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Beschwerden sind anonym und einfach: Rader können nun online Mängel melden

Beschwerden sind anonym und einfach : Rader können nun online Mängel melden

Müll, Straßenschäden, Vandalismus - darüber können Bürger nun mit dem Mängelmelder auf der Internetseite der Stadt rasch die Verwaltung informieren. Beschwerden werden zeitnah bearbeitet.

Ein großes Schlagloch auf der Straße? Eine wilde Müllkippe im Grünen? Graffiti-Geschmiere an Mauern? "Da müsste die Stadt doch mal tätig werden!" - das ist die Reaktion vieler Bürger, wenn sie so etwas sehen. Manche rufen auch bei der Verwaltung an und weisen auf die Mängel hin. Anderen ist das zu lästig, oft wissen sie nicht, an wen sie sich überhaupt wenden müssen.

Das alles soll nun für die Einwohner von Radevormwald viel leichter werden. Seit gestern Nachmittag ist der Mängelmelder auf der Internetseite der Verwaltung (www.radevormwald.de) freigeschaltet. Gut sichtbar befindet er sich direkt unter dem Stadtlogo und kann angeklickt werden. "Er funktioniert auch auf mobilen Geräten", versichert Frank Ahlemann, Sachbearbeiter im Hauptamt.

Foto: Hogekamp Lena

Der neue Service hat mehrere Vorteile: Die Meldungen landen im Vorzimmer des Bürgermeisters und des Beigeordneten, also an einer Schaltstelle, von der aus die Informationen rasch an die zuständigen Mitarbeiter geschickt werden können.

Ein besonderer Clou: Der Ort, an dem das Ärgernis entdeckt wurde, kann auch auf einer virtuellen Karte eingetragen werden. Auch ein selbst gemachtes Foto kann hochgeladen werden. So wissen die städtischen Mitarbeiter auf einen Blick, wohin sie ausrücken müssen, um die Mängel zu beseitigen. Eine Liste mit insgesamt 23 Kategorien sorgt für eine bessere Einordnung.

"Wir wollten es so einfach wie möglich machen", sagt Bürgermeister Johannes Mans. Der Mängelmelder ermöglicht es der Verwaltung auch, eine Statistik über die Vorfälle und Schäden anzulegen. Die Bürger müssen allerdings nicht befürchten, dass ihre Daten leichtfertig genutzt werden. "Die Leute müssen nicht ihren Namen angeben, es hat sich gezeigt, dass manche davon abgehalten werden", erläutert Mans. Pflicht ist es allerdings, eine E-Mail-Adresse und eine Telefonnummer einzutragen. Denn die Bürger sollen ja auch erfahren, was aus ihren Beschwerden geworden ist und wann die Mängel abgestellt werden. Eine Bestätigung ihrer Meldung bekommen sie ohnehin.

Möglichst zeitnah soll dies alles passieren, sagt Mans. "Mal schauen, wie es bei den Leuten ankommt. Bislang haben die meisten Menschen, wenn sie sich über etwas beschweren wollten, das Technische Bauamt angerufen." Mit dem Mängelmelder soll dieses Prozedere nunmehr präziser und schneller werden.

Der Vorstoß, einen Mängelmelder einzuführen, war aus der Radevormwalder Politik gekommen. Die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Elisabeth Pech-Büttner, hatte bereits im vergangenen Herbst die Verwaltung gebeten, zu prüfen, wie eine Beschwerde-App und ein Online-Portal nach dem Vorbild des Bürgerbriefkastens in der Gemeinde Kürten realisiert werden könne. Auch andere Kommunen böten diese Möglichkeit mittlerweile an, sagte Pech-Büttner.

Die CDU-Fraktion im Radevormwalder Rat hatte in der jüngsten Ratssitzung diese Idee aufgegriffen, hatte allerdings Zweifel daran geäußert, ob man diesen Service technisch zu modern gestalten solle. Viele Menschen, die Zeit hätten zu spazieren und solche Mängel zu entdecken, seien bereits im vorgerückten Alter. "Diese Menschen haben oft kein Smartphone und können daher keine App nutzen", erklärte der CDU-Ratsherr Rolf Schulte.

Daher plädierten die Christdemokraten dafür, einen Mängelbeauftragten einzuführen, der telefonisch und per E-Mail zu den normalen Öffnungszeiten der Verwaltung erreichbar wäre. "So können die Bürgerinnen und Bürger ihre Meldung gezielt vortragen und erhalten zeitnah anschließend - das wird als selbstverständlich vorausgesetzt - auch eine Rückmeldung, wie zum Beispiel dem Missstand abgeholfen wurde oder nicht.

(s-g)