner einer Stadt ist es immer interessant zu wissen, wann ihr Heimatort eigentlich ins Licht der Geschichte getreten ist. Für die Rader gibt es da ein gutes Datum zur Orientierung – das Jahr 1316. „Deshalb wurde ja auch vor drei Jahren das 700-jährige Bestehen der Stadt gefeiert“, sagt Stadtarchivarin Iris Kausemann. Zwar können die Forscher nicht auf den Tag genau bestimmen, wann Radevormwald das Stadtrecht erhielt, doch als sicher gilt, dass 1316 diese Vergabe erfolgt war. Die Stadtarchivarin freut sich, dass im Rathaus nun das „Digitalisat“ eines Dokumentes vorliegt, das diesen wichtigen Zeitpunkt für die Stadtgeschichte belegt. Es stammt aus dem 16. Jahrhundert.

1974 hatte die damalige Rader Verwaltung auf Initiative des ersten Stadtarchivars Gustav Hackenberg (1906-1988) den Leiter des Historischen Archivs der Stadt Köln, Toni Diederich, beauftragt, der Frage nachzugehen, wann Rade zu Stadt erhoben worden war. Diederich kam zu dem Schluss, dass Radevormwald zwischen 1309 und 1316 das Stadtrecht erhalten hat. Dabei stützt er sich auf eine Stiftungsurkunde der Radevormwalder Katharinenvikarie vom 24. Juni 1316. Hier siegeln die Einwohner von Rade bereits als „Bürger“ einer Stadt. Dieses Datum ist somit der früheste solide Beleg für die Existenz der Stadt Radevormwald.

„Leider sind die eigentliche Stadterhebungsurkunde und auch das Original der Urkunde von 1316 nicht erhalten“, bedauert Iris Kausemann. Vermutlich wurden sie bei einem der großen Stadtbrände 1525 und 1571 ein Raub der Flammen. Zum Glück für die Historiker gibt es jedoch eine Abschrift, und diese findet sich im Historischen Archiv der Stadt Köln. „Die beiden Brüder Johannes und Aegidius Gelenius haben im 16. Jahrhundert für sie wichtig erscheinende Urkunden abgeschrieben. Und deshalb wissen wir heute von dieser Stiftungsurkunde“, erläutert Kausemann. Es ist diese Abschrift, die nun in digitaler Form im Archiv der Bergstadt zur Verfügung steht – damit wird der Beginn der Stadtgeschichte greifbar.

Dass dieses Dokument im Archiv in Köln noch immer existiert, darüber können die Forscher froh sein. „Durch den Einsturz des Archivs sind diese Quellen nur knapp der Vernichtung entgangen“, berichtet Iris Kausemann.

Iris Kausemann ist die Stadtarchivarin von Radevormwald. Foto: Weitzdörfer (Archiv). Foto: Wolfgang Weitzdörfer

Freilich haben auch schon vor 1306 in der Gegend von Rade Menschen gelebt. So wird Remlingrade bereits im Jahr 1183 als „Remelinrode“ erwähnt, Wellingrade im Jahr 1343 als „Welderinckrode“. Und Önkfeld taucht unter der Bezeichnung „ Unckincfelde“ im Jahr 1433 in den Aufzeichnungen auf.

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