Radevormwald: Ab sofort nur noch Kaffee und Tee zum fairen Preis

Lutherische Kirchengemeinde : Kaffee und Tee nur noch zum fairen Preis

Die Lutherische Kirchengemeinde ist sich ihrer Verantwortung bewusst und zahlt dafür gerne mehr.

Im Fenster des Wartburghauses hängt seit langem das Siegel, dass die GEPA – der größte europäische Importeur fair gehandelter Lebensmittel und Handwerksprodukte aus den südlichen Ländern der Welt – einst an die Lutherische Kirchengemeinde verliehen hatte. „Ihm wollen wir jetzt wieder stärker gerecht werden“, schreibt Pfarrerin Manuela Melzer im Gemeindebrief. „Wir haben das vor Jahren schon einmal konsequenter verfolgt, aber das ist in letzter zeit etwas untergegangen“, gibt die Pfarrerin zu. Das soll sich nun ändern.

Nachdem das Presbyterium schon Anfang des Jahres beschlossen hatte, mit gutem Beispiel vorangehen zu wollen und bei Gemeindeveranstaltungen, Treffen und Kreises nur fair gehandelten Kaffee ausschenken zu wollen, kam aus dem Diakonieausschuss die Anregung, sich wieder einmal intensiver mit dem Thema zu befassen.

Und das fair gehandelter Kaffee geschmacklich nicht von anderem Kaffee zu unterscheiden ist, stellten Mitglieder des Presbyteriums denn auch bei einer Blindverkostung fest. „Die Wahl des bestens Geschmacks fiel auf eine fair gehandelte Sorte. Das hat auch die Skeptiker überzeugt“, sagt Manuela Melzer. Dabei gibt es fair gehandelten Kaffee schon seit vielen Jahren – das ist Kaffee, den man zu einem Preis kaufen kann, der sicherstellt, dass die Kleinbauern in Peru, Honduras, Kolumbien, Brasilien und anderen Entwicklungsländern vom Kaffeeanbau sich und ihre Familien ernähren können. „Für uns bedeutet das, etwas tiefer in die Tasche zu greifen und für ein Pfund Kaffee mindestens sechs bis zehn Euro auszugeben“, teilt Manuela Melzer mit. Die Pfarrerin betont, dass der Verkauf fair gehandelten Kaffees in den vergangenen Jahren in Deutschland immer weiter angestiegen ist – von 9300 Tonnen 2010 auf 18.300 Tonnen 2017, „was zur Folge hat, dass man die unterschiedlichen Sorten nun auch ganz einfach in Lebensmittelgeschäften und Discountern kaufen kann“, sagt Manuela Melzer. Die Zeiten, in denen es diese Produkte nur im Weltladen mit eingeschränkten Öffnungszeiten gab, seien vorbei. Außerdem hätten viele namhafte Kaffeeproduzenten fairen Kaffee im Sortiment. Die Nachfrage bestimme eben das Angebot. Erkennbar sei der Kaffee an dem Fairtrade-Siegel.

Deshalb appelliert Manuela Melzer an alle Bürger: „Faire Produkte, ein kleiner Beitrag zu einem gerechteren Handel, ein kleiner Beitrag zum Auskommen für Kleinbauern unter schwierigen Bedingungen. Steter Tropfen höhlt den Stein. Wir müssen nur damit anfangen.“ JOACHIM RÜTTGEN

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