Radevormwald: Behindern sich Bürgerbus und Quartierbus gegenseitig?

Busverkehr in Radevormwalds Wupperorten : Quartier- und Bürgerbus in Konkurrenz?

Beim Bürgerbusverein gibt es teilweise Irritationen über den neuen Quartierbus. Das Problem sei struktureller Art – und leider treffe das Verbot, Bedarfsfahrten durchführen zu können, beide Verkehrsangebote.

Seit mehreren Wochen gibt es den Quartierbus in den Wupperorten, den „Wupperaner“. Doch in den Wupperorten verkehrt auch der Bürgerbusverein mit seinem Fahrzeug. Daneben gibt es noch die öffentlichen Nahverkehrslinien der OVAG – ist das nicht ein bisschen viel? Machen sich speziell der Quartier- und der Bürgerbus Konkurrenz?

Der Quartierbus, der als „Wupperaner“ getauft wurde. Foto: Natalie Hoffmann

Zu Berichten, dass man beim Bürgerbusverein nicht ganz glücklich über den Quartierbus ist, äußert sich der Vorsitzende Eberhard Wolff. „Es gibt keine eigentliche Konkurrenz“, stellt er klar. Und man sei von Seite des Bürgerbusvereins auch nicht feindselig gegenüber dem Quartierbus eingestellt. „Wir haben sogar im Vorfeld dieses Projektes unsere Erfahrungen beigesteuert“, sagt Wolf.

Das Problem sei struktureller Art. Zum Beispiele falle es den Mitgliedern des Bürgerbusvereins schwer zu verstehen, dass der Quartierbus als Projekt des Kreises bislang nicht unter dem Druck steht, sich selber tragen zu müssen. Für die Bürgerbusse sei das jedoch so. „Der Quartierbus ist vom Kreis quasi aus dem Boden gestampft worden“, sagt Eberhard Wolf.

Eine Überschneidung der Strecke gibt es auf dem Weg von der Brede hinunter zum Wuppermarkt. „Da ist es manchen Fahrgästen schwer zu vermitteln, dass sie bei uns zahlen müssen, während sie im Quartierbus umsonst fahren können“, sagt der Vereinsvorsitzende. „Vor allem, wenn der eine Bus zwei Minuten nach dem anderen die Haltestelle anfährt.“

Doch das größte Problem, dass sowohl den Bürgerbus als auch den Quartierbus behindere, sei das Verbot bedarfsgerechte Fahrten zu unternehmen. Aus diesem Grund mussten die Bürgerbusfahrer im vergangenen Jahr darauf verzichten, Kinder für einen schönen Tag nach Schloss Burg zu fahren. „Es wird argumentiert, dass auf diese Weise Konkurrenz zur Taxi-Unternehmen entstehen würde, aber das kann ich nur schwer glauben“, sagt Wolf. Auch andere sinnvolle Fahrten, oft für gute soziale Zwecke, seien untersagt. Und so bewegten sich beide Busangebote in einem eng abgestecktem Rahmen. „Wir haben dazu eine Petition an den Landtag geschickt, aber sie wurde abgelehnt“, zeigt sich Wolf enttäuscht.

Burkhard Klein, Leiter des Bauverwaltungsamtes, weiß, dass man beim Bürgerbusverein nicht über alles glücklich ist, was mit dem Quartierbus zu tun hat. „Wir werden dafür sorgen, dass die Routen der beiden Linien sich nicht mehr tangieren“, kündigt er an. Was manche vor Ort gewundert habe, sei, dass der Quartierbus schon eingerichtet worden sei, bevor Ziele wie die neue Begegnungsstätte, das Ärztehaus und andere existierten. Doch diese Projekte seien auf dem Weg.

Im Gespräch mit Landrat Jochen Hagt, der am vergangenen Donnerstag zu Besuch in Radevormwald war, sei auch über den Quartierbus und die Resonanz auf das Angebot gesprochen worden. „Nach allem, was wir hören, wird der Bus inzwischen besser genutzt.“

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