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Radevormwald: Anne Pieper gibt Tipps für die richtige Gartenpflege

Ab in den Garten : Wichtige Gartenarbeit im Frühling

Im Frühling fällt viel Gartenarbeit an. Anne Pieper verrät, wie man den Garten nach dem Winter richtig pflegt.

Der Garten von Anne Pieper ist riesig und ein Paradies aus Wildpflanzen und kultivierten Pflanzen. Die Diplomdesignerin, die in Radevormwald auch die Pflanzentauschbörse mitorganisiert, hat einen großen Wissensschatz, wenn es um Gärtnerei, Pflanzen und Natur geht.

Sobald der Frühling beginnt, fängt sie mit dem Unkrautjäten an. „Unkraut sind für mich die Pflanzen, die keine Heilpflanzen sind und solche, die in Blumenbeeten Überhand und den anderen Pflanzen den Platz nehmen“, sagt sie. Giersch zum Beispiel sei eine wertvolle Heilpflanze, gehöre aber nicht in ein Blumenbeet. „Der Giersch vermehrt sich sehr stark. Deswegen ist er für Blumenbeete ungeeignet und sollte nur gezielt in einer Ecke des Gartens wachsen. Im Frühling sind die Wurzeln aller Pflanzen noch sehr klein, deswegen kann man Unkraut am besten jetzt aus der Erde holen.“

Blumen, die über den Winter vertrocknet sind, bröselt Anne Pieper klein und verstreut sie über ihre Beete. Aus vertrockneten Stauden, die im Winter andere Pflanzen schützen und auch schön aussehen, wird im Frühling frischer Humus. Jetzt, Ende März, blühen in dem Garten der Radevormwalderin zahlreiche Osterglocken. „Die großen Osterglocken kommen aus Holland, die kleinen sind Wildbestände aus dem Bergischen Land. Durch die hohe Beweidung in den vergangenen Jahrzehnten sind die wilden Osterglocken stark zurück gegangen, aber sie kommen wieder“, sagt Anne Pieper. Sie vermehrt die heimischen Osterglocken und setzt sie an Wegesrändern aus.

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Der Frühling ist auch die Zeit, um Stecklinge von Büschen zu machen und um Stauden zu teilen und umzupflanzen. „Das macht man am besten in einer Zeit, in der noch Regen angesagt ist. Junge Pflanzen müssen schattig stehen und auf jeden Fall angegossen werden. Wenn es zu sonnig ist, kann man sie mit einem alten Tuch oder einem Regenschirm verschatten“, sagt Anne Pieper. Stecklinge zieht man am besten aus dem oberen jungen Holz einer Pflanze. Die Triebe, die noch nicht verholzt sind, steckt man in magere Erde.

Die Radevormwalderin findet es wichtig, in einem Garten auf eine Mischung aus Wildbeständen sowie auf kultivierten Pflanzen zu setzen. „Ich finde, das sieht einfach hübsch aus und ist auch für die Bienen sehr wichtig, um ausreichend Nahrung zu finden.“ Der milde Winter hat viele Schnecken in die Blumenbeete gebracht, aber auch andere Insekten sind in diesem Frühling in einer größeren Zahl unterwegs.

Der Frühling ist aber nicht nur die Jahreszeit, um sich um Blumenbeete zu kümmern, sondern auch im Garten heilende Wildkräuter zu entdecken und eigenes Gemüse zu pflanzen. Im Garten von Anne Pieper wächst jetzt Salat, Spinat und Petersilie. Dicke Bohnen und Zuckerschoten werden im April gesät. „Die Hauptzeit zum Einsäen ist der Mai, aber die Samen können auch schon ein bisschen früher in die Erde.“ Damit das Gemüse im eigenen Garten gut wächst und den Menschen auch die Mineralstoffe zuführt, die sie brauchen, ist es wichtig, den Boden anzureichern. Im Bergischen Land, besonders in Radevormwald, ist der Boden sauer. „Der mineralienarme Boden muss unterstützt werden, sonst kränkelt das Gemüse. Am besten eignet sich dafür Gesteinsmehl und Algenkalk. Ein guter Nährstoff für den Boden ist aber auch der eigene Kompost aus Blättern und Küchenabfällen.“

Wer Vögeln einen sicheren Nistplatz bieten möchte, der sollte eine Berberitze pflanzen. Der stachelige Busch schützt die Jungvögel vor Katzen oder anderen Vögeln. Die roten Blätter sorgen außerdem für einen lebensfrohen Farbklecks im heimischen Garten.