Pflaumenkirmes in Radevormwald Eisdielen-Inhaber ärgern sich über zugestellte Terrasse

Radevormwald · Dem Eiscafé Allegria wurde zur Kirmes ein Imbiss-Stand direkt vor die Nase gesetzt. Das Betreiberpaar fürchtet nun einen deutlichen Verdienstausfall.

 Enttäuscht von der Kirmes-Organisation sind Nicole Fraú und Ehemann Cristian Mammoliti – hier mit Nachwuchs Emanuele – vom Eiscafé Allegria. Direkt vor ihrer Tür und Terrasse wurde ein Imbissbetrieb aufgestellt.

Enttäuscht von der Kirmes-Organisation sind Nicole Fraú und Ehemann Cristian Mammoliti – hier mit Nachwuchs Emanuele – vom Eiscafé Allegria. Direkt vor ihrer Tür und Terrasse wurde ein Imbissbetrieb aufgestellt.

Foto: Jürgen Moll

Das Kirmeswochenende in der Radevormwalder Innenstadt stimmte längst nicht alle Bürger glücklich. Eisdielen-Betreiberin Nicole Fraú äußerte sich in den sozialen Netzwerken verärgert über die Absperrung vor ihrem Eiscafé Allegria auf der Kaiserstraße 38. Man hatte ihr einen Imbisswagen vor die Nase gesetzt, der ihr nicht nur die Sicht auf die Straße versperrte, sondern ihr bereits seit Mittwoch auch einen Großteil ihrer Außengastronomie raubte. „Alle Feste finden auf dem Marktplatz statt und wir unten werden ausgeschlossen. Da ist mal ein Fest, wo wir normalerweise mitten drin sind und dann sowas“, ärgerte sich Fraú online.

Auf Nachfrage unserer Redaktion erklärte die Betreiberin, die seit April 2021 das Eiscafé in der Innenstadt betreibt, habe man ihr bisher bei keinem Fest die Terrasse weggenommen. Im Vertrag, den sie mit der Stadt geschlossen habe, stünde wohl etwas darüber, dass die Außengastronomie bei Stadtfesten geräumt werden müsse, Fraú hätte sich aber ein anderes Vorgehen gewünscht. Sie wäre gerne gefragt worden. „Ich wäre ja auch bereit gewesen, etwas mehr Geld zu bezahlen, um die Außenterrasse an diesem Wochenende zu behalten.“ Doch diese Option, bedauert sie, habe sie nie bekommen. Stattdessen fand sie am Mittwoch den Imbisswagen vor ihrer Tür. Besonders ärgerlich sei das bei dem schönen Wetter. „Wir hatten einen richtig schlechten Sommer, sechs Wochen lang Regen und hätten die letzten Sonnentage echt gebrauchen können.“ Normalerweise habe sie auf ihrer Terrasse Platz für 20 Tische. „Mit dem Imbisswagen kann ich maximal zwei Tische draußen aufstellen.“

Bürgermeister Johannes Mans bedauerte die schlechte Kommunikation, die es offensichtlich zwischen Verwaltung und Betreibern gegeben hatte. Doch das Stadtoberhaupt betonte auch, dass „vertraglich alles sauber“ sei. Er würde sich wünschen, dass Geschäftsleute früher den Kontakt zur Verwaltung suchen, wenn es Schwierigkeiten gibt. Nur im Austausch könnten Probleme behoben werden.

Schaustellerin Jacqueline Schmidt räumte ein, dass es offensichtlich ein Missverständnis zwischen ihr und der Stadt gegeben habe. Sie habe nach dem ihr zur Verfügung gestellten Plan die Buden aufbauen lassen. Den Ärger der Eisdielenbetreiberin könne sie verstehen. „Wir werden es im nächsten Jahr besser machen und die Geschäftsleute vorher anschreiben, um zu fragen, ob sie ihre Außenfläche gegen Miete für das Wochenende beibehalten wollen, damit so etwas nicht nochmal passiert.“