Kinderbetreuung in Radevormwald Die Nachfrage nach Kita-Plätzen ist groß

Radevormwald · Die Kindertagesstätte Wuppermäuse öffnete am Samstag erstmals seit Pandemieausbruch ihre Türen, um interessierten Eltern Einblicke in die Einrichtung zu gewähren.

 Marie Picone (l.) führte interessierte Eltern durch den Kindergarten.

Marie Picone (l.) führte interessierte Eltern durch den Kindergarten.

Foto: Jürgen Moll

Joana Orf (29) ist auf der Suche nach einem Kita-Platz für ihren einjährigen Sohn Lennard. Erst kürzlich ist die junge Familie von Münster nach Radevormwald gezogen. Zeit sich in den Einrichtungen umzuschauen, hatte die Mutter bislang nicht, denn viele Kitas, wie eben auch die Wuppermäuse, boten aus Infektionsschutzgründen lange keine Besichtigungen an. Für Orf und ihren Sohn ist die Kita am Raderberg daher eine der ersten Einrichtungen, die sie besucht.

Lennard scheint es auch auf Anhieb zu gefallen, läuft gleich los, um das Haus zu erkunden und kommt nach einigen Minuten zufrieden zurück: „Mama, das hat Spaß gemacht“, sagt er. Im nächsten Jahr, so der Wunsch der Mutter, soll er in die Kita. Um sicherzugehen, dass Lennard im kommenden Jahr einen Platz bekommt und alle Möglichkeiten auszuschöpfen, hat Orf ihren Sohn bereits in neun Einrichtungen angemeldet, verrät sie. Denn obwohl ihr die Wuppermäuse aufgrund der Nähe zum Wohnort und der überschaubaren Größe der Kita am meisten zusagen, glaubt sie kaum daran, dass ihr Sohn hier einen Platz bekommt. „Das Interesse ist ja schon sehr groß, wie wir gehört haben“, sagt die 29-Jährige. „Auf zehn Plätze kommen 40 Anmeldungen.“

Die große Nachfrage bestätigt auch Einrichtungsleiterin Anny-Schirin Huber. „Ich empfehle den Eltern eigentlich gleich nach der Geburt ihre Kinder für einen Kita-Platz anzumelden“, sagt die Leiterin. Nur so bestehe eine tatsächliche Chance, zwei Jahre später auch den Wunschplatz zu bekommen. Die Nachfrage sei auch während der Pandemie groß gewesen, doch jetzt, wo es die Lage einigermaßen wieder ermöglicht, hatte sie sich mit ihrem Team für einen Tag der offenen Tür entschieden, um den interessierten Eltern einen Sammeltermin für einen Besuch zu ermöglichen. „Viele Eltern interessieren sich für unsere Einrichtung, zum einen, weil wir evangelisch sind oder weil sie nah an der Kita wohnen, aber auch, weil wir vergleichsweise klein sind.“ Gerade einmal aus zwei Gruppen mit derzeit insgesamt 42 Kindern zwischen zwei und sechs Jahren bestehen die Wuppermäuse. Lange Zeit fehlte hier während der Hochphase der Pandemie ausreichend Fachpersonal, sodass die Betreuungszeiten zwischendurch sogar verkürzt werden mussten, berichtet Huber. „Glücklicherweise sind wir ab dem 1. Oktober dann wieder voll besetzt.“ Drei Fachkräfte pro Gruppe und zusätzlich zwei Praktikanten gehören dann zum Team.

Doch nicht nur personell hat sich die Kita Wuppermäuse neu aufgestellt. Auch der Träger hat sich verändert, verrät Presbyterin Martina Domann. Unterlag die Kita vorher ausschließlich der Verwaltung durch das ehrenamtliche Presbyterium der Evangelischen Gemeinde Remlingrade-Dahlerau, gehören die Wuppermäuse seit diesem Sommer nun – wie auch schon das Familienzentrum Kottenstraße, die integrative Kita an der Uelfestraße sowie die Kita Himmelwiese – zum Evangelischen Kindertagesstättenverband Radevormwald unter der Leitung von Dieter Möhring. „Das erleichtert uns die Arbeit wesentlich“, sagt Domann. Bei steigenden Anforderungen und Vorgaben, sei es nahezu unmöglich, als Laie im Ehrenamt eine Kita zu führen. Um den Qualitätsansprüchen gerecht zu werden und auch den Kita-Mitarbeitern kompetente Ansprechpartner zur Seite zu stellen, habe sich die Gemeinde dazu entschieden, dem Verband beizutreten.

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