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Radevormwald: Ansturm auf Friseur-Salons in der Stadt

Lockerung nach der Corona-Krise : Friseure arbeiten wieder – mit Maske

Seit Montag dürfen die Salons wieder öffnen. Viele Kunden nahmen die Gelegenheit war, mussten sich aber an Sicherheitsregeln halten. Kunden dürfen nur einzeln und mit Termin eintreten, müssen eine Nasen- und Mundbedeckung tragen und sich die Hände im Eingangsbereich desinfizieren.

Im Friseursalon „Life Style“ von Enrico Poidomani an der Blumenstraße hörte das Telefon gestern nicht mehr auf zu klingeln. Mit der Wiedereröffnung der Friseure nach der Schließung aufgrund der Corona-Krise kommt ein großer Andrang an Kunden, die dringend einen Haarschnitt brauchen.

Um 9 Uhr begrüßte der Salon seine erste Kundin. Normal läuft ein Friseurbesuch aber aktuell nicht ab. Schon an der Eingangstür werden die Kunden des Friseurmeisters auf wesentliche Regeln hingewiesen. „Kunden dürfen nur einzeln und mit Termin eintreten, müssen eine Nasen- und Mundbedeckung tragen und sich die Hände im Eingangsbereich desinfizieren“, sagt Enrico Poidomani.

Normalerweise hat er sieben Plätze in dem oberen Bereich seines Salons, aktuell sind es nur drei. Einen Haarschneideplatz für Männer gibt es nach wie vor. Die einzelnen Bereiche hat er sichtbar voneinander abgetrennt. „Mit der Abtrennung verhindern wir, dass sich Kunden zu nah kommen und auch die Arbeitsplätze meiner Mitarbeiter sind damit besser voneinander abgegrenzt.“

Enrico Poidomani und sein Team tragen ebenfalls eine Nasen- und Mundbedeckung. Die Hygienebestimmungen gehen aber weit darüber hinaus. „Wir desinfizieren den Platz nach jedem Kunden und waschen die Umhänge nach jedem Kunden. Wir haben auch Einwegumhänge bestellt. Die sind zwar nicht gut für die Umwelt, aber jetzt einfach nötig.“

Das Arbeiten unter der Nasen- und Mundbedeckung bedeutet für alle Friseure allerdings eine zusätzliche Belastung. Schon nach der ersten Stunde nach der Eröffnung, merkte Enrico Poidmonani die Auswirkungen der Maske. „Das Atmen fällt einem damit viel schwerer“, sagt er. Ähnlich geht es auch seinen Kunden.

Verändert hat sich auch das Angebot der Friseure. Aktuell darf nicht im Gesicht gearbeitet werden. Bartpflege oder das Stutzen von Augenbrauen fallen aus. Außerdem gibt es keine Trockenschnitte mehr. „Wir müssen jedem Kunden die Haare waschen. Das ist auch für viele eine Umstellung.“

Getränke und Zeitschriften werden an die Kunden nicht mehr ausgegeben, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Trotz allen Einschränkungen war die Stimmung gestern gut. „Die Kunden freuen sich über die Wiedereröffnung. Das ist ein kleiner Schritt zurück zur Normalität“, sagt Enrico Poidomani. Er hat sein Team in zwei Gruppen aufgeteilt, die sich wöchentlich abwechseln. „Durch diese Einteilungen können wir unsere Kunden und uns noch besser schützen. Das ist natürlich ein Privileg. Nicht alle Salons haben diese Kapazitäten.“ Falls ein Corona-Fall in Zusammenhang mit einem Friseurbesuch gebracht wird, können die Infektionsketten mit der Hilfe von Kundenlisten zurückverfolgt werden. „Jeder Kunde muss seinen Namen und seine Telefonnummer auf eine Liste schreiben, sonst können wir ihn nicht bedienen. Die Liste wird nach einem festgelegten Zeitraum vernichtet“, sagt der Inhaber von „Life Style“.

Für ihn kam die Wiedereröffnung der Friseure rechtzeitig. Dank der Sofort-Hilfe, die Enrico Poidomani schnell beantragt und ausgezahlt bekommen hat, konnte er seinen Salon aufrechterhalten. „Mir hat die Sofort-Hilfe geholfen und ich bin damit gut zurechtgekommen. Je nach Größe und Standort eines Friseursalons sind 9000 Euro Hilfe aber nicht ausreichend“, sagt er.