Radevormwald: Rader kämpft für eine Straßenbahn auf der Rheinbrücke

Radevormwald : Rader kämpft für eine Straßenbahn auf der Rheinbrücke

Felix Staratschek wünscht sich eine Stadtbahn auf der A1-Rheinbrücke. Er initiiert eine Online-Petition. 1000 Unterstützer hat er.

Eisenbahnen sind ein Steckenpferd von Felix Staratschek. Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) liegt dem 50-Jährigen am Herzen. Deshalb hat der Rader, der jüngst als Parteiloser bei der NRW-Landtagswahl angetreten ist und sich auch wieder um ein Bundestagsmandat bemühen möchte, die geplante A1-Rheinbrücke im Auge.

Im Internet hat er die Online-Petition "Stadtbahn auf der neuen A 1-Rheinbrücke Leverkusen - Köln-Merkenich" gestartet. Da die Brücke aus zwei parallel verlaufenden Bauwerken bestehe, die nacheinander gebaut würden, könnten die Schienen problemlos für das zweite Bauwerk eingeplant werden. 1075 Unterstützer hat er, wie der Zähler auf der Petitionsplattform "We Act!" anzeigt. Fast täglich kommen neue hinzu.

Schon vor Jahren hatte Staratschek die Anregung gegeben, auf der neuen Brücke eine Straßenbahn zwischen Köln und Leverkusen verkehren zu lassen. Die Piratenpartei hatte ihn damals unterstützt. Lob kam auch von der Firma Bayer, die Straßenbahnlinie 12 der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) bis nach Leverkusen zu verlängern. Die Umsetzung des Projektes steht jedoch in den Sternen. Eine Straßenbahnverbindung müsse von den Städten gefordert und dann überprüft werden.

Leverkusen sieht die Planungshoheit für die A1-Brücke bei Bezirksregierung und NRW-Verkehrsministerium. Beide Behörden betrachten sich als nicht zuständig und verweisen zurück. Laut Verkehrsministerium sind für die Wirtschaftlichkeitsanalyse etwa Jahre nötig. "Hinzu käme die Zeit für Planung und Baurechtschaffung für die Strecke. Somit ist eine gleichzeitige Realisierung mit dem Neubau der Autobahnbrücke nicht möglich", sagt Ministeriumssprecher Maik Grimmeck. Es müsse ein separates Bauwerk errichtet werden. "Dies würde die finanziellen Einsparungen, die die Grundidee der Petition darstellen, zunichtemachen." Auch der Landesbetrieb Straßen.NRW hält es für unwahrscheinlich, Straßenbahnpläne noch in den Bau der zweiten Rheinbrücke einzuarbeiten. "Eine Änderung der Planung würde ein neues Planfeststellungsverfahren erfordern", erklärt Sprecher Timo Stoppacher.

Dem Petitionsausschuss im Landtag ist die von Staratschek initiierte Petition noch nicht bekannt. Man schaue nicht auf die diversen privaten Online-Plattformen. "Eine Petition muss per Post, E-Mail oder Fax direkt bei uns eingehen", erklärt Johannes Wahlenberg. Eine bestimmte Zahl an Unterschriften sei nicht nötig. Unterschriftenlisten könnten aber übergeben werden. Laut Staratschek läuft die Online-Petition weiter. "Das Ergebnis der Petition wird Landtag, Bundestag sowie den Städten und Verkehrsbetrieben bekannt gegeben", sagt er.

(sug)
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