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Radevormwald: Apotheken geht Mundschutzmasken aus

Prävention gegen das Coronavirus : Mundschutz-Masken auch in Rade ausverkauft

Zwei Verdachtsfälle im Kreisgebiet haben sich nicht bestätigt. In den Apotheken ist die Sorge vor dem Coronavirus jedoch spürbar.

Nein, einen Mundschutz habe man nicht mehr im Angebot, sagt Annkathrin Gatzke von der Fuchs-Apotheke in Radevormwald. „Wir hatten jetzt täglich Nachfragen, die Masken sind bereits nicht mehr lieferbar.“ Seit es auch in NRW bestätigte Fälle des Coronavirus gibt, machen sich viele Menschen Sorgen, dass sich die Infektion, die offiziell SARS-CoV2 heißt, auch in der Region ausbreiten könnte.

Gestern gab die Kreisverwaltung aber erst einmal Entwarnung. Zwei Verdachtsfälle auf das Coronavirus im Oberbergischen Kreis haben sich nicht bestätigt. Ein Mann, der vor kurzem aus Italien zurückgekehrt war und seine Ehefrau wurden virologisch untersucht. Zur Entnahme der Proben wurden beide unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen ärztlich untersucht. Die Probenergebnisse zum Verdachtsfall liegen nun vor. Bei beiden Personen wurde keine Infektion mit SARS-CoV2 nachgewiesen“, erklärt Kreissprecherin Jessica Schöler.

Das Gesundheitsamt begleite den Verdachtsfall engmaschig und stehe nach wie vor im engen Austausch mit dem betroffenen Mann und dessen Frau. Bei seinem Vorgehen orientiert sich das Gesundheitsamt an den aktuellen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts, es steht im engen Kontakt mit dem Landeszentrum für Gesundheit und hat vorsorglich mögliche Kontaktpersonen ermittelt.

Obwohl die Behörden die Menschen davor warnen, in Panik zu geraten, haben manche Radevormwalder doch ein mulmiges Gefühl, berichtet Apothekerin Cathrin Schmitz, Inhaberin der Löwen-Apotheke. „Viele Kunden sagen: Ich mache mich nicht verrückt, aber wer weiß, was noch kommt.“ Mit einem Mundschutz kann auch Schmitz und ihr Team nicht mehr dienen, allerdings böten diese laut der Einschätzung des Robert-Koch-Institutes ohnehin keinen Schutz gegen den hoch ansteckenden Erreger. „Ein einlagiger Mundschutz nützt ohnehin nichts gegen Infekte, die werden höchstens bei kosmetischen Behandlungen benutzt. Doch selbst ein dreilagiger Mundschutz nützt gegen das Coronavirus nichts“, erläutert die Apothekerin.

Auf Anfrage unserer Redaktion hatten die Sana-Kliniken in der Region, zu denen auch das Krankenhaus in Radevormwald zählt, bereit Mitte Februar mitgeteilt: „Wir halten uns in dieser Angelegenheit mit unserem zentralen Bereich Hygiene und Infektologie und den Hygieneabteilungen der Kliniken ständig auf dem Laufenden.“ In den Sana-Kliniken gebe es die erforderlichen Schutzausrüstungen (Mundschutz, Schutzkleidung sowie geeignete Desinfektionsmittel) ohnehin in der Standardbevorratung. Zusätzlich fänden Schulungen für die Mitarbeiter der Zentralen Notaufnahmen statt. Die Zusammenarbeit der Gesundheitsbehörden im Kreis sei verstärkt worden, bekräftigt die Verwaltung in Gummersbach. Nach einer Sitzung des Krisenstabes im Oberbergischen Kreis hatte Landrat Jochen Hagt die Bürgermeister der Kommunen über die aktuellen Entwicklungen unterrichtet.

Noch gibt es offene Fragen rund um das Virus. Entsprechend schießen Spekulationen ins Kraut. „Das Gesundheitsamt des Oberbergischen Kreises nimmt die in Telefonanrufen formulierten Sorgen der Bürgerinnen und Bürger ernst und erteilt Empfehlungen für Menschen, die sich zuletzt in Risikogebieten aufgehalten haben“, erklärte am Donnerstag Landrat Jochen Hagt.

Das NRW-Gesundheitsministerium hat ein Bürgertelefon zum Thema Coronavirus unter der Nummer 0211 8554774 geschaltet. Auch der Oberbergische Kreis bietet am Donnerstag in der Zeit von 8 bis 18 Uhr ein Bürgertelefon für allgemeine Fragestellungen unter 02261 8838888 an. Eine individuelle medizinische Beratung kann unter diesen Nummern nicht stattfinden. In diesen Fällen sollten sich die Bürgerinnen und Bürger sich telefonisch an ihren Hausarzt wenden.

Das Gesundheitsamt rät den Bürgerinnen und Bürgern auch wegen der momentanen Grippewelle zu einer verstärkten Husten- und Niesetikette und fordert zu einem verstärkten und regelmäßigen Händewaschen mit Seife auf. „Nehmen Sie bitte Rücksicht auf Ihre Mitmenschen, denn jeder von uns kann dazu beitragen ein Infektionsrisiko zu minimieren. Diese einfachen Hygienemaßnahmen sollte grundsätzlich jeder in der Infektzeit einhalten.“, so Kaija Elvermann, Leiterin des Gesundheitsamtes.

Das Gesundheitsamt bittet die Bürgerinnen und Bürger im Oberbergischen Kreis, aufgrund des auch saisonbedingten, allgemeinen Infektionsgeschehens von Besuchen zum Beispiel von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen abzusehen sowie die Notrufnummern 112 und 110 nicht unnötig zu blockieren. Menschen, die zurzeit grippeähnliche Symptome aufweisen und Kontakt mit Personen aus Risikogebieten hatten, werden gebeten, ihren Hausarzt beziehungsweise eine KV-Notdienstpraxis zunächst telefonisch zu kontaktieren, um die weitere Vorgehensweise abzuklären.