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Radevormwald: Acht neue Auszubildende starten bei Gira ins Berufsleben

Blickpunkt Wirtschaft in Radevormwald : Firma Gira setzt auf Fach- und Führungskräfte

Erstmals gehört der Beruf des Fachinformatikers zum Ausbildungsangebot des Radevormwalder Familienunternehmens. Hierfür gab’s sogar reichlich Bewerbungen.

Auch der größte Arbeitgeber in der Bergstadt kämpft mit der Situation auf dem Ausbildungsmarkt. „Die Lage hat sich auch 2022 nicht entspannt“, teilte das Unternehmen Gira diese Woche mit. Im Vergleich zum Vorjahr klaffe die Schere zwischen Bewerbungen und Ausbildungsangebot sogar noch weiter auseinander: Stand Juli steht nach Angaben von Gira einem bundesweiten Rückgang der Zahl an Bewerbern um drei Prozent auf 392.276 ein Plus an Ausbildungsplätzen um 4,6 Prozent auf 512.018 gegenüber. Ebenso waren in Nordrhein-Westfalen Anfang Juli noch mehr als 50.000 Ausbildungsstellen unbesetzt.

„Auch wir haben vergleichsweise wenig Bewerbungen erhalten. Hinzu kommt, dass zudem die Qualität der Bewerbungen im Durchschnitt spürbar nachgelassen hat“, berichtet Annabelle Rothe, die beim Gebäudetechnikspezialisten die Ausbildung leitet. „Angesichts der Gesamtsituation freuen wir uns daher sehr, dass es uns gelungen ist, acht von neun Plätzen in fünf Ausbildungsberufen mit qualifizierten Kandidaten zu besetzen. Denn wir setzen auf unseren Nachwuchs als Fach- und Führungskräfte von morgen“, sagt sie. Dabei sei auch die neunte Stelle bereits vergeben worden, bevor die Bewerberin sich im letzten Moment doch noch umentschieden habe.

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So verstärken seit 1. August acht junge Menschen zwischen 16 und 35 Jahren das Technologieunternehmen: Robin Karl Arndt (Industriekaufmann), Jonathan Balzer (Mechatroniker), Tobias Erbe (Fachlagerist), Till Kalkuhl (Industriekaufmann), Nils Mebus, (Fachinformatiker in der Fachrichtung Anwendungsentwicklung), Phil Rabe (Mechatroniker), Marie Rehhagen (Industriekauffrau) und Jonathan Willer (Werkzeugmechaniker) haben mit der bei Gira für neue Auszubildende traditionellen Starterwoche ihren Anfang ins Berufsleben gemacht. Erstmals gehört dabei auch der Beruf des Fachinformatikers zum Ausbildungsangebot des Familienunternehmens.

 Der Blick über den Tellerrand: Paul Stück absolviert seit 2020 eine Ausbildung zum Mechatroniker bei Gira. Neben seiner fachlichen Ausbildung engagiert er sich mit weiteren Auszubildenden im Projektteam „Nachhaltige Entwicklung“.
Der Blick über den Tellerrand: Paul Stück absolviert seit 2020 eine Ausbildung zum Mechatroniker bei Gira. Neben seiner fachlichen Ausbildung engagiert er sich mit weiteren Auszubildenden im Projektteam „Nachhaltige Entwicklung“. Foto: Gira

„Die Digitalisierung wird in allen Unternehmensbereichen zunehmend wichtiger“, erklärt Annabelle Rothe. „Neben Traineeprogrammen setzen wir zusätzlich auf die Ausbildung, um unseren Bedarf an IT-Fachkräften zu decken.“ Dass für diese Stelle die mit Abstand meisten Bewerbungen eingegangen sind, bestätigt für sie die Attraktivität des Tätigkeitsfelds in einem Unternehmen, das zu den internationalen Vorreitern bei der digitalen Vernetzung von Gebäuden gelte.

Zunächst heißt es für die eine Berufsstarterin und ihre sieben Kollegen jedoch, sich untereinander kennenzulernen und im Unternehmen zu orientieren. Hilfestellung geben ihnen dabei nicht nur Annabelle Rothe und Ausbildungskoordinator Jan Görtz, sondern auch, wie es bei Gira gute Tradition ist, Auszubildende aus dem zweiten und dritten Lehrjahr. Diese vermitteln Wissenswertes unter anderem dazu, wie das Berichtsheft zu führen ist, was beim Umgang mit der zur Verfügung gestellten IT-Hard- und Software zu beachten ist und welchen Projektteams sich die neuen Auszubildenden anschließen können. „Vier Teams stehen aktuell zur Auswahl. Sie befassen sich inhaltlich mit Corporate Influencing, interner Kommunikation, Ausbildungsmarketing im Zuge von Jobmessen und nachhaltiger Entwicklung“, erläutert Ausbildungsleiterin Rothe. „Uns ist wichtig, dass unser Nachwuchs neben den Ausbildungsinhalten frühzeitig lernt, gemeinsam in Teams eigenverantwortlich Projekte zu planen und umzusetzen.“

Damit eröffnet Gira zudem seinen Auszubildenden die Möglichkeit, über den Tellerrand des eigenen Tätigkeitsbereichs hinauszublicken und ein Verständnis für das Gesamtunternehmen Gira zu bekommen. „Eine wichtige Voraussetzung, wenn man sich zur Fach- oder Führungskraft weiterentwickeln möchte“, sagt Annabelle Rothe. Gerade diese Projektarbeit und die beruflichen Perspektiven in einem international tätigen Markenunternehmen wüssten auch die Gira-Auszubildenden zu schätzen.