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Radevormwald: Archiv erhält Quelle zur Historie von Vogelsmühle

Vergangenheit von Vogelsmühle : Industriegeschichte wird archiviert

Peter Dominick übergibt dem Stadtarchiv Radevormwald ein Fotoalbum zur Historie von Vogelsmühle. Diese Quelle fand er unter ungewöhnlichen Umständen – sie musste aus dem Müll geborgen werden.

  Fast keiner kennt die Industriegeschichte der Wupperorte in Radevormwald so detailliert wie Peter Dominick. Der 68-Jährige hat vor knapp 30 Jahren seine Leidenschaft für die Heimatforschung und die damit verbundene Industriegeschichte entdeckt. Er engagiert sich im Wülfingmuseum und betreut die historischen Wasserwerke entlang der Wupper.

Es ist über 20 Jahre her, dass ihm ein Fotoalbum anvertraut wurde, das Einblicke in die Geschichte der Tuchfabrik Schürmann und Schröder gewährt, die von 1815 bis 1992 produzierte. „Ich habe damals alle Fotos aus dem Album eingescannt und archiviert“, sagt Peter Dominick. Damals wusste er noch nicht, dass er damit wichtiges Material sichern würde, denn das Fotoalbum ist, nachdem es verliehen wurde, verschwunden.

Gefunden wurde das Album ursprünglich im Müll – und zwar von Clemens Löhr, einem ehemaligen Dessinateur der Firma. „Das Fotoalbum ist im Jahr 2000 im Abfall gefunden worden, mit zahlreichen anderen Dokumenten aus der ehemaligen Tuchfabrik. Als die Gebäude ausgeräumt wurden, ist viel vernichtet worden“, berichtet der Geschichtskenner.

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Einige Dinge konnte Peter Dominick aus dem Nachlass retten und an Archive über Industriegeschichte vermitteln. Die gesicherten und jetzt digitalen Fotos hat er zu einem neuen Fotoalbum zusammengesetzt, das er in dieser Woche Iris Kausemann, der Stadtarchivarin aus Radevormwald, überreichte.

Sie schätzt die Aufnahmen, die nicht nur Außenansichten der Tuchfabrik in der Ortschaft Vogelsmühle zeigen, sondern auch die Arbeitsräume samt ihrer Webstühle. „Die Innenansichten sind selten, davon gibt es nicht viele“, sagt die Stadtarchivarin.

Bei der Beschreibung der Bilder hat Peter Dominick Unterstützung des ehemaligen Webmeisters Ewald Strewinski erhalten. So kann man in dem Fotoalbum unter anderem eine Spannrahmentuchtrockenmaschine, Zwirnmaschinen und alte Waschmaschinen entdecken. Die Außenansichten geben Aufschluss darüber, wie die Ortschaft Vogelsmühle zur blühenden Tuchindustrie aussah. Teile der Firma Schürmann und Schröder stehen heute noch unverändert an der Wupper, andere Gebäudeteile wurden verändert oder abgerissen. Das ehemalige Direktorenwohnhaus steht heute noch beinahe unverändert hinter dem ehemaligen Produktionsgebäude, in dem mittlerweile in Loftwohnungen gewohnt wird. Mit einem Wort: Das Fotoalbum macht eine frühere Zeit an der Wupper wieder lebendig.