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Radevormwald: AL macht sich Sorgen um Impfung behinderter Menschen

Politik in Radevormwald : AL verweist auf weitere Risikogruppe

Menschen mit Behinderung in Wohngruppen dürften nicht vergessen werden, mahnt die Fraktion der Alternativen Liste an. Ein entsprechender Antrag setzte sich im Rat allerdings nicht durch.

(s-g) Derzeit wird über die Schwierigkeiten von älteren Radevormwalder Bürgern, zum Impfzentrum nach Gummersbach zu fahren, diskutiert. Die Fraktion der Alternativen Liste (AL) hat nun mit einem Antrag auf eine weitere Gruppe aufmerksam gemacht, die droht, bei den bisherigen Planungen übersehen zu werden, nämlich Menschen mit geistigen oder mehrfachen Behiniderungen. „Wenn diese Menschen nicht in Pflegeheimen leben und noch keine sechzig Jahre und älter sind, fallen sie in die Gruppe 3 der zu Impfenden. Leider hat die Ständige Impfkommission bei Ihrer Empfehlung ausschließlich auf das Alter und die Unterbringung im Pflegeheim abgestellt“, erklärt der Fraktionsvorsitzende der AL, Rolf Ebbinghaus. In Radevormwald besteht beispielsweise eine Wohngruppe von Betroffenen, die durch die bisherige Impfstrategie nicht erfasst würden.

Die AL-Fraktion hatte sich daher bemüht, diesen Aspekt in den gemeinsamen Antrag aller Ratsfraktionen einzubringen, der am Dienstag verabschiedet worden (unsere Zeitung berichtete). Dies sei jedoch nicht gelungen, sagt Ebbinghaus. Die Resonanz auf AL-Vorstoß sei zurückhaltend gewesen. Gefordert wurde, dass die Betroffenen unabhängig von ihrem Alter und der Wohnform in der sie leben, frühzeitig, also nach Möglichkeit noch mit den „Gruppe 1-

Personen“ geimpft werden könnten.

Als der Antrag nun im Rat noch einmal zur Abstimmung gestellt wurde, stimmte nur die RUA-Fraktion dafür, die anderen Fraktionen enthielten sich oder stimmten mit Nein. CDU-Ratsmitglied Jörg Weber hatte zuvor darauf hingewiesen, dass im NRW-Gesundheitsministerium das Problem bekannt sei und Abhilfe geschafft werden sollte.

Rolf Ebbinghaus kommentierte das Scheitern das Antrags: „Damit war zu rechnen. Ob es geholfen hätte, wenn unsere Fraktion vor Ort gewesen wäre, kann ich nicht sagen.“ Die Ratsmitglieder der Alternativen Liste nehmen derzeit wegen des Infektionsrisikos nicht an den Rats- und Ausschuss-Sitzungen teil. Zwar räumt der Fraktionsvorsitzende ein, dass die Stadt Radevormwald die fraglichen Entscheidungen nicht selber treffen könne, „aber eine Resolution ist ja als ein Appell zu verstehen“.