Wupperbrücke in Dahlhausen Behelfsbrücke über die Wupper schwebt ein

Radevormwald · Im Zuge des Ersatzneubaus der Wupperbrücke Dahlhausen an der L 81 hat die Regionalniederlassung Rhein-Berg am Mittwochvormittag die Behelfsbrücke für den Fuß- und Radverkehr einheben lassen. Wir waren dabei...

Fotos Radevormwald: Behelfsbrücke in Dahlhausen eingesetzt
16 Bilder

So wurde die Brücke in Dahlhausen eingehoben

16 Bilder
Foto: Joachim Rüttgen

Die Erleichterung war Bauüberwacherin Evelyn Stratmann vom Landesbetrieb Straßenbau NRW deutlich anzumerken. Nach knapp anderthalb Stunden passte alles, das Bauwerk lag an der richtigen Position auf.

Im Zuge des Ersatzneubaus der Wupperbrücke Dahlhausen an der L 81 hat die Regionalniederlassung Rhein-Berg am Mittwochvormittag die Behelfsbrücke für den Fuß- und Radverkehr einheben lassen. Die bestehende Brücke musste deshalb gesperrt werden. Auch der Verkehr auf der Wuppertalstraße war beeinträchtigt. In Höhe der Brücke wurde die Straße halbseitig gesperrt und mit einer Baustellenampel geregelt. Wie wichtig diese Maßnahme war, zeigte ein uneinsichtiger Autofahrer eindrucksvoll, der mit deutlich überhöhtem Tempo durch die Baustelle raste. „Wir wissen, warum wir hier teilweise abgesperrt haben“, betonte denn auch Pressesprecher Rainer Herzog vom Landesbetrieb Straßenbau NRW.

Es bot sich ein durchaus imposantes Bild an der Wupperbrücke. Zwei gigantische Kräne standen sich fast wie Kontrahenten gegenüber – der eine vorm Viadukt, der andere auf der Wuppertalstraße. Über allem drehte der Milan majestätisch seine Runden, auch einige Anwohner hatten sich eingefunden, um das Spektakel zu verfolgen. Von beiden Seiten wurden die beiden Brückenteile eingesetzt – ein kleineres liegt jetzt komplett auf der Landseite auf, leicht verschwenkt, damit ein besserer Anschluss an den Gehweg garantiert ist – das wesentlich größere zur Wuppertalstraße überspannt die Wupper komplett. „Das ist ein sogenannter Tandemhub“, erläuterte Evelyn Stratmann.

Ihr Kollege Thomas Janik ist Bauüberwacher und Abrechner beim Landesbetrieb und steuerte an diesem Tag die Drohne, die den Einbau der Behelfsbrücke aus allen Blickwinkeln verfolgte. „Wenn wir das kleinere Stück der neuen Brücke nicht verschwenken würden, müssten wir zu viel beiarbeiten“, sagte er – und zeigte dann auf die Widerlager. Von denen gibt es drei für die beiden Brückenteile, und in diesen Gelenken wird die Brücke quasi befestigt und eingehakt. Das ist Millimeterarbeit. Auf der Seite zur Wuppertalstraße lässt sich die Brücke in diesem Widerlager leicht in Längsrichtung verschieben. „Das muss bei jeder Brücke so sein, sie braucht etwas Spielraum“, erklärte er.

Die beiden Kranführer mussten schon gut aufeinander abgestimmt sein, damit die Brückenteile exakt und millimetergenau an ihre Positionen gehievt werden konnten. Zunächst lagen die neuen Brückenteile auf der alten Brücke und wurden dann rechts davon neu positioniert.

Projektleiter Tim Wuppermann verfolgte die Arbeiten akribisch und zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf der Maßnahme. „Wir sind gut im Plan. Es sieht gut aus, es gab keine Verzögerungen oder unerwartete Überraschungen“, sagte er.

Als das größere Brückenteil fast lautlos ganz leicht angehoben wurde, erfolgten letzte Arbeiten unter der Brücke, ehe das Teil über der Wupper schwebte und seinen neuen Standpunkt erreichte. „Es hat alles gut geklappt“, zog Evelyn Stratmann ein positives Fazit.

Die Behelfsbrücke wiegt etwa 32 Tonnen und hat eine Spannweite von gut 33 Metern. „Das musste schon alles sehr genau eingemessen werden“, sagte die Bauüberwacherin. Dazu gehörte auch, dass die alten Versorgungsleitungen (Stadtwerke und Telekommunikation) mit unter die neue Brücke verlegt werden müssen. Diese Arbeiten werden auch noch ein wenig Zeit in Anspruch nehmen, so dass die neue Brücke wohl doch nicht schon in den nächsten Tagen, sondern erst in etwa zwei Wochen freigegeben werden kann, wenn wirklich alles sicher ist, sagte Rainer Herzog. Auf diese Arbeiten hätte der Landesbetrieb aber keine Auswirkungen. Bis dahin bleibe die alte Brücke für Radfahrer und Fußgänger offen.

„Wir müssen in den nächsten Tagen noch die Übergänge zwischen den Brücken schaffen und andere Restarbeiten erledigen“, sagte Evelyn Stratmann. Sie sei in den vergangenen Tagen schon etwas angespannt gewesen, denn dieses Projekt in Dahlhausen sei nicht alltäglich.

Anfangs hatte es noch reichlich Kritik von Anwohnern und Nutzern der Straße gegeben, weil sie mit ihrem Auto jetzt einen enormen Umweg in Kauf nehmen müssen. „Aber das hat sich gelegt“, sagte Herzog. Auch dass die Kinderwagenchaussee keine geeignete Alternative als Umfahrung ist, hätten die Anwohner mittlerweile größtenteils eingesehen. „Das ist oft so bei größeren Baumaßnahmen, dass die Angst der Menschen riesig ist, aber wenn sie sich dann an die neuen Regelungen gewöhnt haben, geht es“, sagte der Pressesprecher. Aber man wisse schon, dass die Umleitung lästig sei.

Immerhin stehe der Landesbetrieb in der Pflicht, die marode Brücke zu sanieren. Immerhin habe man für Fußgänger und Radfahrer zumindest eine Alternative geschaffen, um kürzere Wege vor allem zum Einkaufen am Wuppermarkt zu haben.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort