Ermittlungen in Radevormwald 46-Jähriger verletzte sich selbst – nun drohen Konsequenzen

Radevormwald · Eine erneute Vernehmung des Mannes, der in der vergangenen Woche schwer verletzt an der Elberfelder Straße gefunden wurde, hat ergeben, dass keine Gewalttat durch andere vorliegt.

 Der Mann wurde an der Elberfelder Straße gefunden.

Der Mann wurde an der Elberfelder Straße gefunden.

Foto: Jürgen Moll

Überraschende Wende bei den Ermittlungen im Fall eines schwer verletzten Mannes, der in der vergangenen Woche nachts an der Elberfelder Straße aufgefunden worden war. Da die Polizei zunächst von einem Gewaltverbrechen ausging, übernahm die Mordkommission der Polizei Köln die Ermittlungen. In deren Verlauf waren nach und nach Zweifel an der Darstellung des Mannes aufgetaucht. Nun ist klar: Es handelte sich nicht um ein Verbrechen.

Das bestätigte Stephanie Beller, Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Köln, am Mittwoch auf Anfrage unserer Redaktion: „Die von einer Mordkommission aufgenommenen Ermittlungen haben den Verdacht eines Angriffes auf den 46-Jährigen nicht erhärtet. Auswertungen von Zeugenaussagen und eine Untersuchung eines Rechtsmediziners hatten Zweifel an den Angriffsschilderung des Mannes aufkommen lassen. Eine erneute Vernehmung des 46-Jährigen bestätigte nun die Annahme, dass sich der Mann die Verletzungen selbst zugefügt hatte.“

In der Nacht auf Dienstag in der vergangenen Woche hatte der 46-Jährige per Notruf den Rettungsdienst alarmiert. Offenkundig war er danach zusammengebrochen, die Retter fanden ihn an der Elberfelder Straße in Bergerhof, nicht weit von einer Bäckerei. Angesichts der Wunden gingen die Ermittler davon aus, dass dem Mann die Verletzungen mit einem spitzen Gegenstand zugefügt worden waren. Der Verletzte wurde in eine Klinik gebracht.

Angesichts seiner vorherigen Aussagen muss der 46-Jährige mit Konsequenzen rechnen. „Gegen ihn wird nun wegen Vortäuschens einer Straftat ermittelt“, erklärt die Staatsanwältin.

(s-g)
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