Kundgebungen in Radevormwald Demokratie-Bündnis lädt zum Friedensgebet ein

Radevormwald · Das Bündnis für Demokratie ruft für Samstag dazu auf, für Frieden und den Zusammenhalt der Gesellschaft ein Zeichen zu setzen. Zeitgleich findet eine AfD-Veranstaltung im Bürgerhaus statt.

Der stellvertretende Bürgermeister Gerd Uellenberg wird eine Ansprache halten.

Der stellvertretende Bürgermeister Gerd Uellenberg wird eine Ansprache halten.

Foto: Jürgen Moll

Das Radevormwalder Bündnis für Demokratie, das von Bürgermeister Johannes Mans und seinen zwei Stellvertretern Gerd Uellenberg und Sigrid Augst-Hedderich gegründet wurde, lädt für Samstag, 30. September, um 17 Uhr in die reformierte Kirche am Markt ein.

„Wir wollen an dem Vorabend des Erntedankfestes die Menschen aus den Ländern in den Blick nehmen, die in Kriegsgebieten und in den Gebieten von den jüngsten Naturkatastrophen leben“, erklärt der stellvertretende Bürgermeister Gerd Uellenberg, der zu diesem Anlass auch eine Ansprache halten wird. „Dabei geht es aber auch angesichts der aktuellen Entwicklungen um den Frieden und den Zusammenhalt der Gesellschaft in unserem Land“. Unterstützt wird die Veranstaltung in der Kirche von der Radevormwalder Ökumene sowie den anderen Partnern des Bündnisses.

Es ist nicht die einzige Kundgebung, die am Samstagnachmittag in der Innenstadt stattfindet. Der „Runde Tisch gegen Rechts“ unter seinen kommissarischen Vorsitzenden Fritz Ullmann und Detlef Förster hat zu einem Protest gegen eine AfD-Veranstaltung aufgerufen, die um 17.30 Uhr im Mehrzweckraum des Bürgerhauses stattfinden wird. Dort soll der AfD-Abgeordnete Kay Gottschalk einen Vortrag halten.

Ullmann hatte die Einwohner von Radevormwald aufgerufen, sich an dem Protest zu beteiligen, speziell das im vergangenen Jahr gegründete Bündnis für Demokratie. Dessen Mitglieder distanzieren sich allerdings von dem „Runden Tisch“.

In der Einladung des Bündnisses für Demokratie wird die AfD-Veranstaltung nicht erwähnt, allerdings lässt sich das Uellenberg-Zitat zum Zusammenhalt im Lande als Anspielung auf die Partei deuten, die in großen Teilen als rechtsextrem gilt. Das Oberverwaltungsgericht in Münster hatte erst am Mittwoch entschieden, dass der Verfassungsschutz die AfD weiterhin als Verdachtsfall einstufen kann.

In der jüngsten Ratssitzung hatte Petra Ebbinghaus, Ratsmitglied für die Alternative Liste (AL) gefragt, ob das Bündnis für Demokratie nicht ein Zeichen gegen die AfD-Veranstaltung setzen wolle. Johannes Mans machte klar, dass er nicht Seite an Seite mit dem „Runden Tisch“ demonstrieren werde: „Ich lasse mich von Herrn Ullmann nicht dorthin zitieren!“

Fritz Ullmann war bis zur letzten Kommunalwahl Ratsmitglied für das „Linke Forum“, das in Verbindung zur Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD) steht. Diese gilt als linksextrem und wird ebenfalls vom Verfassungsschutz beobachtet.

(s-g)