Radevormwald: 68 Fehlalarme in den vergangenen zwölf Monaten.

Fehlalarme: Wie Fehlalarme die Feuerwehr belasten

In den vergangenen zwölf Monaten mussten Einsatzkräfte in Rade in 68 Fällen ausrücken, weil Alarmanlagen fehlerhaft waren. Unter Umständen kann dies für die Eigentümer der Geräte teuer werden.

Sowohl bei der Polizei als auch bei der Feuerwehr gehen regelmäßig Fehlalarme ein. Seit 2016 sind diese in NRW für Polizeieinsätze nicht mehr zwangsläufig kostenpflichtig. Anders bei der Feuerwehr. 68 Fehlalarme gab es in den vergangenen zwölf Monaten bei der Radevormwalder Polizei. Wenn ein Alarm optisch, akustisch oder eben auch mit beiden Signalen an einem Gebäude ausgelöst wird, sind es oftmals die Anwohner, die diesen bei der Polizei melden. Sofern es sich bis 2016 um einen Fehlalarm durch beispielsweise einen technischen Defekt der Alarmanlage handelte, musste dieser mit einer Verwaltungsgebühr von 110 Euro vom Besitzer bezahlt werden. „Es ist eigentlich gut, dass überhaupt eine Alarmanlage installiert wird. Wenn die Personen weiterhin für Fehlalarme zahlen müssten, gebe es auch wieder weniger Alarmanlagen“, sagt Tietze. Deshalb sei die Abschaffung der Gebühr richtig.

Bei der Radevormwalder Feuerwehr sieht das anders aus: Eine Berufsfeuerwehr gibt es nicht, wenn die Freiwillige Feuerwehr alarmiert wird, müssen Einsatzkräfte ihren Arbeitsplatz verlassen und zum Einsatzort fahren. Dieser Einsatz muss von der Stadt bezahlt werden. Bei Fehlalarmen werden die Betreiber der Anlage zur Kasse gebeten. Zwischen 300 und 500 Euro kann ein solcher Einsatz kosten, die Höhe ist immer von der jeweiligen Gebührensatzung einer Kommune und der Art des Einsatzes abhängig. „Bei einem Krankenhaus ist es ein ganz anderer Einsatz als bei einer Autowerkstatt“, sagt Ordnungsamtleiter Jochen Knorz.

Handwerker, die sich nicht an notwendige Absprachen halten und durch eine erhöhte Staubentwicklung den Feueralarm auslösen, rufen immer wieder die Feuerwehr auf den Plan: „Handwerker können Alarmanlagen freischalten, damit so etwas nicht passiert“, sagt Kreisbrandmeister Wilfried Fischer. Auch Störungen oder technische Defekte können Feueralarme auslösen. Wenn dieser falsch von der Alarmanlage interpretiert wird, rückt auch in diesen Fällen die Feuerwehr aus. „Teilweise sind die Anlagen aber schon so intelligent, dass sie eine Störung erkennen“, sagt Fischer. In beiden Fällen wird die alltägliche Sorgfaltspflicht außer Acht gelassen: dass Handwerker eine Alarmanlage bei Arbeiten die Hitze oder Rauch erzeugen ausschalten, gehöre genau so dazu, wie dass Betreiber einer Anlage diese regelmäßig warten lassen, sagt Knorz. Deshalb müssen die Betreiber in Radevormwald für solche Fehleinsätze zahlen.

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Alarmanlagen sind heute entweder direkt bei der Polizei aufgeschaltet, so bei großen Unternehmen, oder aber mit Wachdiensten verbunden. Letztere kontaktieren im Ernstfall die Polizei. In beiden Fällen muss dort auch bei der Polizei noch für den Einsatz bezahlt werden. Anders sieht es bei privaten Alarmsystemen aus, die häufig zur Abschreckung dienen. „Meistens signalisieren die dem Einbrecher, dass er ertappt wurde und er verschwindet. Keiner ist so cool, dass er dann trotzdem ins Haus geht“, sagt Tietze. Durch die optischen und akustischen Signale werden bei privaten Systemen in erster Linie Anwohner alarmiert, die dann die Polizei rufen.

Ist die Polizei vor Ort, erfolgt zunächst eine Sichtkontrolle von außen, wenn eine Begehung des Objektes nicht möglich ist. Dabei wird dann untersucht, ob Einbruchspuren an Fenstern und Türen zu erkennen sind. Auch ein Blick durchs Fenster lässt erkennen, ob eine unbefugte Person in das Haus eingedrungen ist. Dann wird in der Regel versucht, den Eigentümer zu ermitteln. Teilweise sind die Nummern bei der Polizei hinterlegt. „Wir sind bestrebt nach Einbrüchen die Nummern einzupflegen“, sagt Tietze. War der Einsatz ergebnislos, handelt es sich zwar um einen Fehlalarm, der für private Systeme allerdings nichts mehr kostet.

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