Politik in Radevormwald „Mister CDU“ feiert seinen 85. Geburtstag

Radevormwald · Edmund Biekowski hat Politik in Radevormwald und im Kreis jahrzehntelang mitgeprägt. Auch im Alter erlischt sein Interesse daran nicht.

 Edmund Biekowski (sitzend) im Kreise von Familienangehörigen und Weggefährten (v.l.) Edeltraut Weber, Erni Huckenbeck, Dr. Jörg Weber, Annette Biekowski, Simon Woywod, Gerd Uellenberg, Karl Schmidt und Ursula Mahler .

Edmund Biekowski (sitzend) im Kreise von Familienangehörigen und Weggefährten (v.l.) Edeltraut Weber, Erni Huckenbeck, Dr. Jörg Weber, Annette Biekowski, Simon Woywod, Gerd Uellenberg, Karl Schmidt und Ursula Mahler .

Foto: Jürgen Moll

Edmund Biekowski gehört nicht zu den Leuten, die man mundfaul nennen könnte. Auch im Alter ist er jemand, der seine Meinung hörbar kundtut. So kennen die Weggefährten den CDU-Politiker seit Jahrzehnten. „Im Rat war er immer einer Lautesten“, bestätigt Karl Schmidt, einer der politischen Weggefährten, die am Montag zum 85. Geburtstag gratulierten. In Vertretung des Bürgermeisters überbrachte Beigeordneter Simon Woywod am späten Vormittag mit einem Blumenstrauß die Glückwünsche der Stadt. Landrat Jochen Hagt hatte bereits telefonisch dem ehemaligen Kreistagsmitglied gratuliert. Und Gerd Uellenberg, Vorsitzender der Radevormwalder CDU, überreichte dem Jubilar als Geschenk einen Korb mit Delikatessen.

Politik in der Stadt und auf Kreisebene hat Rades „Mister CDU“ jahrzehntelang in vorderster Reihe gestaltet. So war er von 1965 bis 1968 Vorsitzender der Jungen Union Radevormwald, von 1966 bis 1973 stellvertretender Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes und von 1973 bis 1999 dessen Vorsitzender. Im Stadtrat war er von 1969 bis 1992 Mitglied, vertrat Radevormwald zudem jahrelang im oberbergischen Kreistag, außerdem zählte er zum Bezirksplanungsrat.

Ursula Mahler, SPD-Kreistagsmitglied und langjährige stellvertretende Landrätin, war am Montag ebenfalls zur Geburtstagsfeier bei den Biekowskis erschienen. Und sie erzählt eine Anekdote, die typisch für den mitteilungsfreudigen CDU-Mann ist: „Einmal bat Edmund mich, ihn mit dem Auto nach Gummersbach mitzunehmen, er hatte den Autoschlüssel versehentlich im Kofferraum gelassen.“ Auf der Hin- wie auf der Rückfahrt habe der Kreistagskollege ohne Pause auf sie eingeredet – nur unterbrochen durch den ständigen Hinweis „Rechts ist frei!“ Biekowski lacht. „Das können Sie ruhig bringen“, sagt er in Richtung des Reporters.

In der Zeit seiner politischen Tätigkeit veränderte sich viel in Radevormwald. Nord- und Südstadt wurden gebaut, und die Bergstadt, zuvor im Kreis Rhein-Wupper, wurde 1975 ein Teil des Oberbergischen Kreises. Viele Radevormwalder fremdelten mit dieser Entwicklung. Biekowski sah es pragmatisch: „Auch im Rhein-Wupper-Kreis war Radevormwald in einer Randlage.“ Die Alternativen seien gewesen, nach Remscheid eingemeindet zu werden oder zum westfälischen Ennepe-Ruhr-Kreis zu kommen.

Einst zählte Edmund Biekowski zu den „Jungen Wilden“ in der CDU der Region. Heute, als „Urgestein“, würde er sich manchmal wünschen, dass die Jugend mehr Respekt für die Alten aufbringt. Sicher, auch seine Generation habe sich forsch für das Neue eingesetzt. „Aber wir haben die Älteren trotzdem respektiert“, betont er.

Vieles, das heute für die Bürgerinnen und Bürger in Radevormwald selbstverständlich ist, geht auf die Initiative des Jubilars zurück, zum Beispiel die Fraktionssprechstunden und die Veröffentlichung der vierteljährlichen Stadtbroschüre. Die Dampflok für den Verein Wupperschiene wurde von ihm, der bei der Bahn angestellt war, aus Halle an der Saale geholt. Über mehr als 15 Jahre hinweg hat Edmund Biekowski zudem Ost-West-Seminare in Berlin organisiert. Insgesamt nahmen aus Radevormwald und der Region im Laufe der Zeit 25.000 Menschen daran teil, mehr als die Bergstadt Einwohner hat. Für diese Leistung erhielt Biekowski das Bundesverdienstkreuz. Engagiert war er auch im Rechtswesen, als Schöffe.

Erni Huckenbeck, ehemalige Bürgermeisterin von Radevormwald, zählte am Montag ebenfalls zu den Geburtstagsgästen. Sie hebt die Leistungen Edmund Biekowski für die CDU hervor: „Er hat sehr viele neue Mitglieder für den Stadtverband gewinnen können.“

Bei einem so umfassenden politischen Wirken sei für Engagement in Vereinen wenig Zeit geblieben, sagt Edmund Biekowski im Rückblick. Doch von Jugend an hat er begeistert Schach gespielt, auch vor Ort im Club. Eine weitere Leidenschaft war das Fahrradfahren, auf das er wegen einer Herzerkrankung inzwischen leider verzichten muss. Dieses Hobby führte ihn weit übers Bergische hinaus, nach Châteaubriant und bis ans Nordkap.

Auch im Ruhestand verfolgt der 85-Jährige mit großen Interesse die Politik in der Stadt und dem Kreis. Regelmäßig sitzt er bei den Ratssitungen in Radevormwald auf der Tribüne und verfolgt die aktuellen Debatten, schaltet sich auch mit Briefen ein, in denen er auf Missstände aufmerksam macht. Natürlich wird er auch beim Neujahrsempfang der CDU am 30. Januar dabei sein. „Er war der Erste, der sich angemeldet hat“, versichert Gerd Uellenberg.

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