Radevormwald: 24-Jähriger aus Remscheid stirbt in Wupper-Talsperre

Unglück bei Radevormwald : 24-Jähriger aus Remscheid stirbt in Wupper-Talsperre

Rettungskräfte hatten den jungen Mann aus Remscheid aus dem Wasser gezogen und vergeblich versucht, ihn zu reanimieren. Er war jenseits des Schwimmbereichs ins Wasser gegangen. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Am Montagnachmittag hat sich an der Wupper-Talsperre ein schwerer Badeunfall ereignet. Ein 24 Jahre alter Mann aus Remscheid ist dabei zu Tode gekommen, wie die Polizei bestätigte. Rettungskräfte konnten den jungen Mann nur noch leblos aus dem Wasser ziehen. Wie die Feuerwehr mitteilte, scheiterten Versuche, den 24-Jährigen zu reanimieren. Das Unglück ereignete sich am Ufer nahe der Radevormwalder Ortschaft Honsberg, wo der Mann am Nachmittag zum Schwimmen ins Wasser gegangen war. Die Wasserfläche an dieser Stelle ist nicht als Schwimmbereich ausgewiesen und nur über einen langen Schotterweg erreichbar. Zwei Bekannte, mit denen der junge Mann unterwegs war, hatten gegen 15.30 Uhr Hilfe gerufen, als sie bemerkten, dass ihr Freund nicht mehr auftauchte.

Über die Anlegestelle auf dem Areal des Freizeitparks Kräwinklerbrücke starteten Retter von feuerwehr und DLRG mit Booten ihre Suchaktion. Foto: Kandzorra, Christian

Durch den Notruf wurde ein Großeinsatz von Feuerwehr, Notärzten, Rettungssanitätern, DLRG und Polizei ausgelöst, weil zunächst nicht klar war, an welcher Stelle genau der junge Mann ins Wasser gegangen war. Erst ein über der Talsperre kreisender Polizeihubschrauber konnte den Mann orten, etwa 45 Minuten nachdem bei den Sicherheitskräften der Alarm eingegangen war. „Zur selben Zeit hat die Besatzung unseres Rettungsbootes den Mann entdeckt“, sagte Einsatzleiter Philipp Tobisch von der Berufsfeuerwehr Remscheid, die den Einsatz unter anderem mit ihrem Rettungsboot unterstützte. Die Retter auf dem Boot zogen den jungen Mann aus dem Wasser und brachten ihn auf Radevormwalder Seite der Wupper-Talsperre, wo weitere Rettungskräfte warteten.

Das Boot mit vier Besatzungsmitgliedern war zuvor am Ufer des weiter südlich gelegenen Freizeitparks Kräwinklerbrücke zu Wasser gelassen worden. Dort sorgte die Rettungsaktion wegen des massiven Aufgebots an heranrauschenden Feuerwehrfahrzeugen unter den Badegästen für Aufsehen: Die Anlage war zu diesem Zeitpunkt gut besucht, die Badegäste mussten vorübergehend das Wasser verlassen und den Rettern Platz machen. Auch knatterte der Hubschrauber in Sichtweite, vergleichsweise dicht über dem Wasser.

Durch das hohe Verkehrsaufkommen auf der schmalen Straße direkt am Freizeitpark herrschte dort während des Einsatzes Chaos. Zeitweise kamen Rettungsfahrzeuge, darunter ein Rettungswagen und ein Notarzt-Team, trotz Martinshorn nicht zügig durch, weil Autos die Fahrbahn blockierten und es wegen parkender Fahrzeuge am Rand kaum mehr Lücken zum Ausweichen gab.

Ans Ufer bei Honsberg führt nur ein Schotterweg. Beamte der Kriminalpolizei trafen dort am Abend ein und ermittelten zur Todesursache. Foto: Kandzorra, Christian

Am Ufer auf der Honsberger Seite übernahm schließlich die Kriminalpolizei gegen 17.30 Uhr nach Abzug der Rettungskräfte die Ermittlungen. „Die Todesursache ist noch nicht geklärt“, sagte Oliver Podszuweit von der Polizei in Lennep am Ufer, wo er auch die beiden Bekannten des Verunglückten betreute. Sie standen unter Schock. Behauptungen, der junge Mann sei mit Kleidung ins Wasser gegangen, konnte der Polizist nicht bestätigen.

Die Freiwillige Feuerwehr aus Radevormwald und die Berufsfeuerwehr aus Remscheid arbeiteten bei dem Einsatz gemeinsam. Die Remscheider waren mit insgesamt 28 Kräften aus Lüdorf und Bergisch Born vor Ort.

Für die Rader Feuerwehr teilte Theo Aldermann mit: „Die Löschzüge Stadt und Herbeck waren im Einsatz.“ Auch mit dem eigenen Boot und einer Gruppe von Tauchern sei man vor Ort gewesen, insgesamt mit sechs Fahrzeugen und 25 Einsatzkräften.

Neben Polizei und Feuerwehr waren auch andere Retter in der Region alarmiert worden. „Mehrere DLRG-Ortsgruppen im Oberbergischen waren alarmiert und hatten sich auf den Weg gemacht“, schildert der Herbecker Einheitsführer. Unter anderem seien die Lebensretter aus Wipperfürth im Einsatz gewesen.

Mehr von RP ONLINE