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Radevormwald: Die Schüler der Sekundarschule machen Rassismus zum Thema

Rassismus-Debatte : Sekundarschule thematisiert Rassismus

Die internationalen Proteste gegen Rassismus in den USA nach dem Tod von George Floyd sind auch an der Sekundarschule Thema. Die Schule trägt das Siegel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Der Tod des Afroamerikaners George Floyd, der durch Polizeigewalt in Minneapolis getötet wurde, löste in Amerika und international Proteste gegen Polizeigewalt und strukturellen Rassismus in den Vereinigten Staaten aus. Die europaweite Solidarität zeigt sich auch an der Sekundarschule in Radevormwald, die offiziell das Siegel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ trägt.

Nachdem der gewaltsame Tod von George Floyd die Medien dominierte, fingen auch die Schüler der Sekundarschule an, Fragen zu stellen. Seit letzter Woche ist das Thema Rassismus an der Sekundarschule präsenter denn je. „In meiner Klasse wurde ich immer wieder auf das Ereignis und die Proteste in Amerika angesprochen. Unsere Schüler fragen sich, warum der Rassismus in Amerika anders ist als in Deutschland“, sagt Schulleiterin Sandra Pahl (Foto: Jürgen Moll). Sie und ihre Kollegen sprechen im Moment sehr viel mit den Schülern, besonders aus den Stufen sieben und acht, über die „Black Lives Matter“-Bewegung, die in den USA aus der afroamerikanischen Gesellschaft heraus entstanden ist.

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In dieser Woche erfuhr diese Bewegung internationale Solidarität. Am Dienstag blieben Social-Media-Plattformen wie Instagram schwarz. Millionen Nutzer teilte schwarze Bilder und Informationen über strukturellen Rassismus.

„Die Verurteilung des Rassismus in Amerika war auch bei unseren Schülern sehr schnell da. Wir sind alle schockiert über die Polizeigewalt. Obwohl wir solche Bilder aus Deutschland nicht kennen, müssen wir einen Schluss auf den Rassismus ziehen, der in Deutschland und in Europa herrscht. Auch hier gibt es Rassismus. Es geht nicht darum, nur den Rassismus in Amerika zu verurteilen. Wir müssen uns dem Rassismus stellen, den es in unserem Land gibt“, sagt Sandra Pahl. Ihr ist es wichtig, dass die Proteste in den USA nicht nur zu einer Verurteilung des dortigen Rassismus führen. „Wir müssen uns die Frage stellen, wie Rassismus in Deutschland aussieht und wo unsere Probleme liegen“, sagt die Schulleiterin.

Diesen Fragen werden sich die Schüler der Sekundarschule ab nächster Woche in Projektarbeiten widmen. Bevor der Kampf gegen Rassismus in Amerika so laut wurde, haben die Schüler andere Themen für ihre Projekte vorgeschlagen. Die Themenvorschläge kreisten um Themen, wie Tierschutz, Umweltschutz oder Frauenrechte. Seit letzter Woche steht das Thema Rassismus im Mittelpunkt.

Eigentlich sind die Schüler damit beschäftigt, wie sie die Corona-Krise verkraftet haben und sich mit den Folgen der Pandemie auseinanderzusetzen. 2020 ist ein Jahr, in dem historische Ereignisse dicht aufeinander folgen. „Wir versuchen im Moment allen wichtigen Themen Raum zu geben und sie in unseren Schulalltag zu integrieren“, sagt Sandra Pahl. Für das kommende Jahr will die Sekundarschule eine eigene Aktion gegen Rassimus starten. Aktuell sind Veranstaltungen, wie eigene Demonstrationen, aufgrund der Abstandsregelungen schwer umzusetzen. Sandra Pahl kann sich verschiedene Formen einer Veranstaltung vorstellen. „Vielleicht bilden unsere Schüler eine Menschenkette“, schlägt sie vor.

Wichtig sei, dass der Kampf gegen Rassimus in Deutschland, in Amerika und auf der ganzen Welt zum Thema gemacht wird.