Radevormwald: 140 Asylbewerber leben in der Stadt

Aktuelle Statistik : 140 Asylbewerber leben in der Stadt

2018 kamen 15 neue Flüchtlinge nach Rade. In 2019 wurden bisher elf zugewiesen.

Afghanistan (20), Irak (17), Armenien (12) und Türkei (11): Aus diesen Ländern stammen in dieser Reihenfolge die meisten Asylbewerber in Radevormwald, die sich im Asylverfahren befinden und nach dem Asylbewerberleistungsgesetz vom Sozialamt der Stadtverwaltung aktuell betreut und unterstützt werden. Derzeit sind 140 Personen im Verfahren mit laufendem Leistungsbezug. In 2018 wurden 15 Personen der Stadt neu zugewiesen; seit dem 1. Januar sind bereits elf Personen nach Radevormwald gekommen. „Wir können nicht sagen, was uns in diesem Jahr noch zugewiesen wird. Für Notfälle aber sind wir gerüstet“, sagte die kommissarische Leiterin des Sozialamtes, Ilona Dellmann, im Gespräch.

Radevormwald hat seit 2015/16 Kapazität geschaffen: So die ehemaligen Schulgebäude Neu-/Blumenstraße. Dort ist ein Großteil der Asylbewerber untergekommen. Dellmann: „Wir hätten theoretisch Platz für weitere 48 Notfälle. Aber dann würden wir die Zimmer vollstopfen. Das tun wir aber ungern.“ In neun Wohnungen in der Straße „In den Höfen“ sind zudem Wohngemeinschaften, Familien mit kleinen Kindern oder auch Alleinerziehende mit Kindern untergebracht. Ziel der Verwaltung ist, besonders Kinder aus den Unterkünften rauszuholen.

Von den 140 Asylbewerbern sind nur wenige in Privatwohnungen untergebracht – ein älteres Ehepaar und eine Alleinerziehende. Werden die Asylbewerber anerkannt, werden sie aus dem Leistungsbezug durch die Stadtverwaltung (Asylbewerberleistungsgesetz) rausgenommen und dem Jobcenter übergeben. Dort bekommen sie Hartz IV. Und dann müssen sie auch aus den Unterkünften raus und werden weiter durch das Jobcenter betreut. „Wir arbeiten natürlich mit dem Jobcenter zusammen und können Empfehlungen aussprechen, wer sich für Privatwohnungen oder Wohngemeinschaften eignet“, so Ilona Dellmann.

Menschen aus insgesamt 20 Nationen sind als Asylbewerber nach Radevormwald gekommen. Sie stammen aus Afghanistan, Irak, Armenien, Türkei, Nigeria (9), Iran (7), Pakistan, China und Aserbaidchan (je 6), Libanon und Albanien (je 5), Georgien und Indien (4), Bangladesh, Eritrea,Guinea, Somalia, Marokko und Agypten (je 2) und Kamerun (1).

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gibt es nicht mehr in Radevormwald. Bis zum vorigen Jahr waren neun Jugendliche in einem Gebäude der evangelischen Gesellschaft freier Gemeinden an der Telegrafenstraße; der Vertrag ist ausgelaufen. Sie sind jetzt in Hückeswagen untergekommen.

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