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Radevormwald: Ausbilsdungsmesse in der GGS Stadt war gut besucht

Ausbildungsmesse in Radevormwald : Unternehmen werben um Auszubildende

Rund 400 Besucher nutzten am Wochenende den Tag der Ausbildung des Radevormwalder Unternehmer Netzwerk (RUN), um Betriebe kennenzulernen und ihre beruflichen Möglichkeiten auszuloten. Die Aussteller nutzten die Messe, um ihr Unternehmen zu präsentieren und für unbekannte Berufsbilder zu werben.

Gedankenverloren steht eine Gruppe von Jungs der Sekundarschule mitten auf dem Messegelände der Grundschule Stadt. Um sie herum haben zahlreiche Betriebe und Unternehmen ihre Stände aufgebaut und versuchen mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen. „Ich habe keine Ahnung, wo wir hingehen sollen“, sagt Shayan (16), während sein Blick über das Messegelände schweift. Die anderen zucken mit den Schultern. „Handwerk?“ Dennis interessiert sich für einen sozialen Beruf, sagt er. „Feuerwehr oder Polizei“, zählt der 14-Jährige auf. „Vielleicht aber auch Notarzt.“ Die anderen drei wollen sich auf der Messe inspirieren lassen. „Ich hätte nicht gedacht, dass die Auswahl hier so groß ist“, sagt Kaan (14) ehe er mit Efe (14) und Mohammed (16) aufbricht, um sich umzuschauen.

Vanessa (15) ist mit ihrer Mutter zum Tag der Ausbildung gekommen. Auch sie ist noch unentschlossen, welchen Beruf sie später mal ergreifen will. „Ich denke, es wird eher etwas Kreatives sein, das macht mir am meisten Spaß“, sagt die 15-Jährige. Den Tag der Ausbildung findet sie gelungen. „Ich finde es sinnvoll und gut, wenn man hier auch mitmachen kann. Vielleicht entdeckt man ja auch was völlig Neues, was man vorher nicht kannte.“

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Dass die Schüler auf der Messe etwas Neues für sich entdecken, das hoffen Ibrahim Demiroglu, Marco Bartecki und Till Beuving vom Ausbilderteam der Firma Rado Gummi, die sich erstmalig auf der Messe präsentiert, um das Unternehmen, aber vor allem den Beruf des Verfahrensmechanikers für Kunststoff und Kautschuktechnik vorzustellen. „Kaum einer kann sich etwas unter diesen Begriff vorstellen“, sagt Bartecki (59), der nach einer Umschulung den Sprung vom Azubi zum Werksleiter geschafft hat und seit gut drei Jahrzehnten noch immer gerne bei Rado arbeitet. „Bei uns gibt es viele Weiterbildungsmöglichkeiten und es ist ein Arbeitsplatz mit Zukunft“, unterstreicht auch Demiroglu (33), der selber als Azubi bei Rado begann und mittlerweile Teamleiter ist. Rado biete auch ungelernten Kräften die Möglichkeit, bei vollen Bezügen und ohne Berufsschule innerhalb von vier Jahren den Facharbeiter zu absolvieren. Damit möchte die Firma aus eigener Kraft dem Fachkräftemangel entgegentreten. „Wir müssen uns unser Fachpersonal selber heranzüchten“, bestätigt auch Beuving, der sich darüber freuen würde, den einen oder anderen Jugendlichen für eine Ausbildung bei Rado begeistern zu können.

Tatsächlich, bestätigt auch Dorothea Perkovic, Gesellschafterin und Prokuristin des Elektro-Großfachhandels Emil Holzmann und Mitglied im Unternehmernetzwerk „RUN“, erreichen die Bewerbungen mittlerweile nur sehr zaghaft die Betriebe. „Früher haben wir zehn, 20 Bewerber gleichzeitig zum Test eingeladen. Mittlerweile gibt es Einzeltests oder wir laden die wenigen Kandidaten direkt zum Gespräch ein.“ Der Fachkräftemangel sei spürbar auch in der Resonanz der Aussteller bei der Messe, die nun nach zweijähriger Corona-Zwangspause nun endlich wieder durchgeführt werden konnte. „Die Pandemie hat vielen Unternehmen eine enorme Umsatzsteigerung beschert, sodass einige expandieren und nun händeringend auf der Suche nach Personal sind“, erklärt Perkovic die Situation. „Einige müssen nun die Ausbildung forcieren, weil der Markt leergefegt ist.“

Doch schwer ist es derzeit nicht nur für Unternehmer an Nachwuchs zu gelangen. Auch Jugendliche mit sehr genauen Vorstellungen haben es nicht leicht, das Passende für sich zu finden, erzählt Robin Langescheid. Der 17-Jährige aus Wermelskirchen interessiert sich für eine duale Ausbildung und möchte eine Ausbildung zum Industriekaufmann und parallel dazu sein Abitur absolvieren. „Ich bin jetzt schon lange auf der Suche nach einem Betrieb, der mir das ermöglicht. Ich habe schon zwölf Unternehmen durch“, sagt der Sekundarschüler. „Ich bin heute extra gekommen, um mich bei der Firma Kuhn Edelstahl zu informieren und die Chance zu nutzen, mich auch persönlich vorzustellen, das finde ich angenehmer als am Telefon oder per Mail“, sagt der 17-Jährige selbstbewusst. Einfach sei es aber nicht. Auch Freundin Chiara Hardenbicker (15) möchte diesen Weg einschlagen. „Wir hoffen, durch die Messe einen neuen Ansatz zu finden, um unseren Berufswunsch erfüllen zu können.“