Radevormwald: Baugebiet Karthausen soll Erdwärme bekommen

Baugebiet in Radevormwald : Karthausen soll Erdwärme bekommen

Die Verwaltung soll nun mit den Stadtwerken ausarbeiten, wie durch Erdsonden die thermische Energie genutzt werden kann. Dies wäre nicht nur klimaneutral, sondern würde für Bauherren voraussichtlich auch preiswerter.

Für das geplante Baugebiet Karthausen wird es bei der Beheizung der Häuser wohl eine klimaverträgliche Lösung geben. Den Weg dafür hat der Rat nun frei gemacht. In der Sitzung am Dienstag wurde von den Fraktionen eine „erdsondenbasierte Nahwärmeversorgung“ für die neue Siedlung favorisiert. Die Verwaltung hat nun den Auftrag erhalten, dies in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Radevormwald (SWR.) anzugehen.

„Es ging nun darum, diese Möglichkeit im künftigen Bebauungsplan einzuarbeiten“, erklärt Burkhard Klein, Leiter des Bauverwaltungsamtes. Damit könne das Baugebiet später klimaneutral geheizt werden. „Die Wärme wird voraussichtlich zentral erzeugt, der Versorger liefert es dann in die Häuser.“ Das bedeutet, dass die künftigen Grundstücksbesitzer keine eigene Heizanlage benötigen, etwa einen Brennwertkessel, wie er für die Versorgung mit Öl oder Gas nötig ist. „Eine zentrale Station wird die Wärmeenergie speichern.“

Doch ist diese klimafreundliche Lösung auch für die Bauherren erschwinglich? Burkhard Klein ist davon überzeugt: „Es wird auf jeden Fall nicht teurer als eine konventionelle Heizanlage, wahrscheinlich fallen sogar weniger Kosten an, weil die Anlage nicht in bestimmten Abständen ausgetauscht werden muss.“ Voraussichtlich werden mit Bohrungen rund 100 Erdsonden einstalliert, die in großer Tiefe (etwa 100 Meter) die thermische Energie gewinnt.

Nicht nur die energetische Versorgung von Karthausen hat die Stadt im Visier. In den vergangenen Monaten hatte die Verwaltung ein „integriertes energetisches Quartierskonzept“ für Teile von Herbeck erstellen. Die Stadtwerke Radevormwald (SWR.) fungierten dabei als Partner der Stadt und übernahmen die Projektkoordination.   Mit dem von der KfW (Förderbank, Kreditanstalt für Wiederaufbau) geförderten Quartierskonzept soll untersucht werden, welche technischen und wirtschaftlich geeigneten Sanierungsmaßnahmen für kommunale, gewerbliche und private Gebäude vorhanden sind. „Darüber hinaus wird untersucht, welche Maßnahmen sich ableiten lassen, um CO2-Emissionen zu reduzieren, die Energieeffizienz zu erhöhen und die Nutzung erneuerbarer Energien im Quartier zu steigern“, hatte Burkhard Klein zum Auftakt der Aktion erklärt. Für die Bürger in Herbeck soll es Ende Oktober eine Informationsveranstaltung geben.

Die Stadt will mit dem Neubaugebiet Karthausen und dem Quartierskonzept für Herbeck in Sachen Klimaschutz mit gutem Beispiel vorangehen.  Ab Anfang kommenden Jahres wird voraussichtlich mit der Vermarktung der Flächen auf Karthausen begonnen werden. Aus den Reihen der Politik kam zuletzt die Forderung, dort nicht nur Wohnraum für Wohlhabende anzubieten.

Vom Tisch ist dagegen der Antrag der Alternativen Liste (AL), der im Rat am Dienstag keine Mehrheit fand. Die AL-Fraktion hatte vorgeschlagen, dass für das Baugebiet Karthausen die Errichtung von Photovoltaikanlagen je Gebäude sowie der Bau von Speicheranlagen fest vorgeschrieben wird. „Dabei soll es den Bauherrn überlassen bleiben, ob er diese Auflage in Eigenregie erfüllen möchte oder sich eines dritten Dienstleisters bedient“, heißt es in dem Antrag.

Mit einer solchen Festlegung konnte sich die Mehrheit der Ratsfraktionen jedoch nicht anfreunden. Bis auf einen Teil der Fraktion der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) blieb die Alternative Liste mit diesem Vorstoß allein.

Mehr von RP ONLINE