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Radevormwald: Das leisten Mitarbeiter der Pflege in Sana Krankenhaus

Krankenhaus in Radevormwald : Was eine Pflegerin in diesen Tagen leistet

Der 12. Mai ist der Internationale Tag der Pflege. Auch im Sana Krankenhaus arbeiten die Pflegerinnen und Pfleger derzeit unter den besonderen Bedingungen der Pandemie. Eine von ihnen ist Stephanie Grädig.

Für Stephanie Grädig bringt jeder Tag neue Herausforderungen. Sie arbeitet auf der mit sechs Betten ausgestatteten Intensivstation des Sana Krankenhauses Radevormwald. Heute ist der Internationale Tag der Pflege – Gelegenheit, auf die Leistung von Frauen und Männern und der Pflege hinzuweisen.

Die gelernte Krankenschwester folgte vor fast 36 Jahren ihrem Herzen. „Ich wollte immer Menschen helfen und habe schon mit 15 Jahren Schulpraktika in der Altenpflege gemacht“, sagt die gebürtige Velberterin. Als die Schule fertig ist, steht die Berufswahl längst fest: Sie beginnt eine dreijährige Krankenpflege-Ausbildung und arbeitet nach dem Abschluss sechs Jahre auf einer Intensivstation. Aber Stephanie Grädig hat noch viel vor, sie macht das Abitur, beginnt zu studieren und arbeitet aushilfsweise im Krankenhaus. Dann kommen kurz hintereinander ihre zwei Mädchen zur Welt, heute 21 und 23 Jahre alt. „Und da ich bin in die häusliche Krankenpflege gewechselt, die mich 20 Jahre meines Lebens begleitet und ausgefüllt hat.“ Über zehn Jahre war die 51-Jährige hier auch Pflegedienstleitung im ambulanten Bereich.

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Mitten in der Pandemie bewirbt sich Stephanie Grädig, die seit sechs Jahren in Radevormwald lebt, auf eine Stellenanzeige in der Pflege. Pflegedirektorin Roswitha Gross erkennt sofort ihre Qualifikationen, auch, weil Stephanie Grädig zwar lange nicht im Krankenhaus, aber immer in der Pflege gearbeitet hat. Seit September 2020 gehört sie zur Sana Familie. Nachdem sie einige Male auf der Intensivstation ausgeholfen hat, spricht sie Roswitha Gross erneut an, denn sie möchte von Station 2 wechseln. Stephanie Grädig: „Die Intensivstation ist einfach meine Berufung.“

Die Pandemie hat ihren Pflegealltag verändert: In der vergangenen Woche ist ein Patient verstorben. Ein anderer hat die britische Variante und hustet sehr viel. Für das Pflegepersonal spielt das keine Rolle: In voller Schutzkleidung werden die Patienten versorgt: Mund- und Körperpflege, Infusion, Beatmung und vieles mehr sind erforderlich und werden erledigt.

Der Pflegeberuf ist anstrengend – körperlich und seelisch. Kaum jemand bleibt bis zum Renteneintritt. Auch Stephanie Grädigs Rücken ist kaputt. Mit Yoga und Sport versucht sie, fit zu bleiben. Und sie hat Asthma. Das war bisher kein Problem. Jetzt muss sie acht Stunden eine FFP2-Maske tragen, und das macht sich bemerkbar.

Eine Heldin des Alltags will Stephanie Grädig nicht sein. „Aber mehr Wertschätzung für unsere Arbeit würde ich mir schon wünschen, auch in finanzieller Hinsicht. Viele Kolleginnen und Kollegen arbeiten am Limit und können auch zu Hause nicht mehr abschalten. Die Schicksale nimmt man mit nach Hause.“

Das Pflegeteam am Sana Krankenhaus Radevormwald ist für sie schon nach kurzer Zeit „wie eine Familie“. Man hilft sich und lässt niemanden im Stich. Stephanie Grädig: „Und dann, wenn unsere Patientinnen und Patienten die Intensivstation verlassen und auf die Normalstation verlegt werden können, freue ich mich über jedes strahlende Gesicht. Ich würde den Beruf sofort wieder wählen!“

(s-g)