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Radevormwald: Bergische Buchhandlung bietet Leseabend

Neues Angebot in Radevormwald : Eingeschlossen in der Buchhandlung

Die Bergische Buchhandlung am Schlossmacherplatz schloss am Freitagabend ausnahmsweise ihre Bücherfreunde nach Feierabend ein. Sie alle durften bis zum späten Abend in aller Ruhe stöbern. Das Angebot fand großen Anklang.

Einmal so richtig nach Herzenslust in einem Bücherladen stöbern zu können, wenngleich dieser längst geschlossen ist, davon träumen vermutlich viele Lesebegeisterte. Am Freitagabend wurde für viele dieser Traum wahr. Die Bergische Bücherei am Schlossmacherplatz bot im Anschluss an die reguläre Geschäftszeit noch weitere Stunden der Muße bei verschlossener Ladentür.

„Herrlich, so in der Bücherwelt stöbern und dabei alles um einem herum vergessen zu können“, schwärmte Cornelia Böhme. Sie war mit Ihrer Freundin Nina Wurm gekommen, um mit ihr zusammen in aller Ruhe in Bücher zu schauen und die Geschichtseinblicke auf den Covern zu lesen. „Wir haben gemeinsam schon zahlreiche Stöberabende erlebt. Viele Jahre sind wir dazu nach Hückeswagen gefahren. Jetzt freuen wir uns, dass dieses Angebot auch in Radevormwald startet“, waren sich die Freundinnen einig. Beide betonen, das Lesen ihr größtes Hobby sei. Bücher werden untereinander auch getauscht. „Wir werden uns an den Bücherwänden heute so richtig austoben. Bücher sind etwas feines“, so Cornelia Böhme, die sich mit digitalem Lesen noch nicht anfreunden konnte. Die beiden Frauen lobten die gemütliche Atmosphäre in der Buchhandlung.

Bei einem Glas Wein wurden unterschiedliche Geschichten bis hin zum packenden Krimi von Karla Stawicki und ihrem Team vorgestellt. Gespannt lauschten die Besucher den Vorlesern und nutzten später auch die Gelegenheit zur persönlichen Beratung. „Wir bieten natürlich immer Beratung zu Büchern an, doch lesen wir nie etwas vor“, so Karla Stawicki. Gutgelaunt begrüßte sie die vielen Besucher herzlich und entführte sie in die große Welt des Buches: „Hier darf nach Herzenslust gestöbert werden. Sie dürfen sich gerne in ein Eckchen zurückziehen oder auch das Gespräch mit uns suchen“, sagte sie.

Für Christiane Stein-Hausmann war der Besuch offensichtlich eine Herzensangelegenheit. „Endlich einmal in aller Ruhe gucken, lesen und aussuchen“, meinte sie mit einem tiefen Atemzug. Gerade erst hat sie die Seiten wechseln können. Nach jahrzehntelanger Arbeit als Leiterin der Stadtbücherei ist sie soeben zum suchenden Leser geworden. „Ich muss mich jetzt erst einmal sortieren und meinen Alltag ganz neu strukturieren“, so die neue Ruheständlerin. Sie sei gekommen, um sich inspirieren zu lassen und Neues entdecken zu können. „Das Buch dabei ist mir sehr wichtig. Und in Papierform sollte es sein“, so Stein-Hausmann.

Eine kurze Autorenlesung mit Maren Panitz bereicherte den gemütlichen Stöberabend. Die Hückeswagenerin stellte ihr erstes Buch vor, das gerade erschienen ist. „Johnny - Er geht niemals allein“ lautet der Titel, der aus heiteren, satirischen und auch kritischen Glossen einer Helikoptermama besteht. „Ich habe die achtzehn Jahre des Aufwachsens meines Sohnes in Glossen verpackt. Nun ist ein Buch daraus entstanden“, so die Autorin. Weitere Stöberabende in der Bergischen Buchhandlung sind nach Aussage von Karla Stawicki geplant.