Radevormwald: Das ist das Ende des Tante-Emma-Ladens

Ansichtssache aus Radevormwald : Die Welt der „Tante-Emma“-Läden kehrt nicht zurück

Die ersten Ergebnisse des überarbeiteten Einzelhandelsgutachten bestätigen, dass kleinere Geschäfte die Verlierer der vergangenen Jahre sind.

Es ist zwar ein Zufall, dass diese beiden Geschichten in dieser Woche in der BM erscheinen, aber sie haben miteinander zu tun: Ein Planungsbüro aus Dortmund hat ein Zwischenergebnis bei der Erstellung des überarbeiteten Einzelhandelskonzeptes präsentiert. Und ein Radevormwalder Traditionsbetrieb, die Bäckerei Bremicker, nimmt Ende des Monats Abschied von den Kunden. Da passt es ins Bild, dass der Experte des erwähnten Planungsbüros darauf hinwies, dass die kleineren Geschäfte in Rade seit 2011 weniger geworden sind.

Die meisten Menschen erledigen ihre täglichen Einkäufe heute in Discountern und Frischemärkten. Der alte „Tante-Emma-Laden“ war schon Ende des vergangenen Jahrhunderts ein nostalgischer Traum, der höchstens noch im Werbespot auftauchte. Nun hat es wenig Sinn Zeiten nachzutrauern, die nicht wieder kommen. Schließlich schätzen viele Menschen heute an großen Märkten auch das „Einkauferlebnis“ – ein Begriff, den Tante Emma noch nicht kannte.

Einen Wocheneinkauf ohne Auto, in dem man die Taschen nach Hause schaffen kann, können sich die Meisten nicht mehr vorstellen. Und trotzdem berührt es viele Menschen, wenn ein Geschäft, in dem schon die Großeltern eingekauft haben, schließt.

Im vergangenen Jahr zog ins Untergeschoss der GGS Stadt ein Kindergarten ein – damit war das erste „Bildungshaus“ in Rade perfekt. Die Freude darüber überdeckte einige Zeitlang ein Problem, das die Schulleitung schon seit längerem beklagt: Es fehlt an Platz für die Ganztagsbetreuung. Durch Beschwerden von Eltern, die sich nun im Internet darüber beschwerten, dass sie für ihre Sprösslinge keinen Betreuungsplatz erhalten, ist das Thema nun wieder in den Fokus gerückt.

Schulleiterin Jutta Felderhoff befindet sich in einer ungemütlichen Lage. Einerseits muss sie sich mit Vorwürfen befassen, die nicht immer gerecht sind. Die Rektorin versichert, dass in manchen Fällen die nun verärgerten Eltern die Anmeldefristen verschlafen haben. Andererseits muss sie die Stadt als Träger der Schule daran erinnern, dass es diese Probleme gibt, und dass eine Lösung gefunden werden muss.

Verschärft wurde die schwierige Situation, als im vergangenen Jahr die Frage des Urheberrechts des Architekten die Stadtverwaltung überraschte. Damit waren die Pläne, im Bereich der GGS Stadt baulich etwas zu verändern fürs erste gescheitert – es muss ein Neuanfang kommen. Eine Lösung für die OGS ist dann im Sinne aller Beteiligten, sonst geht die unerquickliche Diskussion weiter.