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Radevormwald: Bedarf für die Notbetreuung hält sich in Grenzen

Schulen und Kindergärten in Radevormwald : Bedarf für Notbetreuung überschaubar

Bislang können Schulen, Kitas und Tagesmütter ohne Probleme die Betreuung gewährleisten. Unklar ist, wie Beiträge zurückgezahlt werden.

Wer immer in Radevormwald mit den Themen Schulen und Kindergärten zu tun hat, der hat zwei hektische Wochenenden hinter sich. Denn die Erlasse für die Notbetreuung in Zeiten von Corona trafen entweder am Freitagnachmittag oder am Samstagvormittag ein. „Wir mussten die Informationen an die Leitungen der Kindertageseinrichtungen und an die Tagesmütter weitergeben, damit am Montag alles für die Betreuungsguppen bereitstand“, schildert Jürgen Funke, Leiter des Schulamtes in Radevormwald, die Organisation unter den ungewohnten Umständen. „Bei den Schulleitungen kommen dagegen die Mails aus Düsseldorf direkt an.“

Und so konnte die Notbetreuung ab dem 16. März ohne Probleme starten. Die Resonanz ist allerdings weniger groß, als Jürgen Funke und die jeweiligen Leitungen der Einrichtungen erwartet haben. „Bei den weiterführenden Schulen haben wir bislang einen Betreuungsfall“, berichtet er. In der Armin-Maiwald-Schule gebe es kein Angebot, Förderschüler werden in der Erich-Kästner-Schule in Hückeswagen betreut. In der Grundschule Wupper gebe es ebenfalls keine Betreuungsfälle, dafür fünf Kinder in der Schule Bergerhof. In der Katholischen Grundschule Lindenbaum wird die Notbetreuung in drei Fällen in Anspruch genommen, in der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Stadt sind es fünf Kinder.

„Bei den Kindergärten und den Tagesmüttern liegt die Zahl zwischen 15 und 20 Kindern“, berichtet Jürgen Funke. Wenn man bedenkt, dass es in Radevormwald insgesamt 3000 Schüler und Kindergartenkinder gibt, sind die Zahlen für die Notbetreuung also überschaubar. Offensichtlich hätten viele Eltern es geschafft, eine Betreuung der Kinder auf andere Weise sicherzustellen. „Wobei die Kinder natürlich nicht zu den Großeltern gegeben werden sollen, weil ältere Menschen ja eine Risikogruppe sind“, gibt Funke zu bedenken. In vielen Fällen, meinte er, hätten vielleicht Geschwister ausgeholfen.

Am vergangenen Samstag hatte das Land seine Linie noch einmal geändert und die Möglichkeiten der Notbetreuung auf eine größere Personengruppe erweitert. Einen Anspruch haben nun alle Beschäftigten unabhängig von der Beschäftigung des Partners oder der Partnerin, wenn sie in kritischen Infrastrukturen beschäftigt und dort unabkömmlich sind und eine Betreuung im privaten Umfeld nicht gewährleisten können.

Erneut stellten sich die Einrichtungen in Radevormwald auf die neue Situation ein, doch wie sich zeigte, änderte sich kaum etwas. „Der Bedarf ist nahezu gleich geblieben“, resümiert Jürgen Funke. Die Eltern zeigten sich übrigens in der aktuellen schwierigen Situation für die Schulen und Kindergärten ruhig und vernünftig. „Es gibt kaum Beschwerden“, erklärt der Leiter des Schulamtes.

Eine Frage, die sich viele Eltern derzeit dennoch stellen werden ist, ob und wie die Kindergartenbeiträge für die Zeit der Ausfälle zurückgezahlt werden. Wolfgang Scholl, Leiter der Stabsstelle im Rathaus, erklärt dazu: „Dazu gibt es noch keine Entscheidung. Es ist auch eine Frage der Logistik. Die Stadt befindet sich schließlich im Haushaltssicherungskonzept.“