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Radevormwald: Bau der Begegnungsstätte verzögert sich

Bauprojekt für Begegnungsstätte : Stadt hofft auf neue Frist aus Düsseldorf

Weil Urheberrechte des Architekten geklärt werden müssen, verzögert sich der Bau der geplanten Begegnungsstätte zwischen GGS Stadt und Familienzentrum. Die Stadt bittet die Bezirksregierung um Verlängerung der Förderfristen.

Der Bau der neuen Begegnungsstätte zwischen der Gemeinschafts-Grundschule (GGS) Stadt und dem Familienbüro hat sich bei der Vorbereitung als schwieriger herausgestellt als erwartet. Nachdem zunächst die hohen Kosten diskutiert (und korrigiert) wurden, musste die Stadt sich unerwarteter Weise um das Thema Urheberrecht kümmern. In der jüngsten Ratssitzung hatte Bürgermeister Johannes Mans die Ratsmitglieder auf den aktuellen Stand der Dinge gebracht. Weil sich durch die nötige Klärung über das Urheberrecht des Architekten der Zeitplan verschob, hat die Verwaltung nun die Anfrage an die Bezirksregierung gerichtet, „ob die zeitliche Umsetzung nach hinten verschoben werden kann“, wie Mans gegenüber unserer Zeitung erklärte. Dabei geht es um die erhofften Fördergelder. Die Verwaltungsspitze hofft, dass aus Düsseldorf das Einverständnis kommt, die Förderwürdigkeit etwa um ein Dreivierteljahr zu verlängern. „Eigentlich wäre der 31. Dezember 2018 das Ende der Frist gewesen“, sagt Mans.

Bereits Anfang April diesen Jahres hatte das Architekturbüro „Gruppe 3“ aus Leverkusen die Entwürfe für den verbindenden Bau vorgestellt. Mit rund 1,3 Millionen Euro fielen die geschätzten Kosten aber allzu hoch aus. Die Verwaltung nahm sich den Entwurf noch einmal vor und reduzierte einige Extras. Nun werden die Kosten mit rund 950.000 Euro beziffert.

Dann tauchte jedoch ein Hemmnis auf. Angestoßen hatte es der fraktionslose Ratsherr Axel Michalides. Er hatte bei der Verwaltung nachgefragt, ob das Urheberrecht berücksichtigt worden sei und ob es Gespräche mit der Familie Schaub gegeben habe. Im Rathaus zeigte man sich „kalt erwischt“, wie der Bürgermeister einräumen müsste.

Fakt ist, dass der Anspruch auf Urheberrecht besteht und dass die Stadt sich damit auseinandersetzen muss. „Das originale Gebäude hatte Horst Schaub im Rahmen eines Wettbewerbs mit einer Sichtachse entworfen, die durch die neuen Pläne tangiert wird“, erläutert der Bürgermeister. Heutzutage sei es üblich, in Verträgen festzuhalten, dass alle Rechte auf den Bauherrn übergehen, damals war das jedoch noch nicht so.

Inzwischen hat es Gespräche mit der Familie Schaub gegeben, die laut Johannes Mans sehr konstruktiv verlaufen sind. Er ist zuversichtlich, dass von dieser Seite kein ernsthaftes Hindernis für den geplanten Bau entstehen wird.

Es gibt allerdings noch einen zweiten Architektennamen, der auf den Plänen verzeichnet ist. Auch hier war die Stadt gehalten, Nachforschungen nach der Person oder den Erben einzuleiten - bislang ohne Erfolg. „Wir haben bei den Berufskammern nachgefragt, alles ohne Ergebnis.“ Der fragliche Architekt habe, soweit man wisse, nur eine kurze Zeit mit Horst Schaub gearbeitet.

Mans zeigt sich nach Rücksprache mit juristischen Fachleuten überzeugt, dass hier kein neues Problem für den Bau droht. „Wir haben nach bestem Gewissen alles getan, um diesen Kontakt herzustellen.“ Mehr in die Wege zu leiten, sei nicht angemessen und werde auch nicht vom Gesetzgeber gefordert. „Wir können den Architekten nicht auf der ganzen Welt suchen.“ Insgesamt ist der Bürgermeister hoffnungsvoll, dass die Hindernisse bald ausgeräumt sind.