Ansichtssache Radevormwald darf nicht zu „Rechtsvormwald“ werden

Meinung | Radevormwald · Wird Radevormwald etwa eine Anlaufstelle für rechtsgerichtete Kreise? Das wäre für den Ruf der Stadt auf der Höhe mehr als desaströs.

Stefan Gilsbach

Stefan Gilsbach

Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Eins muss man den Inhabern des Landhauses Önkfeld lassen: Die Veranstaltungen in ihrer Gaststätte sind spektakulär. Im März soll der schrille Komiker Kay Ray dort auftreten, auf der Facebook-Seite wird zudem mit dem Lack-und-Leder-Model „Miss Püppi Topas“ geworben, und vergangene Woche war der ehemalige Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen zu Gast. Unter anderen Umständen könnte man diese Zusammenstellung herrlich ulkig finden.

Doch spätestens seit bekannt wurde, dass Vertreter der Werteunion an einem rechtsextremen Treffen in Potsdam teilgenommen haben, ist das leider nicht mehr zum Lachen. Eine dieser Personen war Simone Baum, bislang noch Mitglied der CDU-Oberberg und zugleich des Bundesvorstandes der Werteunion. Zu diesem Gremium gehört auch Peter Matschuk, der Ennepetaler Unternehmer, der in Önkfeld den Vorsitz jener neuen Vereinigung übernommen hat, die nun Unternehmer für die Werteunion gewinnen will.

Gute Werbung für die schöne Ortschaft Önkfeld ist das nicht, ebensowenig für Radevormwald. Es wäre schade, wenn die Stadt als Zentrum rechter Umtriebe von sich reden machen würde. Zum Glück zeigt sich nach der Berichterstattung unserer Redaktion in der Stadt ein deutlicher Wille, das zu verhindern.

In vielen Städten Deutschlands gehen nun Menschen auf die Straße, um gegen die rechte Bedrohung zu protestieren. Auch im Bergischen sind Demos geplant, Pläne dafür gibt es nun ebenfalls in Radevormwald. Die Radikalen und ihre Verbündeten, darunter das trübe Völkchen der „Querdenker“, sind bislang auf zu wenig Widerstand gestoßen. Es ist Zeit zu handeln. Sonst droht unsere freie, demokratische Bundesrepublik zu einer Autokratie am Gängelband des russischen Diktators Putin zu werden. In einem solchen düsteren Deutschland hätten bunte Vögel wie Kay Ray und „Miss Püppi Topas“ wohl keinen Platz mehr.

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