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Radevormwald: 130 Teilnehmer bei Demo gegen die AfD

Kundgebung in Radevormwald : 130 Teilnehmer bei Protest gegen AfD

Der Runde Tisch gegen Rechts hatte zu einem Protestzug mit Kundgebung aufgerufen, weil die AfD am Freitagabend eine Bürgerdialog im Bürgerhaus veranstaltete. Zusammenstöße zwischen den beiden Gruppen gab es nicht.

Mit einem Protestzug und einer Kundgebung haben am Freitagabend viele Menschen in der Rader Innenstadt gegen eine Veranstaltung der Alternative für Deutschland (AfD) demonstriert. Laut der Polizei nahmen rund 130 Menschen daran teil. Aufgerufen hatte der Runde Tisch gegen Rechts in Radevormwald. Dessen Vorsitzender Frank Marx begrüßte die Teilnehmer auf dem Marktplatz. „Wir müssen aufstehen und Flagge zeigen“, erklärte er. Die AfD wolle man höchstens „am Ortsausgangsschild sehen und noch weiter weg“.

Auf den ersten Blick dominierten auf dem Platz die roten Fahnen – jene der SPD, der Jusos, der Linken, auch eine Fahne der ultralinken MLPD. Gekommen waren allerdings auch Mitglieder anderer Rader Parteien, darunter Bernd und Marianne Bornewasser von den Grünen, Bernd-Eric Hoffmann von der UWG, Rolf Ebbinghaus von der Alternativen Liste und der CDU-Vorsitzende Gerd Uellenberg. „Ich bin grundsätzlich gegen rechte und linke politische Ränder“, sagte Uellenberg. „Ich wünsche mir, dass die Menschen in der Mitte ihre Lösungsansätze suchen.“

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Unter den Fahnen auf dem Platz war auch die deutsche Nationalflagge zu sehen. Gitta Quercia-Naumann trug sie. Sie hatte sich ein Transparent umgebunden, auf dem stand: „Das ist auch meine Fahne.“ Die Farben Schwarz-Rot-Gold dürfe man nicht den Rechten überlassen, sagte die ältere Dame aus Engelskirchen. „Die versuchen, unsere Nationalsymbole zu kapern.“

Gegen 17.30 Uhr setzte sich der Protestzug in Bewegung, zunächst über die Kaiserstraße, dann die Hohenfuhrstraße und vorbei am Busbahnhof zum Bürgerhaus. Dort hatte die AfD Oberberg für 18 Uhr zu einem Bürgerdialog eingeladen. Vor rund einer Woche hatte der Runde Tisch gegen Rechts davon erfahren und zu der Kundgebung aufgerufen. Mit dem Zug gingen auch zwei Geistliche: Dr. Dieter Jeschke, Pfarrer der reformierten Gemeinde, und Philipp Müller, Pfarrer der lutherischen Gemeinde. „Die Evangelische Jugend zieht mit, auch einige Mitglieder unserer Gemeinde“, sagte Müller. Pfarrer Jeschke gehörte zur Rednerliste der Kundgebung. Er erinnerte an den Volkstrauertag am Sonntag. „Millionen Menschen wurden Opfer einer politischen Strömung, die bewusste Demokratie abschaffte, Hass und Rassismus und Menschenverachtung propagierte.“ Unter den Opfern seine auch viele Deutsche gewesen, die vorher auf die Lügen der Nazis reingefallen seien. Hetze und Einschüchterung erlebe man in Deutschland jetzt wieder. „Und da ist Einmischung Pflicht!“, so Jeschke.

Damit alles friedlich blieb war die Polizei mit mehreren Einsatzfahrzugen vor Ort. Uwe Elias, Chef der Polizeiwache Wipperfürth, leitete den Einsatz. „Bislang gab es keine Probleme“, sagte er, nachdem sich die Teilnehmer des Protestzuges vor dem Bürgerhaus zu einer Mahnwache postiert hatten. Die Vorhänge des Mehrzweckraums, in der die AfD ihre Veranstaltung abhält, waren zugezogen, ab und zu lugte jemand hinaus. Laut Zählung der Polizei waren 30 Besucher ins Bürgerhaus gekommen.