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Radevormwald: CDU wählt offiziell Jürgen Fischer zum Bürgermeisterkandidaten

Politik in Radevormwald : Jürgen Fischer ist nun offiziell Kandidat

Mit 31 von 34 Stimmen wurde der Ümminghauser als Herausforderer von Johannes Mans bestätigt. Bei der Wahl der Kandidaten für die Wahlkreise zeigt sich deutlich ein Generationswechsel in der Rader CDU.

Jürgen Fischer ist auf der Mitgliederversammlung der Radevormwalder CDU mit klarer Mehrheit nun auch offiziell als Bürgermeisterkandidat gewählt worden. Von den 35 stimmberechtigten Anwesenden im Saal des Bürgerhauses wurden in geheimer Wahl 34 gültige Stimmen abgegeben, 31 Mitglieder stimmten für Fischers Kandidatur, es gab zwei Nein-Stimmen und eine Enthaltung. Fischer bedankte sich für die Unterstützung und erklärte: „Ich hoffe, dass ich als Kandidat auch jene überzeugen kann, die mit Nein gestimmt haben.“

Zuvor hatte der Kandidat, der keine Mitbewerber hatte, sich noch einmal allen Teilnehmern der Sitzung mit seiner Biographie vorgestellt und seine Ziele erläutert. Fischer betonte seine Verwurzelung in Radevormwald, bis auf acht Jahre in Remscheid, habe er sein ganzes Leben lang in Ümminghausen gewohnt.

Er bewerbe sich um das Amt des Bürgermeisters, weil er in der Amtsführung des aktuellen Stadtoberhauptes Johannes Mans Qualitäten wie „klare Positionen, Transparenz und Eigeninitiative“ vermisse, so Fischer. Dass Mans sich nun unterstützen lasse von Kräften wie der Alternativen Liste, „die ihn nach Radevormwald geholt und dann fünf Jahre lang über ihn geschimpft hat“, sei schwer nachvollziehbar. Auch gebe es Kritik an Mans’ Amtsführung aus dem Rathaus, erklärte Fischer. „Die Mitarbeiter dort brauchen Vertrauen und Rückendeckung.“ Bei aller Kritik komme er aber mit dem Bürgermeister gut aus und setze er auf einen fairen Wahlkampf.

Als seine Stärken führte der Kandidat unter anderem seine gute Vernetzung in der Stadt an, auch seine Fähigkeit, Menschen und Parteien an einen Tisch zu bringen und zwischen verschiedenen Interessen zu vermitteln.

Als konkrete Vorhaben im Fall seiner Wahl kündigt Jürgen Fischer eine rasche Vermarktung des Baugebietes Karthausen an. Hier habe Bürgermeister Mans durch Debatten über verschiedene Varianten und das Hinzuziehen einer „Professorin aus Köln“ wertvolle Zeit verloren. Was die Grundschulen Lindenbaum und Bergerhof betrifft, will Fischer anstatt auf einem Neubau auf die Lösung einer Erweiterung vor Ort setzen. Weitere Vorhaben seien ein Ausbau der Digitalisierung der Verwaltung, eine Fortsetzung der Förderprojekte für die Innenstadt und die Wupperorte und die Weiterführung des Klimaschutzkonzeptes – letzteres allerdings mit Augenmaß und nicht mit den oft kleinlichen Forderungen der Grünen-Fraktion. Auch ein Stadtteilkonzept für die Südstadt fasst Jürgen Fischer ins Auge und erinnert an die Probleme mit fragwürdigen Immobilienunternehmen, wie sie auch auf der Brede aktiv seien.

Was das Thema Haushalt angeht, so erklärte der Kandidat, dass derzeit noch nicht seriös einzuschätzen sei, welche Folgen die Corona-Pandemie auf die kommunalen Finanzen haben werde. „Wir werden auf die Zahlen warten und möglicherweise im Herbst über einen Nachtragshaushalt sprechen.“

Als Fazit seiner Vorstellung erinnerte Fischer daran, dass die CDU in den vergangenen Jahrzehnten bei den Kommunalwahlen zwar stets die stärkste Fraktion geworden sei, aber nicht den Bürgermeister gestellt habe: „Das möchte ich ändern!“ Bei der anschließenden Abstimmung über die Direktkandidaten für die Wahlkreise erhielten alle aufgestellten Kandidaten das nötige Votum. Bemerkenswert ist der deutliche Generationswechsel bei den Kandidaten, ein großer Teil von ihnen rückt aus der Jungen Union nach. Folgende CDU-Mitglieder treten für ein Ratsmandat an: Sebastian Schlüter (Wahlkreis 010), Saskia Burgmann (020), Nicolai Rüggeberg (030), Christoph Schlüter (040), Tobias Jeschke (050), Rolf Schulte (060), Antje von der Mühlen (070), Dejan Vujinovic (080), Ingrid Bartholomäus (090), Dr. Jörg Weber (100), Sebastian Dickoph (110), Sandro Feuerpeil (120), Dennis Jaroschek (130), Sabine Plasberg-Keidel (140), Florian Langfeld (150), Jürgen Fischer (160), Dietmar Busch (170) und Gerd Uellenberg (180).

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