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Radevormwald: Das ist der neue Leiter des Pädagogischen Dienstes

Jugendamt im Radevormwald : Partner für Kinder und Eltern in Krisen

Der Pädagogische Dienst des Jugendamtes wird seit dem 1. Januar von Keith Gehling geleitet. Transparente und vertrauensvolle Arbeit ist für den 54-Jährigen die Grundlage, wenn es um die Hilfe für Betroffene geht.

Der Pädagogische Dienst des Jugendamtes in Radevormwald steht Kindern, Jugendlichen und Eltern zur Seite, die Hilfe und Unterstützung benötigen. Für die Leitung dieses Bereichs ist nun Keith Gehling verantwortlich. Er arbeitet seit 2019 in Radevormwald und hat Soziale Arbeit studiert und außerdem eine Weiterbildung zum Traumapädagogen absolviert.

„Der Pädagogische Dienst unterstützt Familien zum Beispiel in Erziehungsfragen, hilft bei Trennung oder Scheidung und hat dabei immer das Kindeswohl im Blick“, sagt der 54-Jährige. Beratungen führt der pädagogische Dienst im Jugendamt an der Kaiserstraße durch, aber auch in den Schulen, Kindertagesstätten oder in sozialen Einrichtungen, wie den Jugendräumen. Der Austausch mit den Lehrern und Erziehern sowie den Jugendarbeitern der Stadt ist wichtig für die Mitarbeiter des Jugendamtes. „Lehrer und Erzieher sind oft Vertrauenspersonen für Kinder und ihre Eltern. Über sie werden wir häufig um Hilfe gebeten. Die Kontaktaufnahme funktioniert aber auch über Verwandte und Freunde oder die betroffene Familie selber. Informiert werden wir auch von der Polizei unter anderem bei Einsätzen aufgrund von häuslicher Gewalt.“

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Keith Gehling ist die transparente Kommunikation zwischen den Familien, ihren Kindern und anderen Gesprächspartnern, zum Beispiel freien Trägern, wichtig. „Die Familien werden über laufende Gespräche informiert und haben immer die Möglichkeit zur Beteiligung. Unser Anspruch ist es immer das familiäre Umfeld zu erhalten und Kinder in ihrem gewohnten Umfeld zu lassen. Ausnahmen stellen Fälle dar, in denen Kindeswohlgefährdung besteht.“

Der Schwerpunkt des Pädagogischen Dienstes liegt in der Jugendhilfe. Zu dem Aufgabenfeld gehören nicht nur Beratungen, sondern auch die Vermittlung von Hilfen, zum Beispiel in Form von stationären Jugendhilfemaßnahmen oder Angeboten der „Herbstmühle“, Begleitung in gerichtlichen Verfahren sowie die Durchführung von Pflegschaften und Vormundschaften für Kinder und Jugendliche. Auch die frühen Hilfen durch das Familienbüro gehören zu dem Pädagogischen Dienst. Maßnahmen, die Familien helfen sollen, werden in dem Team um Keith Gehling immer diskutiert und gemeinsam beschlossen. „Zu dem Pädagogischen Dienst gehören acht Mitarbeitende, die regelmäßig beraten und sich austauschen. Wir nehmen uns Zeit für die Familien, die unsere Unterstützung brauchen und führen sie mit Fingerspitzengefühl an unsere Ideen und Hilfen heran.“

Die Corona-Pandemie wirkt sich auf das soziale Zusammenleben der gesamten Gesellschaft, aber auch auf die Beziehungen innerhalb von Kernfamilien aus. „Die Pandemie ist eine belastende Situation für alle und dadurch besteht ein anderer Hilfebedarf. In Radevormwald zeichnet sich das, wie in allen anderen Städten ab. Hier lebt der Querschnitt der Gesellschaft.“

Die ländliche Struktur der Kleinstadt wirke sich weniger auf die Probleme der Familien, als auf die Struktur der Jugendhilfe aus. „In Kleinstädten gibt es die Probleme in Familien, die es auch in großen Städten gibt. In Radevormwald ist es wichtig, dass wir vor Ort präsent sind, weil die Wege oft lang sind.“

Keith Gehling und seine Kollegen fahren deswegen oft in die Kitas und in die Schulen der betroffenen Familien oder nutzen Einrichtungen, wie das Jugendzentrum „Life“ auf der Brede als neutralen Treffpunkt. Familien, die dem Jugendamt ihr privates Umfeld öffnen und sich mit ihren Problemen den Mitarbeitern anvertrauen, helfen bei der Lösung von Konflikten. Wer Rat oder Unterstützung in dem Umgang mit seiner Familie benötigt, kann sich vertrauensvoll an den Pädagogischen Dienst wenden.