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Radevormwald: Berufsanfänger haben wegen Corona-Krise viele Fragen

Corona-Krise : Viele Fragen bei Berufsanfängern

Für neue Auszubildenden und Studenten hat die Corona-Krise Unsicherheit gebracht. Kevin Cords vom Jugendtreff „Life“ steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Diese Themen beschäftigen die Jugendlichen kurz vor dem neuen Lebensabschnitt.

Wann fängt meine Ausbildung an? Wie bereite ich mich auf die Aufnahmeprüfungen vor und wird mein Schulabschluss unter der Corona-Krise leiden? Das sind Fragen, die sich aktuell viele Jugendliche stellen, für die 2020 nicht nur das Jahr der Pandemie ist, sondern auch das Jahr eines Neuanfangs. Die Schüler, die in diesem Jahr ihren Schulabschluss machen und sich um einen Ausbildungs- oder Studienplatz bemühen, haben mit Unklarheiten zu kämpfen.

Kevin Cords kümmert sich für den Jugendtreff „Life“ auf der Brede um die Vermittlung zwischen Schulen, Jugendlichen und Arbeitgebern, hilft bei Bewerbungsverfahren und der Suche nach dem richtigen Beruf. In den vergangenen Wochen ist der Kontakt zu den Jugendlichen, die seine Hilfe in Anspruch nehmen nicht abgebrochen.

Der Mitarbeiter des Jugendamtes weiß, welche Fragen die Jugendlichen beschäftigen. „Nahezu alle Jugendliche, mit denen ich im Kontakt stehe, sind extrem verunsichert. Nach dem Wegfall von „Meet the Boss“ Anfang März stehen viele Jugendliche vor einer unsicheren Zukunft, da die Nachfrage von Unternehmerseite im Moment nicht da ist“, sagt Kevin Cords, der mit „Meet the Boss“ ein neues Format auf die Beine gestellt hat, das zwischen Jugendlichen und Arbeitgebern vermitteln sollte. Das „Life“ will diese Veranstaltung so schnell wie möglich nachholen. Sorgen haben aber nicht nur künftige Auszubildende, sondern auch Studenten. „Den richtigen Studienplatz für sich zu finden war vor Corona schon schwierig, aber durch die Krise sind Sprechstunden oder geplante Praktika weggefallen.“ Zu den Abiturienten, die unter der Corona-Krise leiden, gehört auch Leo Finkensieper, der Schüler am Theodor-Heuss-Gymnasium ist. Er will Sportwissenschaften und Betriebswirtschaftslehre studieren. Durch die Schließung aller Sportanlagen und Schwimmbäder kann er sich nicht optimal auf seine Aufnahmeprüfung vorbereiten. „Ich trainiere jetzt so gut wie möglich alleine und laufe viel. Optimal ist das aber nicht“, sagt der angehende Student. Um seine Abiturprüfung macht er sich hingegen wenige Sorgen. „Uns fehlen zwei Wochen Unterricht, das kann ich auffangen. Außerdem hatten wir alle wichtigen Themen für das Abitur schon vorher durch“, sagt Leo Finkensieper. So optimistisch sehen das allerdings nicht alle Schulabsolventen. Je nach persönlicher und familiärer Situation haben manche Schüler nicht die Chance, in Ruhe zu lernen oder sich auf Prüfungen vorzubereiten.

Nach der Einschätzung von Kevin Cords hat auch der Stellenmarkt für Auszubildende unter der Corona-Krise gelitten. „Seit ein paar Tagen gibt es wieder neue Anzeigen, aber davor hat sich etwa einen Monat gar nichts neues ergeben, auch nicht für das Ausbildungsjahr 2021“, sagt er.

Die Jugendlichen, die er bereits für eine Ausbildung vermittelt hat, erleben die Krise unterschiedlich. „Es wurde zum Glück noch niemand entlassen, allerdings befinden sich einige in Kurzarbeit. Ich bin mit nahezu allen in engem Kontakt, sodass ich auch von kuriosen Situationen erfahre. So muss beispielsweise ein Auszubildende täglich zu ihrer Arbeitstelle in einem Hotel fahren und kümmert sich dann mehrere Stunden darum, dass alle Wasserhähne aufgedreht werden, damit es nicht zu üblen Gerüchen kommt“, berichtet Kevin Cords. Er versucht den Jugendlichen aus Radevormwald, die seine Unterstützung brauchen, so gut wie möglich durch die Krise zu lenken.