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Radevormwald: Ab sofort traut das Standesamt auch im Asiatischen Museum

Standesamt in Radevormwald : Ab sofort traut das Standesamt auch im Asiatischen Museum

Wenn es darum geht, an einem ganz besonderen Datum zu heiraten, sind die Radevormwalder vorne dabei. Der 19.10.19 ist derzeit sehr beliebt.

Die beiden Standesbeamtinnen Dagmar Conrad und Sandra Rausch können sich über Beschäftigungslosigkeit nicht beklagen. In der Bergstadt wird weiterhin kräftig geheiratet. Und das oftmals auch an einem ganz besonderen Datum. Normalerweise sind standesamtliche Trauungen in Radevormwald am Wochenende nur an jedem zweiten und letzten Samstag eines Monats möglich. Da in diesem Jahr aber der 19.10.19 auf einen Samstag fällt, legen die Standesbeamtinnen an diesen Tag mit dieser besonderen Zahlenkonstellation gerne eine Sonderschicht ein. Und dieses Angebot wird auch eifrig angenommen, „wenngleich wir für diesen Termin noch freie Kapazitäten hätten“, sagt Dagmar Conrad.

Der 19.9.19 sei dagegen nicht ganz so beliebt. „Da trauen wir zwar auch, aber das ist halt ein Donnerstag, und werktags wird in Rade nicht ganz so gerne und häufig geheiratet“, sagt sie. Der obligatorische und am häufigsten gewählte Trauungsraum in der Bergstadt ist das Haus Burgstraße. Der wird von der Stadt als einziger gebührenfrei zur Verfügung gestellt, bei allen anderen Locations in der Stadt fallen Sonderkosten zum Beispiel für Reinigung, Fahrtkosten für die Standesbeamtinnen oder für Speisen und Getränke an.

Seit 1. Juli nun hat das Standesamt eine neue attraktive Möglichkeit gefunden, Paare zu vermählen. Das Asiatische Museum in Sieplenbusch mit seinem zauberhaften Garten bietet Paaren ab sofort die romantische Gelegenheit, Ja zueinander zu sagen. „Ein absolutes Sahnestückchen, gerade auch für die Fotos“, findet Dagmar Conrad. Die Premiere steht allerdings noch aus. Möglich gemacht hat die neue Hochzeitslocation, dass die Auswahl der möglichen Orte nicht mehr ganz so streng reglementiert wird wie das früher das Fall war. „Die Regeln sind gelockert worden, und deshalb freuen wir uns auch auf das Asiatische Museum“, sagt Dagmar Conrad.

Weiterhin möglich sind Trauungen aber auch im Wülfingmuseum und im Heimatmuseum (jeweils nach Absprache während der Woche), auf der Brücke des Uelfebades (in den Monaten Juni, Juli oder August an jeweils aber nur einem Mittwoch in diesen Monaten) sowie im Historischen Gartenhäuschen im Parc de Châteaubriant. Bei den draußen gelegenen Orten besteht halt immer das Wetterrisiko. Sandra Rausch traute zum Beispiel am vergangenen Mittwoch auf der Uelfebadbrücke. „Das war ganz schön frisch und zugig, aber wir haben noch ein Sonnenplätzchen erwischt“, sagte sie nach der Trauung. Da sei man schließlich sehr flexibel. Beide Standesbeamtinnen stellen immer wieder fest, dass außergewöhnliche Termine häufiger beliebt sind, weil sie entweder mit einem Jahrestag oder einem familiären Ereignis verbunden werden. „Es gibt auch Menschen, die ganz spontan bei uns heiraten“, berichtet Dagmar Conrad.

So gab es schon Paare, die bei der Anmeldung der Eheschließung gefragt haben, wie lange sie denn jetzt auf die Hochzeit warten müssten. „Da sind wir so flexibel wie in Las Vegas und können innerhalb von 30 bis 60 Minuten die Ehe schließen“, sagt sie. Das sei dann umgangssprachlich wohl so etwas wie eine Blitzhochzeit. Es müsse halt zeitlich arrangierbar sein. Die spontanen Trauungen seien auch deshalb so wunderschön, „weil es das Paar für sich aus tiefstem Herzen macht, nur die zwei, sonst niemand,“ sagt Dagmar Conrad.

Im Schnitt übernehmen die beiden Standesbeamtinnen im Jahr insgesamt 110 Hochzeiten – Tendenz: gleichbleibend mit leichten Wellenbewegungen. „In Rade wird immer noch gerne geheiratet“, freut sich Dagmar Conrad.