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Radevormwald: Auf Friedhöfen laufen die Vorbereitungen für Gedenktage

Friedhöfe in Radevormwald : Vorbereitungen für Totengedenktage

Im Herbst leuchten die Friedhöfe bunt und werden mit Kerzen geschmückt. Die Friedhofsgärtner haben vor Allerheiligen, Allerseelen, dem Totensonntag und dem Volkstrauertag auf den Friedhöfen viel zu tun.

Für Lena Rummenhöller beginnt mit dem Herbst eine besonders arbeitsintensive Zeit des Jahres. Vor Allerheiligen, Allerseelen, dem Totensonntag und dem konfessionsübergreifenden Volkstrauertag ist auf den Friedhöfen viel zu tun.

Die Firma Rummenhöller ist auf allen Friedhöfen in Radevormwald tätig und gestaltet die Gräber und Friedhofsanlagen für den Herbst, der für die meisten Menschen eine besonders wichtige Zeit auf dem Friedhof ist. „Eigentlich wollen alle Kunden, dass die Gräber ihrer Familie bis Allerheiligen fertig und für den Herbst geschmückt sind. Wir sind seit September mit den Vorbereitungen beschäftigt“, sagt die Friedhofsgärtnermeisterin.

Die Vorbereitungen für den Herbst beginnen mit Rückschnitten und dem Abräumen der Sommerbepflanzungen auf den Gräbern. Nach dem Aufharken folgt die Herbstbepflanzung, die Lena Rummenhöller nach den Wünschen ihrer Kunden plant und umsetzt. „Die Ansprüche sind ganz unterschiedlich, aber Strukturbeete, die auch Schmuckbeete genannt werden, werden immer beliebter.“

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Lena Rummenhöller nennt die vielfältige Mischung aus Gräsern, Calluna und Stauden „Herbstzauber“. Zusammen mit dem farbigen Laub sorgen die liebevoll gestalteten Gräber für ein abwechslungsreiches Bild auf den Friedhöfen im Herbst. Auch Gestecke werden im Herbst in Auftrag gegeben, um die Totengedenktage zu würdigen, aber auch um sie den gesamten Winter über liegen zu lassen und mit Kerzen zu beleuchten. „Die Nachfrage für Gestecke und Kränze steigt. Hier im ländlichen Raum ist die Friedhofskultur noch wichtig und in den Traditionen der Familien verankert. Das merkt man im Herbst auch an mehr Besuchern auf den Friedhöfen. Besucher, die nur selten auf dem Friedhof sind, kommen zu den Gedenktagen zurück“, sagt die Inhaberin des Friedhofsgärtnereibetriebs, den sie 2019 von ihren Eltern übernommen hat. Gegründet wurde das Familienunternehmen in der Mitte der 1990er-Jahre von Inge und Herbert Rummenhöller.

Für den Herbstzauber auf den Friedhöfen spielt auch das bunte Laub eine Rolle. „Auf den Wegen muss das Laub weg, auch um Unfälle zu vermeiden, im Herbst und Winter kann es aber auf den Gräbern und den Grünflächen liegen bleiben, um zum Beispiel Igeln Lebensraum zur Überwinterung zu bieten“, erklärt Lena Rummenhöller.

Sie berät ihre Kunden nicht nur für eine schöne Graboptik, sondern achtet dabei auch auf die Umwelt und den Mehrwert für die Natur. „Ich habe schon einigen Kunden von Kiesgräbern abgeraten. Es gibt pflegeleichte Alternativen, die blühen und lebendig sind“, sagt sie. Familien, die nicht in Radevormwald wohnen, schickt Lena Rummenhöller auch Fotos von den fertig gestalteten Gräbern, um sie an dem Herbstzauber teilhaben zu lassen.

Die Umtöpfe der Pflanzen, die von dem Betrieb in die Erde gesetzt werden, kommen zurück zu dem Lieferanten, der sie dann wiederverwendet. Das Thema Müllproduktion spielt auch auf Friedhöfen und an Tagen wie Allerheiligen eine Rolle, an denen gesamte Friedhöfe zum Leuchten gebracht werden. „Es gibt schöne und langlebige Laternen, in die man eine einfache Wachskerze stellen kann. Das sieht schön aus und ist besser für die Umwelt“, sagt die Friedhofsgärtnerin. Die in Plastik gegossenen Friedhofslichter produzieren deutlich mehr Müll.

An Allerheiligen, dem ersten November, werden alle Friedhöfe in Radevormwald in ein Lichtermeer verwandelt, denn das christliche Fest wird mittlerweile konfessionsübergreifend gefeiert und ist für die meisten Menschen ein Anlass an ihre Familienmitglieder und Freunde zu denken, die verstorben sind. „Die Stimmung an Allerheiligen ist etwas Besonderes“, weiß Lena Rummenhöller.