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Radevormwald: Brodesser sieht gute Chancen für Laschet

Bundes-CDU wählt neuen Vorsitzenden : Brodesser sieht gute Chancen für Laschet

Der CDU-Bundestagsabgeordnete und Kreisvorsitzende Carsten Brodesser gehört zu den Delegierten des Parteitages der Christdemokraten, die am Samstag einen neuen Vorsitzenden wählen.

Die Bundes-CDU wird am Wochenende einen neuen Vorsitzenden wählen. Sicher ist bislang nur, dass es ein Mann sein wird: Die drei Kandidaten sind Armin Laschet, Friedrich Merz und Norbert Röttgen. Die Wahl gilt auch als richtungsweisend für die Bestimmung des künftigen Kanzlerkandidaten.

Carsten Brodesser, CDU-Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender der CDU im Oberbergischen Kreis, gehört zu den Delegierten, die ihre Stimme für einen der Kandidaten abgeben werden. Für wen er abstimmen wird, verrät er nicht, gibt jedoch eine Einschätzung der jeweiligen Chancen. Die jüngsten Umfragen unter den Mitgliedern der Bundespartei zeigten, dass es grundsätzlich eine Sehnsucht nach einem klaren, konservativem Profil gebe. Das würde eher für Friedrich Merz sprechen. „Ich finde seine Analysen brillant“, lobt Brodesser den Kandidaten aus dem Sauerland. „Aber bei der Entscheidung für einen neuen Vorsitzenden geht es auch um die strategische Ausrichtung. Die Partei an sich ist kein Selbstzweck.“ Im Hinblick auf die Möglichkeiten, politische Mehrheiten zu finden, müsse man realistisch fragen, wie dies mit einem Kandidaten wie Friedrich Merz gelingen könnte. Wegen seines konservativen und wirtschaftsliberalen Profils wirkt Merz polarisierend. Das könnte im Wahlkampf dann eher Mitbewerbern wie der SPD nutzen, die dann auf einen Lagerwahlkampf setzen würde. Mit Armin Laschet wäre die Partei im politischen Spektrum breiter aufgestellt, analysiert Carsten Brodesser. Nach den Stimmen, die er in den vergangenen Wochen aus der Partei gehört habe, sieht der Abgeordnete für den NRW-Ministerpräsidenten gute Chancen.

Auftrieb habe in den vergangenen Wochen auch der Kandidat Norbert Röttgen erhalten. Die Tatsache, dass er eher Ambitionen auf das Amt des Außenministers als auf das des Kanzlers nachgesagt werden, spiele eine Rolle, meint Brodesser. „Es wäre denkbar, dass er im Fall seiner Wahl die Kanzlerkandidatur Markus Söder überlässt.“ Der bayerische Ministerpräsident konnte sich in der Corona-Pandemie als Krisenmanager profilieren, auch wenn sein Agieren Kritiker auf den Plan ruft.

Die Entscheidung über den neuen Vorsitzenden wird nach jetzigem Stand am Samstag, 16. Januar, fallen. Der CDU-Verband des Oberbergischen Kreises ist mit insgesamt sechs Delegierten bei der Abstimmung vertreten.
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