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Radevormwald: Auch in Oberberg hakt die Impf-Anmeldung

Corona-Prävention : Auch im Oberbergischen Kreis hakt es bei der Impf-Anmeldung

Ältere Radevormwalder Bürger wie Horst Enneper wundern sich über die Organisation mit nur einer zentralen Nummer für die Anmeldung zur Impfung und mit nur einem zentralen Zentrum im Kreis.

Auch im Oberbergischen Kreis ist der Start der Anmeldungen zu den Corona-Impfungen für Menschen ab 80 Jahren holprig verlaufen. Wie die Kreisverwaltung am Montag mitteilte, kam es aufgrund der großen Nachfrage zu Verzögerungen bei der Vereinbarung der Termine.

Ab Montag können sich alle Bürger im Kreis, die 80 Jahre oder älter sind und die daheim wohnen, für die Schutzimpfung anmelden, die in Gummersbach stattfinden wird. Die Terminvergabe erfolgt durch die Kassenärztliche Vereinigung unter der bundesweiten Service-Hotline 0800/ 116 117 01 und unter www.116117.de.

Ohne einen Termin kann nicht geimpft werden, betont die Kreisverwaltung, zumal das Impfzentrum im ehemaligen Karstadt in der Gummersbacher Innenstadt noch geschlossen ist.

„Das Impfzentrum öffnet, wenn genügend Impfstoff zur Verfügung steht“, heißt es beim Kreis. Das Land gehe davon aus, dass die Impfzentren am 8. Februar starten können.

CDU-Politiker Horst Enneper, der 50 Jahre Mitglied im Rat war, hat zwar das Alter erreicht, um sich für den Impftermin melden zu können. „Aber ich habe nicht angerufen“, sagt er. Er sei zwar grundsätzlich impfbereit, aber die Entfernung von Radevormwald zum Impfzentrum nach Gummersbach sei nicht akzeptabel. „Ich finde es ärgerlich, dass nicht die Lösung gewählt wurde, die Impfung bei den Ärzten vor Ort zu verabreichen“, sagt Enneper.

Und selbst wenn man als Senior die Strecke nach Gummersbach bewältigen könne, stünde man womöglich lange in der Kälte vor der Tür, wenn die Organisation vor Ort ebenso schlecht organisiert sei wie die Anmeldung.

Dass alle Betroffenen sich unter einer zentralen Nummer melden müssten, kann der 80-Jährige ebenfalls nur schwer nachvollziehen. Er macht sich Sorgen, dass die holprige Organisation am Ende dazu führe, dass sich weitaus weniger alte Menschen impfen lassen als erhofft. „Und das fällt dann wieder auf die Politik zurück“, meint er.

Der teilweise verpatzte Start der Anmeldungen für die Impfungen ist für die SPD im Düsseldorfer Landtag eine Steilvorlage. Sven Wolf, der sozialdemokratische Landtagsabgeordnete für Radevormwald, kündigt an: „Wir werden das Thema Impfchaos in dieser Woche auf die Tagesordnung des Landtags bringen. Dort müssen Ministerpräsident Laschet und Minister Laumann erklären, warum die Terminvergabe nicht funktioniert hat.

Man erwarte von der Landesregierung und besonders von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) deswegen deutliche Worte, so Wolf.  „In einer Aktuellen Stunde müssen sich die Verantwortlichen erklären und unseren Fragen stellen: Welche Informationen haben in puncto Impfstoffbeschaffung zu welchem Zeitpunkt vorgelegen? Wie sieht die weitere Strategie des Impfprozesses in NRW aus? Wieso haben die Server dem Andrang der Bevölkerung nicht standgehalten, obwohl eine hohe Nachfrage zu erwarten war?“

Was die sehr weite Entfernung zum Impfzentrum in der Kreisstadt angeht, so sind sich alle politischen Kräfte im Rat von Radevormwald einig, dass eine Impfaktion vor Ort in der Bergstadt der richtige Weg ist – dazu gab es in der vergangenen Woche einen gemeinsamen Ratsbeschluss.