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Radevormwald: Auch die Museen sind durch das Virus stillgelegt

Kultur in Radevormwald : Museen im Dornröschenschlaf

Frühzeitig haben sich die vier Einrichtungen in Rade auf die Schließung geeinigt.

Viele Einrichtungen sind derzeit geschlossen, und auch vor den Museen in Radevormwald macht die Krisensituation durch das Coronavirus nicht halt. Der Trägerverein des Wülfingmuseums in Dahlerau hatte sich – noch bevor die offiziellen Verlautbarungen kamen – entschieden, Maßnahmen zu treffen, berichtet Vorstandsmitglied Ulrich Kühn. „Wir haben als erstes den Osterbasar abgesagt.“

Über die Schließung der vier Museen in der Stadt – neben dem Wülfingmuseum sind das das Museum für Asiatische Kunst, das Heimatmuseum und die Zweirad-Sammlung der Interessengemeinschaft Bismarck – hatten sich die Verantwortlichen am 13. März auf der gemeinsamen „What’s App“-Gruppe ausgetauscht. „Wir sind dann übereingekommen, dass es in der jetzigen Situation keinen Sinn hat, weiter zu öffnen“, erklärt Karola Johnen vom Verein des Wülfingmuseums. Und so verkündet auch die Internetseite des Museums für Asisatische Kunst, das von der Familie Hardt betrieben wird, dass bis 19. April der Museumsbetrieb eingestellt ist. Die für die Zeit danach festgelegten Termine bleiben bislang unverändert.

Ursula Mahler, Vorstandsmitglied des Heimatvereins, nennt als einen wesentlichen Grund für die vorläufige Schließung des Heimatmuseums an der Hohenfuhrstraße auch das Alter der Vereinsmitglieder. „Wir können das den Ehrenamtlern im Moment nicht zumuten, denn es sind zum großen Teil Personen im höheren Alter“, berichtet die stellvertretende Landrätin. Die Freundinnen und Freunde des Museums hätten dies mit großem Bedauern aufgenommen, denn mit der vorübergehenden Schließung fallen auch die beliebten Bergischen Kaffeetafeln im Museum aus. Was die Lage für eine Einrichtung wir dem Wülfingmuseum schwierig macht, ist die Tatsache, dass die Kosten weiter laufen, beispielsweise für die Versicherung der Ausstellung. Karola Johnen ist daher überzeugt: „Das wird für unser Museum ein hartes Jahr. Auch wenn das nicht bedeutet, dass wir nächste Woche Konkurs anmelden müssen.“

Johnen ist optimistisch, dass das Wülfingmuseum diese schwierige Zeit überstehen wird und dass auch wieder Vermietungen möglich sein werden. „Wir wären natürlich froh, wenn das Problem mit den zeitlichen beschränkten Zeiten gelöst würde“, sagt Vorstandsmitglied Ulrich Kühn. Die Veranstaltungen dürfen nur bis 21.30 Uhr gehen, was bei größeren Feiern wie Hochzeiten abschreckt. Sollte diese Regelung gelockert werden, so könnte das Museum zweifellos auf wachsende Einnahmen durch das Ambiente der historischen Fabrik hoffen.