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Radevormwald: Das plant der Bergische Geschichtsverein

Radevormwalder Historie : So plant der Geschichtsverein in der Pandemie

Eine vorgesehene Tagesfahrt nach Duisburg fällt aus, ein Online-Vortrag über Friedrich Engels am 20. August wird jedoch stattfinden.

Wer sich mit den verschiedenen Epochen der Vergangenheit beschäftigt, der liest immer wieder von Zeiten, in denen Epidemien eine Herausforderung für Nationen wurden. Die Mitglieder des Bergischen Geschichtsvereins (BGV) müssen sich, wie andere Akteure im kulturellen Leben, ebenfalls seit Monaten mit den Bedingungen einer Pandemie herumschlagen.

Hans Golombek, der Vorsitzende der Radevormwalder Abteilung des BGV, informiert nun über die anstehenden Veranstaltungen der Geschichtsfreunde in der Bergstadt. Und leider muss er wegen der Corona-Pandemie erneut einen Ausfall vermelden: Am 18. September wollten die Mitglieder eigentlich eine Tagesfahrt nach Duisburg-Ruhrort unternehmen, unter dem Motto „Rhein und Ruhr: Industrie und Binnenschifffahrt“. „Wegen der wieder unsicheren und unklaren Pandemie-Situation muss auch diese Exkursion leider abgesagt werden“, bedauert der Vorsitzende.

Eine andere Veranstaltung soll dagegen stattfinden, und zwar, damit sich niemand mit dem Virus ansteckt, als Online-Vortrag. Professor Dr. Stefan Gorißen, Hochschullehrer an der Universität Bielefeld und Vorsitzender der Historischen Kommission des Bergischen Geschichtsvereins, wird über Zoom am Freitag, 20. August, um 19.30 Uhr, über folgendes Thema sprechen: „200 Jahre Friedrich Engels. Neue historische Perspektiven auf eine bergische Person der Weltgeschichte“. Bekanntlich jährte sich im November 2020 der Geburtstag des großen Vordenkers des Sozialismus aus Wuppertal-Barmen. Die Pandemie machte leider vielen Plänen, diese weltbekannte bergische Persönlichkeit zu ehren, einen Strich durch die Rechnung. „Der Vortrag wird auf die wissenschaftliche Tagung in Wuppertal im März 2020 zurückblicken, die sich zum Ziel gesetzt hatte, von der Wirkungsgeschichte ausgehend die Persönlichkeit Friedrich Engels zu historisieren, ihn als Mensch des 19. Jahrhunderts, der wesentliche Erfahrung in seiner Jugendzeit im Bergischen Land machte, zu verstehen und ihn zugleich als Autor ernst zu nehmen, also danach zu fragen, was er uns heute noch als Ökonom, Philosoph und Journalist zu sagen hat“, heißt es in der Ankündigung.

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Zwei weitere historische Vorträge sind noch im Laufe des Jahres geplant. „Und diese möchten wir nach jetzigem Stand als Präsenzveranstaltungen durchführen, also wie gewohnt im Mehrzweckraum des Bürgerhauses“, erklärt Hans Golombek im Gespräch mit dieser Redaktion. Im Oktober wird Lutz Aldermann historische Bilder seines Vaters, Hans Aldermann, des ersten Redakteurs der Bergischen Morgenpost in Radevormwald, präsentieren und erläutern. Im November dann soll es einen Vortrag über die Müngstener Brücke geben.

Auch eine Publikation wollen die Mitglieder des Bergischen Geschichtsvereins in Radevormwald in diesem Jahr veröffentlichen. „Ich sitze gerade über den Korrekturen“, sagt Hans Golombek. Es handelt sich über ein Buch über den Bau der Ennepetalsperre. BGV-Vorstandsmitglied Bernhard Priggel hat sich bereits seit Längerem mit diesem Thema beschäftigt und unter anderem einen Vortrag darüber gehalten. Das geplante Buch wird aber darüber hinausgehen: „Ihm sind in der Zwischenzeit neue Quellen zur Verfügung gestellt worden, unter anderem aus Schwelm“, sagt der Vorsitzende. Trotz Pandemie können sich die Mitglieder des Vereins und die interessierte Öffentlichkeit also für die nächsten Monate auf Spannendes aus der regionalen Historie freuen.