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Radevormwald: Auf dem Hof Holberg gibt es ganz besondere Kartoffelsorten

Hof Holberg in Radevormwald : Bunte Kartoffeln und frische Eier vom Land

Auf dem Hof Holberg können besondere Kartoffelsorten und frische Eier von frei laufenden Hühnern gekauft werden. Alle angebotenen Lebensmittel sind unbehandelt.

Bunte Kartoffeln direkt vom Feld und frische Eier von glücklichen Hühnern, das sind das Aushängeschild und das Versprechen von Stefanie und Dirk Holberg. Zusammen verkaufen sie auf ihrem Hof in der Ortschaft Vorm Baum unbehandelte Lebensmittel, die nach der Ernte in den eigenen Hofladen wandern.

Die Begeisterung für alte und besondere Kartoffelsorten wurde vor drei Jahren bei Stefanie Holberg entfacht. „Ich habe einen Artikel über Kartoffelsorten gelesen und war damals total begeistert. Ich habe verschiedene Sorten bestellt, mich durchprobiert und war überwältigt von dem Geschmack“, sagt sie.

Auf dem Hof Holberg gibt es nicht nur Freiland-Eier und bunte Kartoffeln, sondern auch hofeigene Nudeln. : Jürgen Moll Foto: Jürgen Moll

Nachdem der Pachtvertrag für ihr eigenes Land ausgelaufen war, haben Stefanie und Dirk Holberg Kartoffeln gesetzt, die 2018 geerntet wurden. „Wir sind von null auf 100 Hektar gestartet und haben im ersten Jahr sechs verschiedene Kartoffelsorten angeboten. Das Interesse war auf Anhieb groß“, blickt Dirk Holberg zurück. Auf Facebook und über Märkte haben sich die Bio-Pflanzkartoffeln aus Radevormwald, bei denen komplett auf chemische Düngemittel verzichtet wird, einen Namen gemacht. Die „Blaue Anneliese“, eine Kartoffel in tiefem Lila, oder die „Nemo“, die pink gefleckt ist, sind richtige Hingucker. Die urdeutsche Sorte „Linda“, die sich hervorragend als Pellkartoffel eignet, hat der Hof fast immer im Sortiment. Eine beliebte Ofenkartoffel ist die Sorte „Laura“.

Verkauft werden die Kartoffeln in Radevormwald nicht nur in der Kartoffelhütte auf dem Hof Holberg, sondern auch in einem Supermarkt in Schwelm und dem Unverpackt Laden in der Innenstadt. „Unsere Kartoffeln sehen nach Kartoffeln aus und schmecken auch so. Geschmack und Aussehen sind mit Kartoffeln aus dem Supermarkt nicht zu vergleichen“, sagt Stefanie Holberg. Sie liebt es, aus der bunten Kartoffelmischung (Foto: privat) Ofengemüse zu machen, Salate oder andere Gerichte. Der Geschmack und das außergewöhnliche Aussehen zeichnen die Kartoffeln aus Radevormwald aus. „Im Herbst kann man das Ofengemüse toll mit einem Kürbis anreichern. Das ist ein Hingucker.“

Stefanie und Dirk Holberg bauen köstliche bunte Kartoffeln an, die als Ofenkartoffel nicht nur gut aussehen, sondern auch schmecken. Foto: Holberg

Seit einem Jahr werden aber nicht nur Kartoffeln in der Ortschaft hinter Remlingrade verkauft, sondern auch frische Eier. Das erste Hühnermobil hat das Ehepaar 2019 angeschafft. „Dieses Jahr haben wir uns dazu entschieden ein zweites zu kaufen. Insgesamt haben wir über 450 Hennen, die sich frei bewegen können und auf der grünen Wiese leben.“ Gefüttert werden die Hühner mit gentechnikfreiem Futter. Die Eier schmecken deswegen besonders gut. Pro Tag legen die „Hühnies“, wie sie von der Familie genannt werden, etwa 350 Eier. „Weil die Hennen draußen und im Mobil leben und nicht immer der gleichen Temperatur ausgesetzt sind, legen sie nicht so regelmäßig Eier, wie Hühner, die kontrolliert gehalten werden. Dafür geht es unseren Tiere aber viel besser“, betont Dirk Holberg. Wie nachhaltige Landwirtschaft funktioniert, zeigt er einmal im Jahr den Kindern aus der Kita Wuppermäuse. Sie durften auch in diesem Jahr mit den Hennen kuscheln, Eier suchen und Kartoffeln ernten. Die Begeisterung für idyllisches Leben auf dem Land und unbehandelte Lebensmittel ist nicht nur bei Kindern groß. „Immer mehr Menschen achten auf ihre Ernährung und legen Wert auf Nachhaltigkeit. Das Interesse wird immer größer“, sagt Stefanie Holberg. Sie und ihr Mann kümmern sich nebenberuflich um den Hof, die Kartoffeln und die Hühner. In der Kartoffelhütte gibt es auch die hofeigenen Nudeln zu entdecken.

Der Kartoffelvorrat aus der diesjährigen Ernte wird wahrscheinlich bis Anfang Februar halten.